Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1798220
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Seinsheim , 
August 
Carl, 
Graf von. 
jmdeutendc Stelle ein, obgleich ihn sein Stand und sein Vermögen 
nur in die Reihe der Dilettanten setzen. Graf von Seinsheiiii ist 
Maler und gleich anderen Künstlern auch durch radirte Blätter 
und lithographisehe Versuche bekannt. 
Im Jahre 178g zu München geboren fand er an dem" berühm- 
ten Georg von Dillis einen Erzieher und Jugendfreund, der 
seine angeborne Neigung zur Zeichenkunst nur noch mehr weckte 
und unterstützte. Der edle Grat widmete sich aber auch mit Eifer 
den vorbereitenden Studien, absolvirte 131i an der Universität in 
Landshut die Jurisprudenz, und erfullte im folgenden Jahre durch 
die Concurspriifung alle Befilnglllääß. zum Stnatsdienste, welchen 
er aber von nun an mit der Malerei vertauschte. Ei- besnchte in 
den Jahren 1813-16 die Akademie der itunste in München, wo 
er sich unter Leitung des P. v. Langer in_der Oelmalerei ausbil- 
dete, und die Iiunstausstellung von 1814 Wwsusehon einige gelun- 
gene Proben seines Fortschrittes auf. Im Friihjahre des J. 1816 
reiste er mit seinem älteren Bruder, dem Minister Grafen Carl 
von Seinsheim, nach Italien, wo jetzt Roms Iiunstschätze der Ge- 
genstand eines längeren Studiums waren, und der Aufenthalt der 
ausgezeichnetsten deutschen Künstler, mit denen er in freundschaft- 
liche Berührung ltam, nicht minder Einfluss auf seine Kunstrich- 
tung hatte. In Rom fertigte Graf Seinshcim einen grossen Cartun 
zu einem Altarbild, welches Maria mit dem Jesuskincle in einer 
Gloria von Engeln und von den 14 Nothhalfern umgeben vorstellt. 
Diese schöne Composition führte der Graf 1n_Oel aus und seit 
1822 sieht man sie auf dem Altare_ der Iiirche in Griinbach, dem 
Gute des Grafen Carl von Seinshcim. Auch in der Frcscomalerei 
versuchte sich unser Künstler in Rom, da in jene Zeit _dic WVie- 
dererwecliung dieser liunst in der Villa Massimi fällt. Auf der 
Rückreise besuchte der Graf auch Florenz, Bologna, Ferrara. Ve- 
nedig u. s. im, und der Besuch jeder Stadt war seiner Kunst 
förderlich. 
Nach München zurückgekehrt malte er die Skizze zu dem- 
genanriten Altarbilde dcr Kirche in Griiiibach, Welche auf der Ans- 
stellung 1820 zu sehen war, neben irier anderen Bildern, wovon 
eines die hl. Jungfrau als Kind von Engeln umgeben, ein anderes 
die hl. Jungfrau mit dein Jesuskinde vorstellt. Dann arbeitete er 
auch an den allegorischen Transparentgemalden, _vir_elche 1824 bei 
dei- Jubelfeicr des höchstseligen lionigs Maximilian aufgestellt 
waren und in einem Prachtwcrhe in lithographirten Umrissen er- 
schienen. In demselben Jahre ernannte ihn die Akademie der 
Künste in München zum Ehrenmitgliede. Hierauf vollendete er 
das Altarbild in der Pfarrltirche zu Vohburg an der Donau, wu- 
von die Skizze auf der Ausstellung von 1825 zu sehen war. Da- 
mals brachte er auch ein Paar Genrebilder vor das Publikum: eine 
Frau mit dem Iiinde auf dem Arme in einer Landschaft. und das 
Bildniss eines Bauern Mädchens aus der Gegend von Starnbcrg. 
Ein späteres Gemälde stellt die Flucht nach Aegypten dar. Ne- 
benbei malte der Graf auch mehrere Bildnisse von Verwand- 
ten und Freunden. Darunter ist auch jenes des ehrwürdigen 
Bischofs Joh. Michael _Sailer, welches Hanfsti-ingel lithographirt 
hat. Zu liiefersfelden. in der Iiapßllß, wo Iiönig Otto von Grie- 
chenland von seinem Vaterlande Abschied nahm, ist vom Grafen 
Seinslieim ein schönes Altarbild, Welches den hl. Otlv mit St. Lud- 
wig und St. 'I'heresia vorstellt, in sinnigcr Beziehung auf den 
jungen Iiiinig und die ltöniglichen Eltern, und Bildnisse der dar- 
gestellten hohen Personen. Graf von Seinsheim ist fortwährend
        

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