Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1797970
Sedelmayer, 
Jeremias 
Jakob. 
1 95 
Sedelmüyer, JBPGKIIIBS Jillriül), Zeichner, Maler und Jiupfer- 
stechelj, wurde_170lt zu Augsburg geboren, und diiselbst von Pfcllel 
unterrichtet. MitTalent begabt machte er bald grosse Fortschritte, 
die aber der Meister eher zu hemmen, als zu fördern suchte, 
gesellt auch, dass er Vortheil daraus zog. Seclelmayer zeichnete 
sehr gut nach der Weise des B. La Fage, und wusste schon in 
Augsburg den Stichel und die Nadel wohl zu handhaben. Allein 
die Behandlung PfeffePs zwang ihn noch vor Ablauf der langen 
Lehrzeit zur Flucht nach Wien, wo ihn der Miniaturmaler Iieuliel 
ßülllilllm, und Caspar Fiissly in warxnerFreundscbaft ihm zugethan 
war. So wie in Augsburg, so malte Sedclmayer auch in Wien 
Portraite in Miniatur, und andere Darstellungen in Wasser- 
farben. Auch schöne Zeichnungen hinterliess er, die meistens mit 
der Feder ausgeführt und in Tusch behandelt sind. Eine solche 
Zeichnung, Christus am ltireuze mit Maria und Johannes vorstel- 
lend, war bis 1359 in der Sammlung des Direktors Spengler in 
Copenhagen. Der Künstler befasste sich aber in Wien noch 
mehr mit dem Stiche; allein er war auch hier nicht glücklich, 
Er stach neben anderen Bildern auch die vonD.Gran in der kaiser- 
lichen Bibliothek gemalten Plafonds, da sie Wincltelmann bewun- 
dert hatte. Er legte die ersten Platten dem liaiser vor, dem sie 
ebenfalls gefielen, bis endlich ein Minister zum Nachtheile des 
liiinstler sprach. Diess machte den liaiser für den armen Sedel- 
mayer ganz gleichgültig. und er blieb nach vielen Ausgaben ohne 
Unterstützung. Es erschien desswegen nur der erste Theil der 
Malereien in der-Bibliothek, in 15 Blättern, wovon fiinf von unserm 
Ixunstler, die anderen von  sind. Das Misslingen dieser 
Arbeit und andere Unglücksfälle erzeugten in ihm eine Geniiilhs- 
lßranhlieit, die zuletzt in Wahnsinn ausartete, in Folge dessen er 
fZÖl 111 Augsburg im lrrenhause starb. Als Kiinstleriverdient er 
fiir seine Zeit grosse Beachtung, so dass man ihn neben Schmutzer 
setzen kann. 
1) Kaiser Carl VL, fol- 
2) Das Bildniss des Bischofs von Passau, mit historischen Bei- 
werlten, nach D. Gran, fol. 
5) Der Cardinal von Iiollonitz, fol. 
4l Christian Wolf, nach G. Boy, l-il- fol- 
5) Pietro Giannone. ohne Namen des Malers, kl. fol. 
Ö) Graf von Harrach, fol.  
7) Die Statue des Prinzen Engen, fol. 
8) Medaillen des Franz von Lothringen, wie [die Geschichte 
seine '1'haten aufzeichnet, fol. 
Q) Die Madonna als Gonsolatrix afflicliorum, lil. fol. 
10) Der Tod des hl. Joseph, fol. 
11) Die hl. Iiosalia, nach A. D. Bertoli, radirt und mit dem 
Stichel rollendet, ein schönes Blatt, fol. 
12) Die hl. Theresin, nach Bertoli, fol. 
15) Si- Anna. welche die Maria lesen lehrt, fol. 
14) Persens enthauptet die Mediisa, nach Bertoli, gr- fol- 
15) Eine Pallas. nach demselben, fol.  
16) Die Gerechtigkeit auf dein Throne von allegorischen Figu- 
ren umgeben, fol, , 
. 17) Die Zeit entfiihrt die Wahrheit, nach Solimena, fol. 
I8) Drei andere allegorische Darstellungen. nach Solimena. 
Das eine dieser seltenen Blätter wurde als Titel zu den 
wTragetllC Christianes des Herzogs AnnibJVIarchese benützt. 
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