Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1797709
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bcopas. 
Im Inneren des Tempels der Athena Aln-a zu Tegea war 
die Göttin auf einer Biga vorgestellt und daneben sah man die 
Statuen des Aesculap und der Hygea aus penlelisclnem Mar- 
mur. Das Ismenium zu 'l'l1ebex1 laewuhrte vun Scopas ebenfalls ein 
Bild der Allnena, und ein drittes sah man .zu' Cniclm, welches 
aber nach Pliuius durch die berühmte Venus cles Praxitelcs ver- 
duxxlielt wurde.  
Die Statuen des Aesctzlnp und der H ygea fertigte er zum 
zweiten lYlale liir den Tempel des (Suttes zu Gurtys in Arlsaclien. 
Aslxlepios erschien hier jngenzllicln und unbiirtig. wiiltrend er 
später die Form eines reifen Mannes von Zeusiiltltlicltexxt Antlitz 
erhielt. Die Hygea war als Jungfrau vun besonders blühenden 
Formen mit; dem Gotte gruppirt. 
Eine Statue der Artemis sah man in ihrem Tempel zu Theben, 
welcher Pausanins den Beinmnen ulhltia gab. Auch Lucian cr- 
Wviiltnt einer Statue der Artetnls. 
In Argus sah_ Pausanias eine lleltatc von Marmor in ihrem 
Tempel, wo von Praxitcles ein Erzhiltl dieser Unhcinilichcn wnr. 
lin (iymnasiuin zu Syhion war nach Pausanias ein Herakles 
von lYlnrmur aufgerichtet. 
Eines der l-lauptwerlie des lllcisiers war die Colossalc Statue 
des Mars im 'l'emyel des Brutus Callaicus nin Circus Flaminius 
inllom, wovon Pliiiius sagt, dass er siizentl dargestellt sei. Ueher 
die Coiiccplitin dieses Bildes wissen wir nichts, O. lVliiller glaubt 
aber, der Künstler habe sich ihn ausruhend in milder Stimmung 
gedacht, welches auch der Sinn einer noch vorhandenen Haupt- 
statne zu scyn scheint, in der uns vielleicht eine Cupie des Scupas 
erhalten ist. Es ist dicss der Mars Luduvisi, Perricr 58.; Maffei 
llaccoltxi ÖO. 67.; liimnesi Statue 16.; llÄllochette. M. J. P1. 11. 
Letzterer hält ihn tiir einen trauernden Achill, llirt für einen 
Horns. 
In den Servilischen Gärten zu Rom war zu Plinius Zeit eine 
sitzende Vesta iiiit zwei Chainetären, und zwei ganz ähnliche 
 sah man unter den Denkmälern des Asinius Pollio, wo auch die 
Canephoren des Meisters aufgestellt waren. 
Dann spricht Pliuius auch von der Statue eines Janus, die 
Augustus aus Aegyplen nach Rom brachte. und im Tempel des 
Gottes aufgestellt war. Allein man stritt sich, ob diese Statue von 
derHand des Scopas oder Praxiteles sei. 
Dieses war namentlich auch mit der berühmten Gruppe der 
Niobe der Fall, welche sich zu Ilom iiii Tempel des Apollo 
Sosianus befand. So wie die römischen liunstkenner nicht wussten, 
ob sie ein Werk des Praxiteles oder des Scupas sei, so wussten 
sie auclunicht, woher diese Gruppe nach Rom gekommen. Plinins 
spricht sich über den Meister nicht bestimmt aus, die Epigramitie 
(Antb. Palat. App. ll- 661. Plan. lV- 129. Ausnnius Epit. Her. 28.) 
stimmen aber für Praxiteles. Auf diese Autorität hin haben einige 
Neuere die Gruppe diesem Meister zugeschrieben, während andere, 
die Ungewissheit der römischen Iiunstkenner ins Auge fassend, 
sich mehr iiir den Scupas entschieden. Dagegen haben die Wei- 
marer Herausgeber der Werlie Winchelmanifs beide Ansichten 
verworfen, indem sie zu. beweisen suchten, dass die Gruppe der 
Niobe weder von Scopas, noch von Praxiteles herrühren könne, 
ohne zu bedenken, dass es doch zu gewagt sei, den römischen 
Archäologen zu Plinius Zeit ein so geringes Iiunsturtheil zu zu- 
trauen, und zwar im Angesichts von vielen Origiiialwerlsen jener
        

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