Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1796122
Schvandolph , 
Johann. 
 II-m Jahre 181141 wurde dem liiintsler ein Auftrag zu Theil, der 
zu den grossartigsten unserer Zeit gehört. König Ludivig halte 
in seinem hochherzigen Sinnebeschlossen die Dome in ßHlnbv-rg 
und Speier mit Frescomalcreien zieren zu lassen, und auf die Em- 
ptehlung des Professors Ü. Hess übertrug der liiönig dem Johann 
Schraudtilpfi die Ausmalung des Doms zu Spcier, welcher einen 
reichen Bildcrcylaltis auf Goldgrund im Sinne älterer christlicher 
Kunst umfassen wird. Der Iiiinstler begab sich desswegen gegen 
Ende des Jahres 187451 nach Italien, um Studien zu machen. und 
nach seiner [iiiclsliehr ging er unverweilt an den Entwurf der 
Zeichnungen, da das Werk im Jahre  vollendet seyn muss. 
Der Dom ist im byzantinischen, oder vielmehr im romanischen 
Style erbaut. worin sich das cigentbiimliche System der gewölbten 
Basililsen auf edle und bedeutsame VVcise kund gibt, und demge- 
miiss auch der Bilderschmucls geordnet werden muss. Das .115 F. 
lange Hauptschiff nimmt Darstellungen aus dem Leben Wlariä auf, 
mit Efiguren in colossalen Verhältnissen, und als Einleitung dazu, 
in symbolischer Beziehung auf Maria, dienen mehrere Darstel- 
lungen aus dem alten Testamente. Es ist diess der Sündenfall, 
Noah's Danhopfer, die Verheissilng an Abraham, Moses vor dem 
brennenden Busche, die Bundeslade durch den Jordan getragen, 
Salomon's Tempelweihc, Elias aus der aufsteigenden Wollte-liegen 
prophezeihend, das heilige Feuer und die Bundeslaile im Gebirge 
verborgen, und das maccabäische Weib mit ihren sieben Söhnen. 
Auf diese einleitenden, und sich auf Maria und die Erlösung durch 
ihren göttlichen Sohn beziehenden Bilder folgen dann die 
Hauptscenen aus dem Leben der Guttesmuttcr in zehn Fuss hohen 
Figuren. Die Bilderreihe zieht sich nach dem Chore hin, wo wir 
rechts die heilige Maria mit dem Leichnalime des Sohnes auf dem 
Schoosse im höchsten Schmerze erblichen. Dann folgt das Bild 
ihres Todes mit den vier Iiirchenlehrern, das Begriibniss der Ent- 
scblafenen, ihre Himmelfahrt und endlich die Krönung durch den 
göttlichen Sohn, das Hauptgemiilcle des ganzen Cyklus. der damit 
im hoben Chore seinen Abschluss findet. Dieses Gemälde wird 
75F. lang und 41 F. hoch. Die sitzenden Gestalten des Heilandes 
und der verklärten lVIutter erhalten eine Höhe von m; Fuss. Um 
sie schwebt ein Halbkreis dertlieblichsten Engel, so wie die Bilder 
CliCSES Domes überhaupt reich an himmlisch schönen Figuren sind. 
Im Gurte über der Krönung Maria erscheinen die neun Chöre 
der Engel, und in_ dem zweiten Gurte das Lamm auf dem Buche 
mit den sieben Siegeln, von vier verelirenden Engeln umgeben. 
Da wo die Wölbung des Gurtes beginnt sieht man vier Figuren 
aus dem neuen Testamente. 
Das rechte Hreuzschiff werden vier Darstellungen aus dem 
Leben des heil. Bernhard zieren, und im linken lireuzchor ent- 
sprechen diesen ebenso viele Bilder aus dem Leben des hl. Pabstes 
Stephan. Rechts und links in den Nischen der lireuzarmc werden 
die sieben Sakramente dargestellt, und den übrigen achten Baum 
fiillt Christus aus, als Ertheiler der Vollmacht zur Ausspendung 
derselben. ln der Kuppel, an deren Eckpfeiler die vier Evange- 
listen angebracht werden , findet die Sendung des heiligen Geistes 
Baum. Die Vollendung dieser bereits in Zeichnung vorhandenen 
Bilder steht erst nach Verlauf von mehreren Jahren in Aussicht, 
Gott gebe aber demWerke Gedeihen. 
Einige Gemälde und Zeichnungen dieses Meisters sind auch 
in Nachbildungen vorhanden. Zu den frühesten gehört eine Bil- 
derbihel mit dem Einzel auf Stein gezeichnet. Diese: Werk er.
        

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