Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1796118
Schvaudolph, 
Johann. 
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Heinrich Hess. Die Compositionen der historischen Bilder, die 
jetzt in diesen Fenstern in voller Farbenpracht erscheinen, Sind 
von Schraudolphulliischer und Ch. Buben, und später kam auch W. 
Böchel hinzu. Von Schraudolph allein erfunden ist das Gemälde, 
Wo Maria in den Tempel geführt wird, an den Darstellungen dßl" 
Geburt Christi, der Ileimsuchnng lllariii, der Iireuztragung, des 
Todes der bdaria hat. auch J. Fischer Theil, der hier als der jün- 
gere nahen Schraudolph erscheint. Die Ornamente sind alle von 
Ainmiiller cnmpnnirt, dem berühmten Inspektor der Glasmalerei- 
Anstalt in lYliinchen, die jetzt als die erste ihrer Art bezeichnet 
werden muss. F. Fggert gab die bildlichen Darstellungen dieser 
herrlichen Fenster in lithographirter Nachbildung heraus , und lie- 
ferte hierin selbst ein Prachlwerk. 
Dann hat Schraudnlph auch an den Fcnstergemiilden Theil, 
welche später in eine liirche nach England kamen (liilendown), 
und die ebenfalls aus der genannten Anstalt ltervorgingen, Es 
sind diess im Ganzen sieben Glasfenster, wovon jene des Chores 
Lucas Schraudolph gemalt hat. Sie stellt-n, von Johann Schrau- 
dolph cnmponirt, Maria mit dem liinde und die Apostel Petrus 
und Paulus dar. Die vier anderen Fenster enthalten Gestalten 
englischer Könige von J. Fischers Conxpositiun. Im Jahre 184]; 
kamen sie an Ort und Stelle. 
Dann war Schraudulph auch in der Basilica des hl. Bonifacius 
thätig. wo Prof. Hess einen neuen lireis seinerThütight-it gewann. 
S0 wie in der Allerheiligen-Kirche, so konnte er auch hier den 
ganzen Reichthum der Bilder nicht allein entwickeln, und musste 
daher Gehiilfen wählen, unterwelchen Schraudolph zuerst genannt 
werden muss. Er componirte da mehrere Bilder- und fiihrte 
sie auch in Fresco aus. Sein Werk ist die Predigt des hl. Boni- 
facius unter den Friesen, dessen VVeihe zum Bilchofe, die Salbung 
Pipin's zum Frankenkönig, die Wodans-Eiche und der Tod des 
heiligen Bonifacius. 
Hierauf miissen wir mehrerer Oelgemälde gedenken. die 
nicht minder einen ausgezeichneten Künstler verrathen, und durch 
ungemeine Zartheit und Lieblichheit ansprechen. Das griisste ist 
eine thronende Maria mit vier En rein in einer Iiirche bei Darm- 
stadt. König Ludwig erwarb 1820 ebenfalls eine Madonna mit 
dem Rinde, und ein liebliche: Bild der heil. Agnes. Ein e'tw'as 
früheres Gemälde mit Maria und dem Jesuskixide kam durch den 
Prinzen Carl von Bayern in den Besitz der höchstseligen Königin 
Caroline, und durch Vermächtnisr- der letzteren erhielt es das Fräu- 
lein liellerhoven, Iiammerjungfer der Entschlatenen. Dieses zarte 
Bild ist durch den Stahlstich bekannt, und ein zweites Madonnen- 
bild im Besitze des Lithographexi Hohe durch die Lithographie 
des letzteren. Der Graf von Belvese zu Paris erwarb in letzterer 
Zeit ein ausgezeichnet schönes Staiiieleigeniülde mit Figuren in fast 
halber Lebensgriisse. Sie stellen Bnth und Naiimi aufder Bück- 
kehr nach Bethlehem dar. Der geheime Rath .von Iilenze besitzt 
die Oelskizzen zu den oben gehanntcn Bildern in der Basiliea 
des h]. Bonifacius. 1m Jahre 18514 malte er im Auftrage des Her- 
zogs von Leuchtenberg liir eine griechische Capelle in Serjcfshi 
Iunf Bilder auf Goldgrunrl. Der mittlere Theil nimmt das Abend- 
mahl ein. und zu den Seiten sind auf einzelnen 'l"al'eln etwas um" 
Lebensgrösse die Bilder des Lieilandes, der die Kleinen segnel. 
11ml der Maria mit dem Jesuskindc. Die beiden Seitenbilclrr 
Stellen lcbensgrosse Engel dar, wvovon der eine als Pilger gelileldüi 
9111m Knaben führt, der andere mit dem Rauchfasse erscheint.
        

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