Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1796107
Schraudolph , 
Johann. 
von seinem Vater Tgnaz, und iihte es selbst etliche Jahre. 
Nach dem Qirpiele seines Vaters, der auch in Oel uralte, pflegte 
er aber von jeher auch die Zeichenkunst, und als der junge 
Sßltfßtltlüillf zuletzt im Besitze der nöthigen Vorkenntnisse sich 
53h, Hin an einer Akademie sich der Malerei widmen zu 
können, ging er zu diesem Zwecke 1825 nach München. Er he- 
Suclite (la ein Jahr die Akademie der Künste, wo er der besonderen 
Leitung des Professors Schlothaucr sich erfreute. Nach Verlauf 
dieser Frist nahm ihn der genannte Meister in sein Atelier auf, 
wo sich jetzt Schraudolph im lYlalen und im Modelliren iihte. 
Aus dieser Zeit stammt ein schönes Basrelief, welches die Christ- 
nacht vorstellt, in ähnlicher Weise, wie das liebliche Gemälde des 
Professors H. Hess, indem nämlich Engel das fiind auf die Erde 
licrab bringen. Ein Gemälde dieser seiner früheren Zeit besitzt 
eine bekannte Iiiinstfreundin, Fräulein Linder in München. Diese: 
Bild stellt die Verkündigung Mariii dar, bereits ein Werk in streng 
religiösem Style. Nach Vollendung dieser Werke trat der Zeit- 
pllnlit Ein. in welchem Schraudolph mit Professor H. HPSS Indie- 
i-iihrung kam. Damals fasste König Ludwig den grossartigen 
Gedanken, die im Dome zu Regensburg fehlenden gemalten Fen- 
ster zu ersetzt-n, und der liaufniann Schwarz aus Nürnberg und 
Sigmund Frank in München traten dabei in Concurrenz. Professur 
Hess entwarf fiir Schwarz dic Zeichnungen zu dein historischen 
Tlirilii des Fcnsters und empfahl unsern Scliraudolph zur Aus- 
führung des Cartons. Dieses Fenster ist das erste, welches iiu 
Dome eingesetzt wurde, Schwarz lieferte aber kein zweites mehr, 
indem bekanntlich Frank die Iiuiist der Glasmalerei auf eine 
höhere Stufe brachte. Hierauf malte Schraudolph unter Schlo- 
tiiauer's Leitung in der k. Glypothek, um sich in derTechnik der 
I-"rescomalerei zu iiben , und die Vortheile, welche er dadurch er- 
rang, setzten ihn dann in den Stand, in der ehemaligen englischen 
Capelle. welche in einem Privatliause eingerichtet wurde. WelChCS 
jetzt im Besitze des Prinzen von Altenhurg sich befindet, ähnliche 
Arbeiten zu unternehmen. Er malte da an der Decke nßCll C. 
Eberhardk Entwurf Christus und die vier Evangelisten, letztere 
in den Ecken. 
Nach Vollendung dieser Malereien verband sich Schraiidolph 
mit Professor Heinrich lless, welcher bei seinen grosrartigen 
Afbßjlßtl in der Allerlieiligenliirche und in der Basilica des heil. 
lftinlläcius an unserm l-iiinstler einen der tiichtigsten Geliiillen 
falld- DieAusschmiickung der ersteren dieser beidenPraclitkirchen 
begann 1852. und jetzt umfasst sie in ihrem Bilrlersclimuclse ein 
erliabcnes religiöses Epos. Schraudolph compoiiirte und zeichnete 
unter beitung seines Meisters einige Bilder in den lliiumen der 
Allerheiligcdliirclie; und andere sind von Joseph Binder, Max 
_Seitz. parl hoch. J. B. Miillc-r und J. Moralt, welche hier all: 
im Geiste des hleisters arbeiteten, so dass die Malereien dieser 
Kirche ein grossartiges Ganze bilden. Scliraudolph coinponirte 
und malte Moses mit den Gesetztafcln, Itloses am Felsen, David 
mit der Harfe, Saul als Iiönig, Samuel, Josuah. und die Evange- 
listen Marcus und Liicas. Zu dem von J. B. Müller gemalten 
Bilde der sieben Gaben des heil. Geistes fertigte Schraudolph den 
Carton. Schreiner hat die Gemälde dieser liirche litlmgrapliirt. 
Hierauf wurde im Auftrage des liiinigs Ludwig die neue, ini alt. 
deutschen Style von Oliltnüller erbaute Pfarrltirclie in der Vorstadt 
Au mit gemalten Fenstern geziert, und die Aiisliilirung derselben 
erfolgte unter Leitung des Direktors von Giirtner und des Prof.
        

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