Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1797217
Schwarz , 
Christoph. 
H9 
stoph Schwarz geclingt habe, wobei dieser 60 Denare in die Lade 
gab. Schwarz müsste demnach 10 Jahre alt gewesen seyn, W89 
_aum anzunehmen ist. Später begab sich der Künstler nach Ita- 
lien, Wo er nach Lanzi's Behauptung in Venedig mit Emanuel Te- 
desco einer derjenigen Schüler Titian's gewesen seyn soll, die den 
Geschmack der venetianischen Schule nach Deutschland verpflanz- 
ten. Lanzi folgte bei dieser Angabe, wie es scheint. dem llidolti, 
welcher in den Maraviglie dell' arte etc. Venezia 1648. I. 204 sagt, 
Schwarz sei einer jener Nordliinder, die in Venedig die weniger 
gute Manier mit den Vorzügen dieser Schule vertauscht haben. Al- 
ein es kann diess Christoph Schwarz nicht seyn, sondern Jan 
Swart (Joh. Schwarz) von Gröningen, der ein Zeitgenosse des Joh. 
Schoorel und des Emanuelo Todesco (Nic. Manuel Deutsch) war. 
aber nicht Christoforo Swarts. wie die Italiener unsern Meister 
nennen. Dass Schwarz nicht Titian's Schüler seyn konnte, bewei- 
ßet auch der Umstand, dass er erst kurz vor dem Tode 'Titian's 
seine Lehrzeit in München erstanden haben konnte. Dann war 
ja eher Tintoretto sein Vorbild, welchen er nachzuahmen strebte. wo- 
bei er allerdings von der venetianischen Manier viel nach Deutsch- 
land brachte. Er erregte durch seinen Heichthum der Composition, 
durch seine frische Färbung und durch Leichtigkeitl der Behand- 
lung Aufsehen, welche den VVerken der früheren deutschen Schule 
gegenüber durch Neuheit gefiel. Er konnte daher nach seiner 
Rückkehr in Deutschland bald Ruf erwerben. da sich auch gute 
Kupferstecher zur Verviellältigung seiner Werke fanden. Der 
Hof in München nahm ihn bereitwillig auf, da Herzog Wil- 
hclm V. zur Ausschmückung der von ihm erbauten Iiirchc der Je- 
suiten guter Künstler bedurfte, und der bayerische Hofmaler Schwarz 
war noch ein Jüngling, als man ihn den deutschen Rafael nannte. 
Wann er nach Italien gegangen, ist- nicht bekannt, dass er 1576 
in München bereits der Malerzunft einverleibt wer, wissen wir 
aber aus einem Zunftzettel, der wahrscheinlich zum ersten Male 
seinen Namen enthält. Die Zunft fühlte sich in der Folge durch 
ihn sehr geehrt. Im Zunftbuche stand eigends bemerkt: wChristoph 
Schwarz ist Patteran jber alle Maler zu Deitzlandtm Und Schwartz 
schrieb dazu: nZu merer Gedächtnuss hab ich mich Christoph 
Schwarz zugeschriebene 
Ch. Schwarz hinterliess viele Werke, obgleich er nur ein Alter 
von 44 Jahren erreichte, wie man gewöhnlich annimmt. was aber 
irrig ist, da sich Zeichnungen von 1597 finden sollen. Schwarz 
starb aber in diesem Jahre, denn Lipowsky fand in einem Manu- 
scripte des Freiherrn von Aretin, dass 1597 der Wittwe des Mei- 
sters, der Catharina Schwarü), 200 Gulden für vier gemalte Stu- 
cke, und 100 Gulden für einen heil. Andreas ausbezahlt worden 
seyen. Diese Summen sind wahrscheinlich für Werke Ch. Schwar- 
zens ausgegeben worden, da sie für damalige Zeit sehr ansehnlich 
sind. Selbst die Zeichnungen, die gewöhnlich auf weisshches Na- 
turnapier mit der Feder entworfen, dann ausgetuscht um? gqua- 
rellirt sind, wurden dem Meister gut bezahlt, wie diess mit jenen 
 Diese Frau ist vielleicht die oben genannte Malerin Catha- 
rina Schwarz, so dass ihr die Summen für eigenhändig ge- 
malte Bilder ausbezahlt worden seyn könnten, Wenn nicht die 
Preise für damalige Zeit zu hoch schienen. Der St. Andreas 
könntn die Kreuzigung dieses Heiligen HI der Jesuitcnlßirßh! 
scyn.
        

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