Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1797131
Schwanthaler , 
Ludwig 
111 
Im Dome zu Bamberg ist das Erzbild eines Christus um 
Kreuze im byzantinischen Style, mit dem traditionellen Hocke, 
aber nur nach: Schwanthalefs Modell von anderer Hand ausge- 
fiihrt. Diess ist auch mit den Erzbildern der Heiligen Rupert und 
Beno der Fall, die 13.39 am Brunnen vor dem neuen Brunnen- 
hause in Beichenhall aufgestellt wurden. 
In diesen Bereich gehört auch der Auftrag des Kronprinzen 
Maximilian von Bayern zu einem grossen Tafelservice, wozu 
Schvvanthaler die Aufsätze, Inspektor Zieblund Leuchter, Gefässe 
und das Uebrige zeichnete. Unser Meister bediente sich bei die- 
ser Gelegenheit seiner Schiller Balbach, Gröbner. Heer, Westen, 
und des Bildhauers Widninann. Diese Iiiinstler fertigten unter 
seiner Aulsicht sieben Tafelaufsätze, wovon jener, dessen Bildwerke 
dem Iireise der Heroen der Nibelungen entnommen sind, das Cen- 
trum bildet. Ein Eichstamrn trägt auf seinem Gipfel die Gestal- 
ten von Siegfried und Dietrich von Bern, von Jungen mit Em- 
blemen der Ritterschaft umgeben. Unter ihnen sind die Nibelun- 
gen und Amelungen mit Tiinkhörnern und Waffen einander 
griissend, und ganz unten sieht man die Ungeheuer, Riesen und 
Drachen gebunden. Zwölf phantastisch geformte Leuchterarme 
umgeben das mittlere Geschoss. Dieses Werk ist im Iiuustblatte 
18-i5 Nro. g genau beschrieben. 
Im Schlosse des Grafen von Schönborn zu Gaibach sind zwei 
frühere Gypsreliefs: Schiller von den Grazien bekränzt und dessen 
Aufnahme in den Olymp. Diess sind Jugendarbeiten des Meisters. 
Die iiberlebensgrossen Statuen der berühmtesten Maler nach 
älteren Bildnissen und im Costiime der Zeit, auf der Attika der 
k. Pinakothek zu MiinchenL sind ebenfallsvon verschiedenen 
Bildhauern nach kleinen Modellen unsers Künstlers in Kalkstein 
ausgeführt. Der Kaiser Nicolaus von Russland liess diese Statuen 
,im lileinen in Erz giessen. 
Auch zu den 9.1 Fuss hohen Statuen der acht Kreise Bayerns 
auf derAttiha des Portikus des Saalbaues und zu den zwei Löwen zu 
den Seiten derselben, lieferte Schwanthaler nur ganz kleine Modelle, 
nach Welchen dann die grossen Bilder ausgeführt wurden. Sie 
nehmen seit 1357, ihren Standpunkt ein. und sind jetzt nur von 
historischer Seite zu betrachten, da mittlerweile das Land eine 
andere Eintheilungerhielt.   
Die vier colossalen Statuen, welche an der äusseren Treppe 
der k. Bibliothek in München sitzen, sind ebenfalls nach kleinen 
Modellen Schwanthaler's von anderen Bildhauern im Grossen aus- 
geführt, wie dieses auch mit einigen anderen Statuen der Fall ist, 
welche königliche Gebäude zieren. 
Das DonausMain-Monurnent, dessen wir oben S. 108in derReihe 
monumentaler Arbeiten erwähnt haben, sollte ebenfalls erst hier 
seine Classification finden, weil Schwanthaler die Modelle in hal- 
cer Grösse dazu lieferte, und die Ausführung im Grossen anderen 
Bildhauern überlassen blieb. 
Diese Fiille von Arbeiten ergibt sich aus der ununterbroche- 
nen Thätiglieit und dem gänzlich zuriickgezogenen Leben des 
edlen Meisters während 20 Jahren, und wird durch Slrenge Sun- 
derung seiner vun ihm selbst ausgeführten Arbeiten und jener, 
dle nach seinen Skizzen und Modellen entstanden, am 5955m" er- 
liliifl- Nur dadurch, dass er Gmliüllcn suchte, wurde es ihm mög-
        

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