Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1797105
ms 
Schwanthaler , 
Ludwig 
VOD- 
stellung nicht angehören. Das eine, in der k. Giesserei zu Miin- 
chen von Miller in Erz gegossen. bildet einen Brunnen, der selbst 
in seinem architektonischen Theile xvon Schwanthaler angegeben 
ist. Mnn sieht dh die allegorischen Gestalten der vier Haupt- 
fliisse OesterreicHs: der Donau, Weichsel, Elbe und des Po, und 
über ihnen auf einem Capitiil steht Ausu-ia mit Lanze und Schild. 
Dieser grosse Brunnen ist seit 1846 eine Zierde der Freiung zu 
Wien und ein Werk, welches sich den benannten monumenta- 
len Arbeiten durch Phanthasie und strenge Vollendung würdig an 
reiht.  
Das zweite Werk dieser Art, aber nur nach Schwanthalefs 
kleineren lYlodellen von Brugger, Saalemann, Horchler, Hiinle 
und Herwegh in Kalkstein ausgeführt, ist ein Denkmal auf die 
Ausführung des Donan-Main-Canals. Es besteht in einer culos- 
snlen Gruppe von allegorischen Figuren: wie die Donau und der 
Main, auf ihre Urnen gestützt, sich die Hände zum grossen Un- 
ternehmen reichen, und die Statuen des Handels und der Schilf- 
fahrt sich ihnen beigesellen. 
B. Bildwerke von feinster Vollendung, sogenannte 
 Cabinetsarbeiten. 
Obwohl Schwanthalefs Hauptverdienst in den grossen monu- 
mentalen VVerlien sich kundgeben dürfte, da derselbe hierin seine 
meiste Beschäftigung fand, so sind doch auch die folgenden Ar- 
beiten, und besonders desshalb sehr interessant, weil sie mehr 
als andere der Hand des Meisters angehören, da bei monumenta- 
len Arbeiten grössere Beihülfe nothwexidig ist, Die Werbe die- 
ser zweiten Abtheilung sinrl aber mit grösster Liebe von ihm selbst 
vollendet. und geben somit auch Zengniss von seiner hohen tech- 
nischen Meisterschaft, während er zu den Bildwerken der Abthei- 
lung C. nur Skizzen und Zeichnungen lieferte, und bisweilen die 
Ausführung nicht einmal überwachen konnte. 
Unter den Bildwerlsen dieser Art nennen wir zuerst die Bas- 
reliefs, welche zum Theil Friese bilden, die schon weiter oben 
S. 101  102 näher erwähnt sind. Jene im Thronsaale des Iiö- 
nigsbaues enthalten Darstellungen aus Pinclar. die anderen im 
'zweiten Stockwerke daselbst geben in ihrer! Bildern den Mythos 
der Aphrodite. Im Saalbau der Residenz ist der Kreuzzug des 
Kaisers Barbarossa dargestellt. 
Hier müssen wir auch ein Jugendwerk des Meisters nennen, 
den Fries mit den Darstellungen aus dem Mythos des Bacchus im 
Palaste des Herzogs Maximilian in Bayern, S, 99 erwähnt.  
Werke von grösster Schönheit sind ferner vier Reliefs in Gyps 
mit Figuren in halber Lebensgrösse im Besitze der Herren Bois-_ 
seröe, bekannter Iiunstfreunde. xDas eine derselben, St. Georg 
mit dem Drachen vor der hl. Nlargaretha, ist durch den Stich be- 
kannt. Das zweite stellt die hl. Doruthea dar, und im dritten ist 
St. Apollinaris geschildert, wie er einen Kranken heilt. Das vierte 
Belief ist das grösste von allen, da es sich bei gleicher Hohe mit 
den genannten bedeutend in die Länge zieht. Es stellt den heil. 
Egidius dar, wie er durch die Jagd in seinen heiligen Betrach- 
tungen gestört, mit dem llehe aus seiner Höhle liervortritt. 
Im Besitze des Prinzen Carl von Bayern ist ein ausgezeichnet 
schönes, mit grösstem Fieissc in carrarischein TVIai-rnor ausgeführtes 
kleines Bild, welches den leidenden Philolatet aufLemnus vor- 
stellt.
        

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