Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1797097
Schwanthaler , 
Ludwig 
VOR. 
10T 
Im Jahre tBAlI beschloss die Stadt Frankfurt ihrem großsßü 
Bürger Gotha ein Monument in Erz zu setzen, und wählte unsern 
liiiIv-stler zurAustiibrung. Er stellte denDichter stehend mitdcm Lor- 
beerlsranz in der Linken in stolzer Ruhe an einen Baum lgelebnt 
dar, mit dem Haupte in majestiitischer Haltung. Das Piedestal ist 
reich mit lleliefs geziert, deren Nlittelpunkt die allegorischen 
Figuren der Wissenschaft, und der lyrischen und dramatischen 
Poesie bilden, welchen sich zu beiden Seiten die vorziiglichstcn 
Gestalten der poetischen Schöpfungen Göthe's nähern. Die Eut- 
hiillung dieses Monumeutes fand tßftfyain Geburtstage des Dich- 
ters statt.  
Das Monument, welches Königlludwig dem Ruhme Jean Paul's 
in Bayreuth setzen liess  wurde 13:11 von Stiglmayer in Erz ge- 
gossen. Wie Giithe. so erscheint auch er in einfachem Hocke, die 
Iiosenltnospe im linopfloche belestiget, zur Erinnerung an eine 
Gewohnheit des Dichters, den man nie oder selten ohne tdiese, 
oder eine ähnliche Blume sah. In der Linlten hält er das Notiz- 
buch und den Stift in der erhobenen Rechten, als wenn er so 
eben einen (Er-danken tiietlerztischreiben beginnen würde. Die 
Enthüllung dieäel X0 Fuss hohen Statue fiel im November des 
Jahres 18H. 
Später fertigte der liiinstler die Statue des Markgrafen Fried- 
rich Alexantlr-r von Brandenburg, des Stifters der Universität Er- 
langen, welche m45 das JubilE-iuizi feierte. Auch diese Statue des 
Markgrafen ist colossal und in Erz gegossen, jetzt eine Zierde 
Erlangens. 
In München _sieht man ebenfalls drei Erzstatuen nach Schwan- 
thalefs Modellen von Miller gegossen, alle in colossalen Ver- 
hältnissen. Zwei derselben stehen in der Feldherrcnhalle, wel- 
che nach diesen den Namen erhalten hat. 'Es sind diess die Sta- 
tuen Tilly's und Wrede's, zweier grossen Heerfiihrer, der eine im 
Costüm des 17. Jahrhunderts, der andere in der Uniform aus der 
Zeit der deutschen ßefreiungshriege, auf hohen Piedestalen mit 
Inschriften nach der Angabe des Königs. Diese beiden Statuen 
wurden 1843 aufgestellt, und 1815 die dritte, welche dem Anden- 
lten des Baron von lireitmayer, des Verfassers des Codex Max. 
bav., gewidmet ist. Der berühmte Gesetzgeber ist im Costiime 
seinerzeit dargestellt, mit dem Buche in der Hand, und zu seinen 
Fiissen liegen andere Bände seines Codex. Diese colossale Statue 
wurde aus Nationalbeiträgen errichtet. 
Nach Schweden ltam in neuester Zeit ebenfalls eine Erzstatue 
nach dem Modelle Schwanthalefs von Miller gegossen, das 12 
Fuss hohe Standbild des liiinigs Carl Johann XlV (Bernadotte) 
in der Uniform des Feldmarschalls, in Norrltöping aufgestellt.  
Andere Erzstatuen sind nach Böhmen bestimmt, werden aber 
erst in einer Reihe von Jahren ausgeführt. Ein reicher Privat- 
mann, Herr Veith auf Lihoch, beahsichtiget den Bau einer böhmi- 
schen National-Halle, in welcher Statuen berühmter Böhmen Platz 
finden werden. Die Statue Otacafs ist bereits in Bronze aus- 
geführt.  
Schliesslich erwähnen wir in dieser Abtheilung monumentaler 
Werke noch zweier anderer, welche dem Kreise iltonischer Dar- 
 
 Anfangs sollte aus Privatmitteln dem Dichter ein Monument 
gesetzt werden, allein der König übernahm Svgleich die wei- 
tere Sorge. 
        

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