Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1797074
Schwanthalcr, 
Ludwig 
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Marmor fxusgefiihrt. Dieser Statuen-Cyclus wurdt! IBSÖ Vßllßndcf, 
und somit fällt er in die frühere Zeit unsers Meistens. 
In diese Periode gehören auch die zwei colossalen Caryatidcn 
von Gyps im liönigsbaue, welche unter den allegorische Gestal- 
ten der Nike apteros und der Nemcsis auf den Walllsprllßh C195 
Königs: "Gerecht und Beharrlichp sich beziehen. 
Das grösstc bis jetzt bestehende monumentale Werk Europe's 
ist dass 51g Fuss hohe Erzbild der Bavaria  welche Schwanthaler 
fiir die bayerische lluhmeshalle auf der Anhöhe bei München aus- 
 fiihrtc- Es ist diess eine hehre Jungtirnuengestalt mit dem aufge- 
lösten germanischen Haar, und einem Eichenkrnnz dariiber,_in 
einer um die Brust geschlungenen Tunica von Pelz. Neben ihr 
Silll ein 27 Fuss hoher Löst-e, und eben so hoch ist das Piedestal 
worauf diese Riesengestalten sich erheben, so dass die Höhe bis 
zur erhobenen Rechten 127 Fuss beträgt. Durch das Fussgestelle 
gelangt man zu einer Wendeltreppe, welche bis in das Haupt der 
Bavaria führt, in welchem 20 Personen Baum finden. Im Septem- 
ber des Jahres 1357 war das Nlodell zu dieser Biesenstatue vol- 
lendet und somit eine der grossartigsten Iiuxistschöpfungen unserer 
Zeit geschehen. Im Jahre 1842 stand das colossalelVIodell fiir den 
Guss fertig da, dessen Vollendung eine Zeit von sieben Jahren in 
Anspruch nahm. Zuerst gegossen ist der jugendliche Mädchen- 
kopi, dessen ideale Schönheit selbst bei einem ungeheneren Um- 
fange bezaubert. Im Jahre 18545 wurde das Bruststiicls in Erz ge- 
gossen, dieses von Inspektor F. Miller, dem Nachfolger des ver- 
storbenen Stiglmayer, der das Werk unvollendet hinterliess, aber 
in Miller einen Gehiilfen herangebildet hatte, der jetzt mit noch 
grösscrer Meisterschaft den Guss leitet  
Bei dieser Gelegenheit erwähnen wir auch der Reliefs, welche 
die Metopen der noch im Bau begriffenen bayerischen Ruhmes- 
halle zieren werden. Sie enthalten Allnsionen auf die Verdienste 
der Männer, deren Büsten in der Halle Platz finden, und wech- 
seln mit Viktorien. Religion und spekulative Philosophie bilden 
den Mittelpunkt der bildlichen Darstellungen, und von da aus 
seht das Band, welches hier alle umschlingt, durch die verschiev 
eneu Zweige der Wissenschaft und Kunst zu den materiellen 
Interessen der Industrie und des Handels. Diese Darstellungen 
schliessen mit zwei Giebel, deren vier Statuemdie Haupttheile 
des Königreichs bezeichnen: Bayern und die Pfalz, Franken und 
Schwaben zusammen gruppirt. An den Modellen arbeitet der 
Biinstler gegenwärtig. Die Beliefs der Metopen wurden nach 
Schwunthalcr's Modellen und unter dessen Leitung von jüngeren 
Bildhauern ausgeführt. 
An diese umfangreicher: Denkmale reihen wir eine Anzahl 
von Statuen, die in ihrer historischwomantischen Auffassung 
ebenfalls zu den Werken monumentaler Art gehören. Zuerst nen- 
nen wir die Marmurstatue des Kaisers Buclolph von Habsburg, 
welche Sei! 1845 im Dome zu Speyer sich befindet. Der Kaiser 
 Die Statue des heil. Caroius Borromäus auf Isola beiia ist 
höher, aber nur Arbait in getriebenem Eisen und mit, der 
Bavaria nicht zu vergleichen. Auch der grosäe Herkulc; 
bei Cassel ist nur getriebenes Werk in Kupfer. 
u) Wir haben von dieser Bavaria auch eine Statuette in Por- 
zelianmasse, die in der lnPorzcllan-Manuihktur zu München 
käuflich ist.
        

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