Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1797006
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Schwanlhnlcr, 
Ludwig 
tikc alhmeten. Das gmsse Monument für die Magistrats-Kalbs 
Gattin Suttner nannte er seinen Schwanengesang. Ein Ilolzrclief, 
ndie Englel den Hirten die Geburt Christi verlsündend," welches 
er zur Feyer seiner letzten Weihnachten in Holz schnitzte, vollen- 
dete er nicht mehr. Er starb zu München 1820.  
Scbwanthaler, Ludwig von, Bildhauer, pmsessoi- de, Aiiade- 
 mie der Iiünste in München, Bitter des Civil-Verdiensturdens der 
bayerischen Iirone etc., wurde 1802 zu lWlünchen geboren, und 
früher zu den Studien bestimmt betrat er das Gymnasium seiner 
Vaterstadt. Allein der Genius der Iiunst begleitete ihn auf diesen 
seinen Wegen, und nach wenigen Jahren folgte er unbedingt 
seinem Rufe. Es herrschte ja schon im Hause seines Vaters, des 
Franz Scbwanthaler, ein für jene Zeit höchst bemerkensvvrerthes 
liunststrcben, so dass der Sohn bereits in jungen Jahren auf eine 
Bahn geleitet wurde, welche ihn später zu den höchsten Ehren 
führte. Seine weiteren Studien machte er auf der Akademie der 
Iiünste in München, wo schon seine frühesten Arbeiten unge- 
wöhnliches Talent verriethen. Die ersten bedeutcnderen Werlte 
bilden einen Cylslus aus der lVlythe des Prumetheus und der 
Titanen, bis auf die Heroen der Ilias, welchen er für einen Tafel- 
service des Königs Maximilian als Relief in Wfachs behandelte, 
der aber nach dem 1825 erfolgten Tod des Königs Maximilian 
 nicht mehr vollendet wurde, da eine andere Geschmaclss- und 
 Sinnesrichtung an die Stelle der alten trat. Diese Jugendarbeit 
des Künstlers erregte ausserordentlichen Beifall, und als daher 
 Cornelius nach München gekommen war, um die Glyptothels aus- 
zuschmüclten, fand er an Schwanthaler einen jungen Künstler, 
dem er mit vollem Vertrauen einen Theil der plastischen Arbeiten 
anvertrauen l-aonnte. Diese bestehen in Reliefs aus der Götter 
und Heroeninythe, die in unmittelbarem Zusammenbange mit den 
Malereien des P. v. Cotnelius stehen, und an welche sich dann die 
anderen reihen, welche in den Sälen angebracht sind, die unter 
Leitung des Architekten L. v. Iilenze ausgeschmüclit wurden. 
lnzwischen reiste Schwanthaler nach Rom, WO ihn Thorwaldsen 
freundlichi aufnahm; allein schon im folgenden Jahre kehrte er 
wieder in die Heimath zurück, da seine Gesundheitsumstiintie ihm 
zur Abreise riethen. Jetzt vollendete er die Arbeiten für die 
Glyptothels, welche unter Hlenzds Anordnung zu Stande kamen, 
und übernahm auch mehrere andere Bestellungen; von allen die- 
 sen nennen wir aber jene der Glyptothelt zuerst. Man sieht da 
über der Eingangsthüre in einem lialbrunden Relief wie Isis , als 
Amme bei der Königin von Byblus dienend, den lang gesuchten 
Leichnam ihres Gemahls Osiris in einer Säule am Palaste des Iiü- 
nigs Mall-zandrus entdeckt und denselben von der Umhüllung be- 
freit. _Ueber dem Hauptgemälde des Reiches des Neptun im Götter- 
saale 1st von Schwanthaler flach modellirt die Geburt der Venus 
aus den Wellen, wie sie dem Meere entsteigenrl von Tritoneu und 
Nereiden mit Jubel begrüsst wird, und über den 'I'hüren sind 
zwei kleine Giebclgruppen in Huchrelicf von ihm. Weiterhin 
tritt man in den Trojanischen Saal, wo Sehwanthaler in der 
Stuceoverzierung um das Rundgemalde der Hochzeit des Peleus 
vmit der 'I'hetis die bei der lr"eiei' anwesenden zwölf Götter in eben 
so vielen lileinen Reliefs darstellte. Dann sieht man in diesem 
Saale auch zwei grössere Reliefs dieses Meisters: über dem Bilde 
des liamplrs um den Leichnam des Patrolslos den Iiampfde; Achilles 
mit den Flussgöttern, und über dem Fensterbogen den Kampf bei
        

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