Schadow ,
Friedrich
Xvixhexln ,
Ritter.
93
sten Düsseldorfer Maler enthalten auch die radirten Blätter in den
Liedern jenes Malers (Reiniclt), mit ltaudzeiehnungen seinerFi-eunde
[jener Maler) Düsseld. 1853. Alle diese und noch frühere Nonnen
aufzuziihleu, liegt nicht in unserm Plane, wir sagen nur im All-
gemeinen, dass diese liünstler einen von gleichem Streben nach
Volllsonxmenheit beseelten Verein bildeten, an dessen Spitze Seha-
dow steht, der die Seele des Ganzen ist, dieses durch das liebe-
vollste Band zusammenhält und befestiget. Graf llaczynshi, l. e.
I. 11g B". verbreitet sich mit grosser Vorliebe über die Verdienste
der Alsademie und ihres Vorstandes, und schildert mit Wohlgetäl-
len auch das freundschaftliche Verhältniss des Meisters zu den
Schülern. und dieser unter sich. G. v. liaczynshi gibt auch zwei
Anfslitze Schadow's, aus welchen wir mit grossen Interesse den
WVeg der künstlerischen Erziehung kennen lernen, auf dem es ihm
so vorzüglich gelungen ist. ausgezeichnete Schiiler zu bilden. Der
eine dieser Aufsätze handelt über die folgt-rechte Ausbildung des
lYlulers, und der andere von dem ächten Geiste der [iunstbeurthei-
lung, einem Vortrage bei der ersten öffentlichen Versainnxlung des
Iiutlstvereines für die llheinlande und VVestphalen entnommen.
Diesen liunstverein hatte Schadow 1829 gegründet, und er fand
um so leichter Anklang, da der Adel und der reiche Biirgerstand
in Düsseldorf und den niederrheinischen Städten der Iiunst nicht
entfremdet war. Es wurde dem hocllgeaehteten Künstler auch nicht
schwer, vrerlsthiitige Gönner zu gewinnen, die durch ansehnliche
Bestellungen das Talent ermunterten, welches Schadow mit schar-
fem llliclte auf den ihm von der Nttlur angemessenen Weg zu lei-
ten verstand. Da war von jeher einseitiger Iiunslztvang verbannt,
und jeder Leistung wurde die bescheidene Anerkennung zu Theil.
Sclintlows Schüler fühlten nie die Autorität seines Amtes, sie er-
kannten in ihm stets den liebenvoll leitenden Freund, unter dus-
sen Aufsicht jeder auf dem kürzesten Wege zum Ziele gelangte.
Begeistert für das Schöne und Grosse war immer nur die Itiunst
sein höchstes Ziel, und dieses wollte er mit seinen Schülern er-
ringen. Sie bildete _duher auch ausserhalb der liuxistsiile den Ge-
genstand der lebendigsten Besprechung, nicht als etwas fur sich al-
lein da Bestehendes, sundern in ihrer edlen Beziehung zur Poesie,
zur Wissenschaft und zu jeder geadelten Erscheinung des mensch-
lichen Lebens. Somit war der Düsseldorfer Schule schon frühe
der NVeg vorgezeichnet, auf welchem sie in kurzer Zeit Werke
schuf. die den Leistungen der von Cornelius gegründeten älteren
Münchner Schule gegenüber in noch höherem Grade Beifall fan-
den. Allein es darf dieses, wie schon geschehen, letzterer nicht
zum Naßhlhelle gewendet werden, wenn die jüngere Schwester
einer grössern Popularität sich erfreute, und mehr begeisterte pa-
triotische Lobredner fand als die Münchner Schule. Diese beiden
Erscheinungen in der Iiunstgescltichte ltiinnen nur vom Standpunltte
der allgemeinen Betrachtung ihrer Tendenzen aufgefasst werden,
wobei die eine dieser Schulen nicht auf Iiosten der anderen erho-
hen wird. Von dieser Seite wurde aber die Suche xiicht immer an-
gesehen, und so musste man sich andererseits auch Opposition ge-
tullen lassen, wie im liunstblatte 183g Nr. 37 ff. in Folge der Be-
urtheilung in der Geschichte der neueren deutschen ltiunst i. 65. ff-
Cornclius verpflanzte seine Schule von Düsseldorf nach München,
und zehn Jahre war dieselbe bereits in Bliithe, als die von Scha-
dow gestiftete Schule ihre allerdings wohl begründeten Rechte gel-
telltl Illaßllleä doch in einer ganz verschiedenen Richtung. In Mün-
chen bildete sich unter koniglichem Schutze die Fresccimalerei aus,
welche die christliche Symbolik, die Mythologie, die Heldensage