Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1791540
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Schadoxwv, 
Friedrich Wilhelm, 
Bitter. 
ernannt, auch durch ehrenvolle Aufträge festgehalten wurde. E1. 
malte da das grosse Bacchanal an der Decke des Proseeniums im 
neuen Schauspielhause. und unter den StalTeleibildern aus jener 
Zeit nennt man ein IVIarienhild im Besitze des Prinzen von HO_ 
henzollcrn, Bischofs von Ermeland, welches er späterhin für den 
Herzog von Weimar wiederholte. Auch das Altarbild. welches 
Schadow für den Domherrn von Ambach malte, Christus vorsiQL 
lend, wie er das höchste Gesetz des Evangeliums ausspricht, ven 
dient hervorgehoben zu werden, so wie eine Anbetung der Könige 
ein anmuthiges, zart gemaltes Bild, welches 1820 Erächißlh- Eh; 
anderes Bild stellt den Evangelisten Lukas dar, eine überaus schöne 
jugendliche Miinnergestalt im orientalischen Costüme. Unter der 
grussen Anzahl von Portraiten, die der Künstler in Berlin malte 
zeichnet sich besonders das grosse Familienbild der Prinzessin XViI: 
helm von Preussen aus, u-nd jenes des Dichters Immermann. vi-QL 
ches eines van Dyck würdig erklärt wurde. Im Jahre 1824i mahe 
er für die Garnisons-liirche in Potsdam eine Anbetung der 1iö_ 
nige, ein Bild voll Leben und Anmuth, und ein zweites Alkürge_ 
mäldc ist in der Iiirchc zu Schulpforte, welchcsGhristus ZWlSChQn 
Mathias und Johannes vorstellt, überlebensgrosse Figuren, wovon 
jene des göttlichen Erlösers besonders ausgezeichnet ist, so wie 
diese {Gestalten im Allgemeinen zu den gelungensten geboren, weL 
che Schaduw in Berlin geschalfen hat. 
Das letzte Bild, welches Sehadow in Berlin ausführtc, eine 
seiner schönsten Produktionen, die man bis dahin von ili_m sah, Stqnt 
die freigeborne Poesie dar, eine von der Erde zum ewigen Aether 
aufschwebenrle geflügelte Jungfrau. Dieses Bild stellte er bei seinem 
Abschiede von Berlin aus, che er nach Düsseldorf abging. Allein 
seine Poesie kehrte dahin wieder zu ihm zurück, nm sich mit den 
schönen Kindern der Erde zu verkörpern. In Düsseldorf feierte 
die Himmelstochter bei ihm und seinen Schülern eine neue Wim 
dergeburt. 
 Im Jahre 1826 wurde Schadow zum Direktor der Akademiein Düs_ 
seldorf ernannt, da Cornclius, der daselbst einige Jahre früher den 
Samen zu einer neuen Schule ausgestreut und schon Frußhte den 
selben gesammelt hatte, in gleicher Eigenschaft nach Munchcn 1,e_ 
rufen wurde, wohin ihm auch seine Schüler folgten. Schadow  
trat aber seinen neuen Wirkungskreis erst 1827, ebenfalls von seinen 
Schülern umgeben, die er in Berlinherangchildet, nämlich mit l-liL 
debrandt, I-liibner, Lessing und Sohn, jetzt selbst längst bekannte 
Meister, die man aber als den Stamm der neuen Düsseldorfer 
Schule betrachten muss , welchen Schadow zur iippigsten Bliithe 
befruchtete, da er in kurzer Zeit auch noch viele andere Knospen 
trieb. Die von Schadow gegründete Schule zählt in ununlerht-(h 
chener Succession schon viele Glieder, die zum Theil bereits selbst 
Meister und Lehrer sind. Alle diese Künstler, worunter wir als 
die älteren Steinbriick, Stilke, Deger, Kübel, Bendemann, RQL 
"ich. Götting, Iiretschmar, Schrödter, Scheuren, Schirmen Preyer 
n. s. w. nennen, erscheinen an ihrer Stelle auch in diesem Lexicgn: 
es gibt aber noch andere Werke, welche ausschliesslich die Diisgel: 
dorfer Schule und ihr Wirken zum Gegenstands haben, wie der 
erste Band derlGeschichte der neueren deutschen Iiunst von Gra_ 
Fen A. Raczynski, Paris (französisch) und Berlin (deutsch) 1836. 
die Düääßlklurfßr Malerschule und ihre Leistungen seit der Errich: 
tung des linllätvcreins im Jahre 1829, von H. Püttmonn, Lpz. 1339; 
Blicke in das Düsseldorfer liunst- und Iiiinstlerleben, von F. v_ 
Ueclitritz, I. U. Düsseld. 1859. Die Namen von 50 119i" berühmte-
        

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