Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1791527
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Schadow , 
Puulolph. 
Sclmdow, 
Bitter. 
Bayern (als Kronprinz) für die Walhalla ausführen liess, und die 
zweite ist das Bildniss einer jungen Albaneserin, der Victoria CQL 
doni in der Glyptothek zu München. Dann führte Schadow in 
Rom auch etliche Hasreliefs aus, unter welchen 1819 besonders 
zwei bewundert wurden. Das eine stellt die Entführung der Tiicyh 
ter des Leucippus dar, das andere den liampf der Dioscuren mit 
ldas und Lynceus. In diesen Basreliefs herrscht ungemeines Le_ 
ben und Kraft der Darstellung, und es spricht sich darin be_ 
reits jene epische Richtung aus. die in seiner Gruppe der Penthe, 
silea entschieden hervortritt. Diese beiden Basreliefs führte Scha_ 
dow für den Herzog von Devonshire in Marmor aus. und dann 
wiederholte er sie. 
Heines dieser Werke bietet einen bedeutenden Umfang, end_ 
lich aber machte sich der Künstler an die Ausführung einer grub 
sen Gruppe, Achilles vorstellend, wie er die sterbende Penthesilea 
im Arme hält, ein Werk, in welchem das zarte Gefühl des Kunsh 
lers eine epische Richtung nahm. Im Jahre 182i erhielt ß!" durch 
den Minister Fürsten von Hardenberg den Auftrag, diese halb QQ_ 
lnssale Gruppe in Marmor auszuführen; allein der i822_erfolg1e 
Tod des Künstlers hinderte ihn an der Vollendung. Der Bllillläuer 
Wolf wurde beauftragt, das Werk zu vollenden, und dann lies; 
es der König im Schlosse zu Berlin aufstellen. Das_ letzte Werk 
dieses Meisters war eine tanzende Bacchantin, die in dem noch 
nicht ganz vollendeten Modell blieb. 
Ruscheweyh und Marcbetti stachen nach ihm drei Blätter, Wg]_ 
che die sitzenden Grazien in verschiedenen Stellungen gaben. 
Schadow von Godenhaus, Friedrich Wilhelm, Bitter, HL 
storienmaler und Direktor der Akademie zu Düsseldorf, ein für 
Religion und Kunst begeisterter Mann, der in der Geschichte der 
neueren deutschen liuust einen glorreichen Namen sich gesichert 
hat. lm Jahre 1789 zu Berlin geboren, begann er daselbst seine 
Studien unter Leitung seines Vaters, des berühmten Bildhauers 
Gottfried Schadovv, und dann übte er sich unter Weitsch in der 
Malerei. Hierauf copirte er ein Jahr in der Gallerie zu Potsdam. 
allein die Jahre 1800 und 1807 riefen ihn zum Iiriegsdienste, und 
erst 1810 ward es ihm vergönnt, in Rom seine unterbrochenen 
Studien wieder mit ganzer Seele verfolgen zu können. Hier haue 
sich damals ein schöner Verein von deutschen Künstlern gebildet 
die in heiligem, grossartigem Streben die Erweckung der Maler-e; 
an den deutschen Namen knüpften. Cornelius. Overbeck, W. Schm 
dow, P. Veith, Wach u. s. w. heissen diese Männer, welche die Wiß 
dereroberung des verlornen Paradieses sich zur Aufgabe des gß 
bens machten, was ihnen nicht ohne grossen Kampf möglich wem 
den sollte. Die Mittel suchten einige anfangs in der deutsch "b 
niantischen Poesie, dann in der altduutschen Schule, und in Rum 
in jener der älteren italienischen, zunächst der florentinisclien Mag 
ster. Schadow hielt sich, damals ebenfalls zur Art der alten italiw 
nischen Maler, und wählte am liebsten Gegenstände aus der Eibe] 
oder aus dem Bereiche der mystischen Allegorie. Auch der Glaub; 
welcher den alten Meistern einen unerschöpflichen Boru erölfnetei 
hatte Sein ganzes Innere erfüllt, und dieser führzevihn nach Seine;- 
vollsten Ueberzeugung in den Schooss der katholischen liirchm 
Für diesen seinen Glauben, für seinen Gott, für alles Gute, das 
er liebt, schlägt ein jeder Puls dieses begeisterten Künstlers. Sei" 
und seiner Schule Ruf ist schon seitJahren ein europüischßl", den], 
glaubte der liiinstlcr anfangs selbst nicht, dass er im Stande seyn
        

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