Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1791450
Scha dow , 
Johann 
Gottfried. 
Ritter. 
S3 
Kosten seines Schwiegersvaters nach Italien, und jetzt öffnete sich 
ihm eine Welt, von deren Daseyn 'I'assaiert keine Ahndung hatte. 
Dieser in seiner Manier befangeiie [iiinstler erklärte nur wenige 
antike Kunstwerke als leidlich, und sprach auch diesen die Grazie 
ab; Scliadow war zwar in Florenz vor den Werken eines Michel 
Angelo und Gio. da Bologna von Staunen ergriffen , er 
erkannte aber in den Sälen des Vatikaiis und des Capitols im An- 
gesichte der Werke antiker Iiuiist noch viel Höheres, und diese 
waren in einem Zeitrauiiic von zwei Jahren der Gegenstand seines 
eifrigsten Studiums, welches wenig gestört wurde, da die übrigen 
Iiunstjiinger nach damaliger Wßlrß sich nicht viel darum bekiiin- 
merten. Unermiidet fleissig versuchte er sich nebenbei auch in ei- 
gener Coinpusition, und es darf als ein Beweis grosser Tüchtig- 
keit angesehen werden, dass er als Fremder ohne Protektion bei 
seinem Streben, welches noch wenig erkannt wurde, den Preis des 
Concorso di Balestra gewann. Diesen Preis setzte der Marchese 
Balesta aus. und eine Gruppe von Perseus und Andromeda sollte 
ihn gewinnen. Der Gegenstand ist in Meusels Archiv lI. 94-111 
in einer interessanten Lehensskizze des Meisters genau beschrieben. 
Die Lösung der Aufgabe wurde selbst von dem grössten Theile 
der Italiener anerkannt, und dass den trefflichen Künstler auch das 
Vaterland nicht VCPSClIIHhihlZB, bevreiset der Umstand, dass er schon 
im vier und zwanzigsten Jahre an 'I'assaert's Stelle zum Hufbild- 
hauer ernannt wurde. Sein erstes Werk womit er in Berlin vom 
Iiönige beauftragt wurde, ist das Denkmal des Grafen von der 
Mark, der als liind starb. Suliadow vollendete dieses an Allego- 
rien reiche Monument in einem Zeitrauine von drei Jahren, und 
noch im Jahre 1790 wurde es in der Dorotheenkirche zu Berlin 
aufgestellt. Es fand zahlreiche Bewunderer, und mehrere Zeit- 
schriften ergossen sich in Lob darüber. Ausführlich beschrieben 
ist es in dem ohen genannten Archive von Meusel, im Umrisse ge- 
stochen im Freiniüthigen im Nov. von 1805, und die Zeitschrift 
Berlin I. 27. ff. liefert eine ausführliche Critik, welche nur mit der 
Idee nicht ganz einverstanden ist, während sie die Schönheit der 
Formen, den Ausdruck der [Töpfe und die einfache Draperie uii- 
bedingt riihint. Auch im Morgeiiblatte, aus welchem später das 
Iiunstblatt hervorging, wird 1807 dieses Werkes im Einzelnen init 
Auszeichnung gedacht, im Ganzen aber wird gerügt, dass es ei- 
gentlich zwei Monumente seyen: das eine der init Basreliefs ge- 
zierte Sarg, auf welchem der liebliche Knabe schlummert, das an- 
dere die trelTliche Gruppe der drei Parzen in der Nische, welche 
zaudernd den Lebensfaden abschneiden. 
Nach Vollendung dieses Denlsmales traf Schadow die Vorkeh- 
rungen zu einem Monumente Frietlricllfs des Einzigen, welches in 
Erz ausgeführt werden sollte. Der Iiunstler unternahm zu diesem 
Zwecke eine Reise nacirStoclsholm, um beim Gusse der lleitersta- 
tue Gustav Adulplfs anwesend zu seyn; allein er kam zu spät. und 
verdankte daher nur der Belehrung des Bildhauers Sergel einige 
Vurtheile. Von Stockholm begab sich Schadow nach St. Peters- 
burg, WO er jetzt dem Gusse einer Statue beiwuhnte, und in Zars- 
lmeselu noch viele andere Werke in Erz sah, theils antike, theils 
nach antiken Brunzen gefertigte. Die Rückreise nahm er durch 
Finnland nach Schweden; in Copenhagen sah er Sailly's Beitersta- 
tue Christian V., und seine ganze Reise war so fruchtbar an Erfah- 
rungen, dass er einen Auftrag dieser Art mit Glück vollführen zu 
ltönnen gedachte- Allein dieses wollte es damals nicht. und an die 
Stelle eines Erzwerkcs trat N94 die colussale Statue Friedrich H.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.