Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1791317
Scamozzi , 
Vincenzo. 
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gelegt; allein die darauf ausgebrochene Empörung unterbrach 
den Bau. 
Scamozzi fertigte fast zahllose Plane und Entwürfe zu Gebäu- 
den aller Art, er schadete aber seinem Ruhm, weil er mehr unter- 
nahm, als er vollenden und persönlich übersehen konnte. Daher 
kommt es, dass man sich öfter Abänderungen erlaubte, welche für 
die Kunst ScamozzPs nicht immer das günstigste Zeugniss geben, 
wenn man sie auf seine Rechnung setzt. Dann beschäftigte ihn 
auch zu allen Epochen seines Lr-hens ein theoretisches Werk über 
Architektur, welches das ganze Gebiet dieser liunst umfassen sollte, 
aber noch viel grössere Mittel erfordert hätte, als ihm zu Gebote 
standen, wenn auch die seinigen schon bedeutend waren. Die 
Hauptsumme seiner Kenntnisse srhöpfte er aus Vitruv und aus dem 
Studium der klassischen Werke der Alten. Die alten Schriftst ller 
boten ihm Stoff zu einer Menge von geschichtlichen, geographi- 
schen und mythologischen Einschaltungen, und da er sich sogar 
auch über Physik und Moral verbreitet, gerieth er nicht selten in 
unerwünschte Weitschweiiiglseit. Schiitzbar ist aber dasjenige, was 
rein architektonischer Natur ist. Auch seine Abhandlungen über 
die Wohnungen der Griechen und Römer, über dunkle Stellen 
des Vitruv, über das berühmte Landhaus des Plinius u. s. w. sind 
immer sehr lesenswerthe Artikel, da er sie auch mit Grund- und 
Aufrisseu begleitete. Im Ö. Buch stellte er die Säulen der Alten 
zusammen, und gab somit, wie seine Vorgänger. ebenfalls ein 
Werk über die Siiulenordnungen. Die Zeichnungen, der von ihm 
selbst ausgeführter: und projektirten Palliiste und Gebäude, deren 
Stiche eingedruckt sind, machen dann einen weiteren Theil zur 
Begründung seiner Theorie aus. Dieses Werk hat den Titel: Idea 
de]? Architettura. Vcnezia, G. Valcntino, 1615. 2 Bünde mit einge- 
druckten Hupfern, fol. Er hatte es nach dem anfänglichen Plane 
in 12 Bücher eingetheilt, die er in der Folge auf 10 reducirte. 
Allein das 4., 5., g. und 10. Buch dieses Werkes sind nie erschie- 
nen. Die oben genannte Originalausgabe ist sehr selten; öfter {in- 
det man die Ausgabe: Piazzola 1087; Venezia, Albrizzi, 1694; Yen. 
1714, alle in fol. 
A. G. Daviler und S. Dury gaben Scamozzi's Werk in fran- 
zösischer Uebersetzung mit Iiupfern heraus: Oeuvres d'Architec- 
ture, Leide 1715; Haye 1736- Von tVAviler ist bloss die Ueberse- 
tzung des 6. Buches, aber mit Abkürzungen, indem er nur das 
rein Architektonische gab. Dieses (i. Buch mit den Säulenordnun- 
gen erschien aber früher als die obige Ausgabe, unter dem Titel: 
Les einq ordres d'Architecture. Paris 1635, fol. In neuester Zeit 
hat Normand dieses VVerk in seine Parallele des ordres d'Archi- 
tecture. Paris 181g, aufgenommen. Zu Paris erschien 176i ein Aus- 
zug aus der Gesammtausgabe seiner Werke, von Jombert; Oeuvres 
d'architecture, gr. 8. Mit Iili. _ 
In Nürnberg erschien die Idea dell' arehitettura 1697 in einer 
deutschen Uehersetzung, unter dem lateinischer. Titel: Opera ar- 
chilectoniea. Eine deutsche Uebersetzung des Werkes über die Säu- 
lenortlnungen hat den Titel: Iilärliehe Beschreibung derfünf Säu- 
lenordnungen und der ganzen Baukunst. Sulzbach 1078. fvl- In 
Jacob's Uebersetzung von Nortnands Notiveau parallele des uTflPßS 
d'architecture. Potsdam 1850, kommen diese Siiulenortlnungen eben- 
falls vor, und diess ist zugleich die berichtigte Ausgabe. in hollän- 
discher Sprache erschien dieses Werk" 1658 zu Amsterdam, fol. Frü- 
her erschienen die viGrundregulen der Bow-liunst um: de Vytne- 
mentheyt van de Vyf ordres der Architectura. -Amsterd. 1640. ful.
        

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