Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1791305
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Scamozzi, 
Vincenzo. 
niano in Uebereinstimmung gebracht werden. Scaniozzi legte auch 
ein Modell von allen Gebäuden vor, und sobald der Doge und 
die Prucuratoren selbes genehmiget hatten, begann der Bau der 
prächtigen Gebäude der Procuratie nuove, gegenüber der alten 
Procuratien. Im Stylc wich er von jenen ganz ab, und da auch 
Sansovino mit seiner Facade der Bibliothek nur die Höhe der Procu, 
ratie veechie berücksichtigte, übrigens statt dreier zwei Stockwerke 
errichtete, mit ausserordentlicher Erhöhung des Hauptgesimses, so 
war die Symmetrie nur um so mehr gestört. als Scamozzi drei Eia_ 
gen anordnete, und damit über die Gebäude hinnusreichte. Das 
ungeheure Gebäude der Procuratie nuovc, welches bei einer Länge 
von 400 Fuss im unteren Geschosse 39 Arkaden enthält, ist aber 
für sich betrachtet eines der schönsten Werke der Civilhaukunsh 
Er wendete dabei die drei Süulenordnuugen in den besten Van 
hältnissen und mit allem Heichtliume an. Die dritte Etage l-iält man 
für die schönste, sie ist aber diejenige, welche dem Iiünsder hauph 
sächlich Tadel bereitete, weil sie nicht in gleicher Höhe mit dem 
Gebäude der Procuratie vecchie steht. Man muss jedoch diesen herh 
liehen Pallast als das Meisterstück Scamozzfs ansehen, an welchen 
sich aber noch viele andere schöne Gebäude reihen, die zu Vene_ 
dig, im Gebiete von Vicenza und an der Brenta nach seinen P1ä_ 
nen errichtet wurden , wovon sich vollständige Zeichnungen oder 
wenigstens Skizzen in seinem Werke linden. Darunter sind Vgl. 
allen die Palläste Feretti, Priuti und Goddi zu nennen. Einer der 
schönsten Palläste seiner Erfindung ist auch der Regierungspallast 
zu Bologna. welchen der Podesta Giulio Contarini errichten liess 
Ueber der dorischen Ordnung des 165 Fuss breiten Erdgeschosses. 
erhebt sich eine jonische, und diese krönt eine Attika. Der Cava_ 
liere Fino wollte sich zu Bergamt) einen prächtigen Pallast bauen 
der 183 Fuss lang und 95 F. breit seyn sollte; allein der Bau kau; 
nicht zu Stande, und nur die Zeichnungen hat uns der Urheber 
überliefert. Dann musste Scamozzi auch den Plan zur Restaurm 
tion der Cathedrale in Bergamo machen; allein es blieb ebenfans 
beim Projekt. Der Ritter Fontana hatte später die Ehre (lnvgn. 
Dagegen fand Scarnozzi Gelegenheit, sein Talent an einem neuen 
Dome zu erproben. Der Erzbischof von Salzburg, der den hunsh 
ler schon früher kennen gelernt hatte, lud ihn jetzt an seinen 
Huf ein, um sich über den Bau eines neuen Domes mit ihm zu 
benehmen. Scarnozzi untersuchte das Terrain, gab eine Skizze des 
Gebäudes, und reiste mit allen Instruktionen versehen nach Vene_ 
dig, wo er in Zeit von dreiJahren die Plane, Aufrisse und Durqfh 
schnitte fertigte, die er dann mit genauer Angabe aller Details nach 
Salzburg SCltlClilß. Temanza rühmt diese Zeichnungen, als das 
Vollltomxnenste, was Scarnozzi je geliefert, und als dasjenige VVcl-h 
welches ihm allein seinen Rang unter den ersten Architekten 5,: 
chern würde. Allein in Salzburg scheint man sein Andenken nicht 
an diesen Dom knüpfen zu wollen, denn in dem, angeblißh nach 
den besten Quellen bearbeiteten neuen Wegwäiäßr der Stadt wird 
Santino Soluri als derjenige bezeichnet, nach dessen Plan die Hin 
ehe gebaut wurde. Dieser Santino Solari erlaubte sich Wiil]r_ 
scheinlich nur jene Abweichungen, die nicht im Geiste der Kunst 
ScamozzPs liegen, und dann dürfte er den Bau geleitet und In 
Ende geführt haben, da Scainozzi nicht mehr nach Salzburg kam 
und vor der Vollendung des Domes starb. Der Grundstein Word; 
den 111- April 1014 gelegt, und Erzbischof Paris weihte ihn den 
28. Sept. 1628 mit grossern Pumpe ein. Die Glockenthurme Hass 
der Erzbischof Guidobald vollenden. Im Jahre 1614 wurde auch 
nach seinem Plane in Prag der Grundstein zur königlichen Burg
        

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