Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795748
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Schoreel , 
Jan 
van- 
nem Tode malte einer seiner liebsten Schüler. Antonius Moro, 
sein sehr ähnliches Bildniss. Im Jahre 156g starb der Meister. 
 Es finden sich nur wenig beglaubigte Werke dieses Jan van Sohn. 
reel, da zur Zeit der Bilderstiirmcrci die meisten zu Grunde gingen 
Man schreibt ihm zwar in den Museen zu Brüssel und Aiiister- 
dain solche zu, allein sie stimmen mit den ächten YVerkcn de; 
Meisters nicht überein. Im Museumzu Brüssel ist ein Fliigelbiltl, 
welches die Anbetung der Könige vorstellt, und in der Gallerie zu 
Amsterdam ein Bild der iVladalena, neben einer elllblßlllälläCllun 
Darstellung. 
Die Bilder der Pinakothek in München sind ebenfalls aus dm- 
Liste der Werke Schoreel's zu streichen, da sie dem Eingangs er- 
wähnten unbekannten Cölner Meister angehören. Darunter ist das 
berühmte Bild des Todes der Maria. 
Folgende Bilder zählt man zu den ächten Werken des Hol 
ländcrs Jan Schoreel, alleimes wird wohl noch langevdauern, bis 
man in den Verzeichnissen der Gemälde in dieser oder jener Gnl- 
lerie von der stereotypen Meinung abgehen wird. 
1) Das angebliche Bilrlniss des Künstlers in der Gallerie des 
Belveilere zu Wien. Er hat einen flachen Hut auf dem Ku- 
pfe und ein mit schwarzem Pelz ausgescblagciies Kleid am 
In der rechten Hand trägter einen Brief. Lßbcllägfüäsgs 
Brustbild. 
2) Das Bildniss einer Frau in einem" braunen, breit mit Samml 
 besetzten Kleide. Auf der Biiclisc-ite steht die Jahrzalil 155) 
ßrustbild in Lebensgrösse, in der Gallerie zu Wien. 
Diese beiden Bildnisse werden schon in den ältesten Ca. 
talugen dem Schorecl zugeschrieben, und nach der Behaiip- 
tung Passavanfs (Kunsthlatt 1841 S. 50) mit vollem Rechte; 
allein das Frauenbildniss kann nicht Schorcefs Frau vup. 
stellen , da wir durch C. van Mandcr wissen, das SClIOOruI 
unbeweibt blieb. Diese beiden Portraite sind aber in gli-l- 
chcr Grösse und Gegenstiiclse. Stellt das eine den Künstler 
selbst vor, so liönnte er zuletzt dennoch seine frühere Ge- 
liebte gemalt haben. 
5) Die Bildnisse von Pilgern nach dem gelobten Lande in dei- 
Sammlung des Stadthauses zu Utrecht. Diese Bildnisse bil. 
den eine Folge von 58 Brustbildern init beigefügten Namen 
und den Jahrzahleu ihrer Reisen von 1493  15.17 geliemL 
Zwei Tafeln mit je 12 Bildnissen werden dem Schoreel zu- 
geschrieben, der als der achte auf der ersten Tafel sich selbst 
portraitirte. Man liest darunter: Heer Jan van Scorel 
wt Holland, Scildere. Vicaris t' S. Jans. 1520. Diese 
Bildnisse sind sehr charalitervoll und schart bezeichnet. Die 
Carnatiun ist in den Schatten braun, die Lichter sind hell 
aufgesetzt. Die Zeichnung der Hände ist etwas vernachläs- 
siget. Der Schattenton der Carnation ist auch in den Bild- 
nissen der Wiener Gallerie bräunlich, die Färbung von tie. 
fem, warmem Tone. 
4) Ein Altarbild mit der Madonna und den Stiftcrn aus dem 
Hggpila] bei dem Wittwenversorgungshause zu Utrecht, jßlzt 
in der Kunstsammlung des Stadlhauses dasclbst. ltlarlü Sitzt 
in einer Landschaft mit dem auf ihrem Schnosse stellenden 
Kinde, erstere an llafaePs, letzteres an Michcl Angela's 
Darstellungsweise erinnernd. Dabei hniet ein Chorherr, wel- 
clieii das Christkind am Kinne streichelt, dieser in rein nie:
        

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