Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795679
Schoreel , 
Jan 
505 
5) Ein kleines Altarblatt mit Fliigelbilrlern in der Gallerie des 
Belvedere zu Wien wird von C. v.lVIcchel irrig dem C. En- 
gelbrecl-itsen zugeschrieben. Maria in rothem mit Pelz gefül- 
tertem Mantel sitzt mit dem Iiinde auf dem Schoose auf 
einem prächtigen Thron, während vun der Seite rechts ein 
Engel hernnsclnvebt, um demselben auf einer Schüssel Kir- 
schon zu reichen. Links sitzt Joseph im Buche lesend, und 
Ilen Hintergrund bildet eine sehr schön behandelte Land- 
schaft. Auf dem einen der Seitenhilzler sieht man St. Georg 
mit dem Donatur, auf clem'andercn St. Calharina mit der 
Frau des Bestellers. Dieses Bild ist vorzüglich schön behan- 
delt und trefflich erhalten. 
All dißäß älteren Gemälde reihen wir jene des Meisters des 
Todes der Maria oder des Meisters des Johann von Melem und 
des Nie. de Bruyn, wie Passavant l. c. S. 120 ihn nennt. Sie gal- 
ten triiher alle liir SchoreePs WVerke, obgleich von Iiunstforschern 
schon lange (iagegep Zweifel erhoben wurden, schon aus dem Um- 
stande, dass die bedeutendsten dieser Bilder aus Cöln stammen, 
wo seine Einwirkung unverkennbar ist. Es sind noch viele Bilder 
aus seiner Schule in Cüln, worunter jene des Johann von Mcleni 
und des Nicolaus de Bruyn gehören. Die VVerhe dieses sogenann- 
ten Schureel sind jedoch nicht alle gleich. Die früheren haben 
entschiedene Verwandtschaft zu jenen des uben genannten Anony- 
mus; in seiner späteren Zeit weicht er bedeutend von jener Be- 
handlungsweise ab, indem er nach Passavaut in den Umrissen und 
in der Modellirung weicher wird, einen wärmeren Fleischton an- 
nimmt und überhaupt in der Färbung mehr Schmelz und Tiefe be- 
sitzt. Die Formen sind' öfters voller, namentlich der Mund; der 
Bruch der Gewänder ist weniger scharf. In seinen späteren Bil- 
dern lässt sich der Einfluss der italienischen Iiunst nicht verken- 
nen; im Auftrage der Farben wird er pastoser. Die Blüthezeit die- 
ses Meisters fällt um 1515  1525. Er scheint aber im zuerst ge- 
nannten Jahre schun lYIitglied der Bruderschaft des heil. Lucas in 
Ciiln gewesen zu seyn, da auf der Wiederholung des Bildes des 
Todes der Maria aus der Wallraiischen Sammlung das Wappen 
dieser Gesellschaft und die Jahrzahl 1515 vorkommt. 
Folgende Bilder werden ihm von Passavant im Iiunstlalnlte 1841 
Nr. 105 zugeschrieben, in den Catalogen äder Gallerien gelten sie 
Sie aber lwCh meistens ausschliesslich als Werke des Niederländer-s 
Jan Schoreel.  
1) Das berühmte Äitarbild, den Tod der Maria darstellend, 
ehedem in der liirche St. Maria im Capitul zu Cöln, dann 
in der Boisserötfschen Sammlung, jetztin der k. Pinako- 
thek zu München. Die heil. Jungfrau liegt auf dem Sterbe- 
hette im Ausdrucke seeliger Ruhe  und um sie versammelt 
stehen die zivöll" Apostel vom tiefsten Schmerze erfüllt, aber 
in völliger Ergebung. Zur rechten Seite befindet sich ein 
Altar mit den Bildern des Moses und Aaron. Die Figuren 
dieses Bildes sind nicht ganz halblebeusgross. H. äF. 11 In, 
BP- 4 F- 8 Z- Ö L. Die Compositirm ist auch durch eine 
 schöne Lithographie vun Strixner und Bergmann bekannt. 
Auf dem einen der l:'liigelbiltler_ kniet der Stifter mit. (1011 
Seinen vor den Heiligen Georg und Dionys. Auf dem an- 
deren legt St. Guduln die Hand auf das Haupt der 'l'ochter 
der im Vorgrunde lmiexideu Stifterin. Neben der Heiligen 
steht St. Christina.
        

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