Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795549
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Scholl , 
Joseph. 
Schall, 
Johann 
Carl. 
Schön, JOSCPII, Bildhauer von Mainz, stammt aus einer Bildhauer- 
Familie, die in Bamßerg lebte, und in fürstbischiiflichcn Diensten 
stand. Einer der Vorgänger unsers Iiünstlers arbeitete zu Nluinz 
im Dienste des Churfürstcn, und somit sind die Arbeiten der iiltc- 
ran Iiünstler dieses Namens in Bamberg, zu Würzburg und in 
Mainz zu suchen. Joseph Scholl Iäusserte schon in früher Zeit 
Talent zur Bildhauerei, und. lieferte auch mehrere Werhe, die im 
zweiten und dritten Decenuium unsers Jahrhunderts eines bcson- 
deren Beifalls gewiircliget wurden. Darunter ist eine schlummernde 
Baccharltin in Alabaster, 18 Zoll hoch, von grosser Schönheit und 
Correlatheit der Fnrmß Auch eine Quellnylnphe, und die Statue 
des Palrnlsltls wurden gerühmt. Letzterer ist in zurücl-allichteniler 
Stellung in dem Momente gedacht, wo ihn Apollo der Walten 
beraubte; dann fertigte Scholl eine 6 Fuss hohe Christusstutue, 
welche 1826 als ein vortrel-fliches Werk gepriesen wurde. ln tlluixiz 
ist auch ein monumentales Werk von Scholl, nämlich die Statue 
Guttenbcrgß, des Erfinders der Buchdrucherhunst, 1827 errichtet 
 Das Fussgestelle schmückt die lateinische Inschrift, welche der 
gelehrte lvo Wittig, Bector der Mainzer Universität, 1507 an dem 
selben Orte setzte; nur der Schluss wurde oben gelindert. Ein 
anderes Monument von Scholl 1855 in Mainz errichtet, dient zum 
Andenken an die in Napoleoxfs Armeen gefallenen Mainzer. 
Scholl war Professor der Bildhauerhunst an der pulytechni- 
sehen Schule zu Mainz, und 1842 kam Johann Scholl an dessen 
Stelle, der jüngere und berühmtere Künstler dieses Namens. I3;- 
starb zu Mainz 1845. 
SChQll; Johann Garl, Bildhauer von Mainz, der jüngere Bruder 
des Obigen, und Sohn eines aus Bamberg stammenden gleichen 
liünstlers, stand früher in Diensten des Fürsten Prilnas Uarl von 
Dalberg, und führte für ihn mehrere Werke aus. Die von Seholl 
gefertigte Büste des Fürsten kam in das Schluss zu Würzburg. 
Später wurde er Hofbildhauer in Darmstadt, wo er eine Reihe 
von Jahren thiitig war, in letzterer Zeit in Gemeinschaft mit seinem 
Sohne Johann. Von ihm ist das Monument des berühmten Buch. 
druckers Schöffe:- zu Gernsheim am Bheine, eine 12 F. hohe 
Statue von Sandstein, auf 10 F. hohem Piedestal. Von diesem 
Werke existirt eine 22 Z. hohe Copie in Gips. und im Umriss 
gestochen ist es im Phönix 1856 Nro. 5. Dann coneurrirte er 
auch zum Monumente des Grossherzogs Ludwig von Dsrmstadtj 
welches aber dem L. v. Sehwanthaler aufgetragen wurde. Dieses IWU- 
numentjst jetzt in Darmstadt aufgestellt. Es ist daran nur das Zier- 
werk an Würfel und Säule vcn Scholl gearbeitet. Doch fand auch 
Scholl Gelegenheit in monumentalen Werken seine Tüchtigkeit zu 
beurkunden. Es sind diess die in neuester Zeit vollendeten Statuen 
des Landgrafen Philipp des Grossmüthigen, und Georgs AI. von 
Hessen-Darmstadt. Im Jahre 1840 wurde ihm das Monument des 
 Grafen Ludwig VIII. aufgetragen, zum Andenken an den Winter 
von 1740, wo der Landgraf noch den 10. März über den gefror- 
nen Rhein jagte. Ueber dem schönen Portale des neuen Pallestes 
zu Wiesbaden ist das colossale Wappen von Scholl ausgeführt. 
Uebertliess finden sich von ihm mehrere Büsten und Grabmäler. 
Von letzteren ist jenes des hessischen Oberbaudirecturs Dr. Iirönkß 
zu Gross-Ilohrheim eines der betriichlichstexi. Es wurde 1850 ge- 
setzt. Zu seinen letzten Arbeiten gehört das Modell zur Statue Her- 
ders, wovon sein Sohn den grössern Antheil hat. Wir kulllfllen 
daher im Artikel des folgenden Iiiinsllers auf dieses Werk Zurück.
        

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