Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795497
Schöpf, 
Lorenz. 
Hans. 
Schöpfer , 
487 
sters und schon 1809 wurde er Adjunkt an der Feiertags-Zeich- 
hungsschule in München, die zunächst für Gewerbslente bestimmt 
war. So lebte Scböpf mehrere Jahre mit Gewissenhaftigheit dem 
Lehrfaehe, immer an der Seite Mittereüs; im Jahre 1820 übernahm 
er aber mit Genehmigung der k. Regierung an dessen Stelle den 
Zeichnungs-Ünterricht an der höheren Biirgerschule. Als im Jahre 
1827 bei der Errichtung der polytechnischexi Schule in München 
dem ProtIMitterer der Zeichnungsunterricht an dieser Schule über- 
tragenworden war, dieser aber sich plötzlich von einem Sohle?- 
flusse gelähmt fand, war es ebenfalls Schöpf, dem von höchster Stel e 
auch an dieser Anstalt der Zeiehnungsunterricht anvertraut wurde, 
wozu 1829 nach Mitterer's Tod auch jener an der männlichen 
Feiertags- und Elementar-Zeichnungsschule kam, da die h. Fie- 
gierung seit zwanzig Jahren unsern Schöpf als erprobten Lehrer 
befunden hatte. Jetzt nahm aber auch nuch die lithographische 
Anstalt, welche Mitterer seit 1815 als Eigenthum besass, seine Zeit 
in Anspruch. Er bestimmte sie den Schoept"schen Eheleuten im 
Testamente, damit die von ihm für den technischen Zeichnungs- 
unterricht bearbeiteten Werke, wozu Schöpf griisstentheils dieZeich- 
nungen lithographirte, auch nach seinem Tode verbreitet werden 
könnten. 
Als im Jahre 1835 die k. Iireis-Landwirthschafts- und Gewerbs- 
schule errichtet wurde, wurde Schöpf seiner Stelle an der poly- 
tcchnischen Schule enthoben, und ihm daiiir der gesamnite Unter- 
richt für Ornament- und Linearzeichnung an den drei Cursen der 
Landwirthschafts- und Gewerbschule übertragen. Dadurch wurde 
unserm Künstler ein schöner Wirkungskreis angewiesen, in Wel- 
chem er sich auch mit solcher Umsicht bewegte, dass ihm 1836 
von Seite der k. Akademie der Iiiinste die silberne Preismedaille 
der Industrieausstellung von 1355 anerkannt wurde. Schöpf er- 
warb sich während seiner sechs und dreißigjährigen Dienste all. 
Zeichnungslehrer durch seine Lehrgeschicklichkeit und unermiidete 
Thätigkeit die vollste Zufriedenheit seiner Vorstände, indem die 
Leistungen seiner Schüler stets des höchsten Beifalls würdig wa- 
ren. Viele Künstler und Werkleute des In- und Auslandes ver- 
danken ihm seit Mittereräi Tod ihre erste Grundlage in der Zei- 
chenkunst. 
Sßhüßpfßr, E8119, Maler zu München, und sein gleichnamiger 
Sohn, sind zwei wenig bekannte Künstler, so wie überhaupt die 
bayerischen Schriftsteller, wie Westenrieder, Lipowsky, und bis 
auf die neueste Zeit, nur eine ganz geringe Anzahl von Münch- 
ner Künstlern aus dem 15. und 16. Jahrhunderte kennen, während 
besonders im IÖ. Jahrhunderte viele Künstler in München lebten 
und eine Schule bildeten. deren Erzeugnisse jedoch jenen der Ul- 
mer und Nürnberger Schule nicht gleichkommeii. Auch ist das 
Kunststreben jener Zeit in München zu wenig bekannt, als dass 
man darüber genau urtheilen könnte. In Bayern gingen durch 
die Klosteraufhebung viele Werke zu Grunde, andere sind unbe- 
kannt. oder sie werden fremden Meistern zu5eschrieben. Eben S0 
weise man von dem älteren Haus Schöpfer nur wenig, und wenn 
wir auch lesen, er sei aus Ndrdlingen gewesen unrl habe um 1550 
bis 1570_geblüht, so dürfte nur wenig Wahres in dieser Angabe 
liegßn- Auch der Schule von Landshut scheint er nicht anzuge- 
hören, deren Wirksamkeit eben au wenig genau erforsfht ist, als 
jei-ie der Münchner Schule, wenn wir sie so nennen durfen. 
Der "erste, welcher über Hans Schöpfer etwas Urkundli-
        

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