Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795460
Schoepf , 
Peter. 
auf der rechten Schulter trägt und ihn nach einer Traube, die e, 
emporhebt, haschen lässt, eine runde Gruppe von Sapphp und 
Amor. endlich Oedipus mit der Sphinx und eine Venus, die sich 
im Spiegel besieht. Mehrere dieser trefilichen Modelle, unter 
welchen der Oerlipus, so wie der Faun, noch mehr aber Sapphu 
und Amor, und besonders auch die Venus sich des Beifalls der aiisge- 
zeichnetsten damals in Rom lebenden Iiiinstlcr zu erfreuen hatte, 
wurden, wie wir sogleich sehen werden, später im Grnsscn, ziiin 
Theil auch in Marmor ausgeführt, Eine zweite Darstellung der Sapphn, 
welche den Amor liebkost, ward 185.1 unter Leitung 'l'hurwalilsen's 
in Relief vollendet, und erinnert durch das einfache lVIaass der 
gestimmten Anlage, so wie durch seine fein gefühlte und doch hriit". 
tige Behandlung an die schönen Reliefs, die wir von der [dem] 
des letztgenannten grossen Meisters besitzen. Sappho sitzt, niig 
dem Diadem (Stirnband) geschiniicltt, auf einem Felsen; an ihr 
linie lehnt sich sanft der geflügelte Amor, dessen LlllliC in die 
siebensaitigc Lyra greift. Dieses Relief, in Medaillunfoi-iii, ist in 
Carrarischcin Nlarinor ausgeführt. In demselben Jahre fuhrtc er 
mit nicht minderer Sorgfalt eine kleine sitzende Statue des Noah 
mit der Arche in der Hand in pentelischcin Marmor aus, die im 
Besitz des Herrn Camuzzi ist. Aus dem Jahre ltf-SQ riihi-t auch 
ein treHliches Relief her, Orpheus in der Uiiterivelt (larstellend, 
wie er init Amors Iliilfe und den Tonen der Lcycr seine Gemah- 
lin Eurydice, die hinter Pluto's und Proserpinds 'l'liriwn steht, da- 
raus zu befreien sucht. Auffassung, Anordnung und Fornirnhit. 
duug zeugen von geläutertem Geschmack, und v_on guter lienm- 
niss der Bedingungen des Relielstyls. Dieses Relief führte er spii- 
terhin, als er in seine Vaterstadt zuriicltgcltehrt war, noch einmal 
sorgfältiger in Gyps aus, indem er daran in massiger Weise das 
antike System pnlychromer Plastik in Anwendung zu bringen suchte. 
Einzelne Schmucksachen und Nebendinge sind in Gold getzisiq, 
und der Grund hat eine dunkelblaue Färbung von ruhiger Wir- 
kung, von welchem sich die weisseu Belietfiguren in plastischer 
Rundung um so lebendiger abheben. 
Im folgenden Jahre, 1835. modellirte er die Statue-des Oedi. 
pus in Lehensgriisse. Es ist diess die schöne Statue eines jugend- 
lichen im Heroeii- oder Athleten-Charakter gehaltenen Pvliinnes 
mit 1511130!!! gehriiuseltem Haar, in nachdenkcnder Stellung, als sei. 
er darag' bedacht, das Bäthsel der auf einem Felsen neben ihiu 
sitzenden Sphinx zu lösen, eine Statue, die vortretflich nach Stel- 
lung und Verhältnissen, in allen ihrenTheilen niit dein siirgfiiltig- 
sten und freiesteii Studium der Natur, init richtigem Gefühl für 
ihre charakteristische ERn-ineiilwilrlung und bis ins Einzelne uiit 
kräftiger Bestimmtheit ausgeführt ist, iiberdiess von allen Seiten, 
vorzüglich aber viiin liilttlißll, die geschmachvollsten Linien, wie 
ein schöner liiirper in angemessener Stellung sie gewahrt, darbie- 
tend. Oetlipus hat den Zeigefinger der rechten Irland an" den Mund 
gelegt; der Kopf ist leicht nach dieser Seite hin geneigt. [lei- 
linke Arm, iiber welchem die Chlamys herabhiiiigt, hält ruhig ei. 
nen Jagdspiess; hein Gewand verhiillt sonst die herrlichen Formen 
des jugendlich kräftigen, vom schönsten tVlushelspic-l belebten 
liiirpers. Die Statue hatte in Rom beiteits Aufsehen erregt, und 
fand auch auf der Miinchner Iiunstausstellung im Jahre 185d gros- 
scn Beifall. Das liunstblatt und die Allgemeine Zeitung llc-Sßßlhcn 
Jahres sprachen sich sehr günstig und ausführlich darüber aus. 
In den Jahren 1856 und 1857 Selten wir unsern Äitmätler mit 
dem Meissel in der Hand beschäftigt. Von ich r mtl besonderer
        

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