Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1794972
Schoen 
oder 
Schongawer , 
435 
einer Meisterschaft gemalt. wie die Wassertropfen eines niederlän- 
dischen Blumonmalers. Das Colorit des Leichnams hat etwas Blei- 
farbenes. Die Zeichnung des Nackten beweist lienntniss des mensch- 
lichen Ilürpers, aber nicht den geübten und gelehrten Zeichner; 
die Formen erklärt von Qnandt gleichsam als eine bildliche Ueber- 
setzung der Natur ohne hinlängliches Verständniss derselben. Pas. 
savant erkennt hierin ebenfalls Scbcwngantefs Werk, Waagen l. c, 
U. 313, steht aber mit beiden im Widerspruch, wenn er auch in 
die Bewunderung des H. v. Qnandt mit einstirntnt. In der Bildung 
des lioples der Maria und des Christus u. s. w. erhennt er den 
Nleister der Lyvorsbergßchen Passion. Gegen Schongauer spricht 
ihm zunächst die Zeichnung, und auch die Färbung und Malweise 
findet er abweichend. 
Ansser diesem Bild besitzt Colmar noch ein unbezweifelt echtes 
und hostbares Gemälde von Scbungauer. Es befindet sich das selbe 
in der Stiftskirche St. Martin in dem Gange hinter dem Hoclialtar 
und stellt eine Madonna iiber Lebensgrösse auf einer Rasenbank 
vur einem licisengehege sitzend dar, wie über ihrem Haupte zwei 
schwebende Engel eine Iirnne halten. Qnandt glaubt, es sei diese 
eines jener Gemälde, wvclrhe NVimplIeling mit so grussem Lobe er- 
wähnt, hiilt es aber für iiherntalt, was Wangen bezweifelt. Diese 
ist auchjenes Bild, welches Fiurillo in der ehemaligen Abtei zu Pviiin- 
ster gesehen haben will; allein er verwechselt diese liirche mit 
dem Stifte St. Martin in Colmar. 
Passavant und Waagen fanden vor den Bildern Schnngauerka 
in Colmar vollkommene Bestättigung dessen, was L. Lnmbairdn in 
seinem Briefe an Vasari sagt: dass er nämlich seinem lNleister Hu- 
gier an Durclisiclitiglteit und XVnhrhelt der Färbung, an Feinheit 
und Schmelz des Vertrages nicht glßlßllliuflllllß. Doch ist seine breite, 
mehr zeiclinexide {Behandlung nicht störend, und auch die Ausfüh- 
rung sehr sorgfältig. Dlnnchmal erreicht seine Färbung sogar aus- 
serordenlliche Iiratt uml Glnth. An Liehlichlaeit der Frauen- und 
liirirlcrlziinfe übertrifft er den flngier, und erhebt sich noch höher 
im Ausdrucke der IYIilde uncl des Adels im Kopfe Christi. 
Berlin. 
1m Museum ist ein Bildchen der Anbetung der Könige, Friilier 
als Werk eines Meisters der hullündischen Schule erklärt. Cat. Il. 
Nr. St. 
Basel. -  
Auf der Bibliothek der Stadt erkannte Passavant vier schmale 
Tafeln mit einzelnen weiblichen Heiligen in ilunlselgrauen Nischen 
stehend als Schongauerß; Werke. Es sind die Ileiligen Barbara, 
Catharina, lYIargareIha und Elisabeth von Tlhiiringen, mager in den 
Formen und von gcisireicher wuhlverstnndencr Zeichnung, wenn 
gleich in der Feinheit den NVerlien nogiefs nicht gleichzustellen. 
Eben su verhält es sich mit der Färbung, die zwar harmonisch 
und milde, aber nicht jene Tiefe erreicht. 
Wien. ' 
In der Gallerie des Belvedere zu Wien wurden von Ch. v. Me- 
ehel dem Schongauer ebenfalls Bilder zugeschrieben, welche nach 
v. Quanalt nicht die entfernteste Aehnliclikeit mit dessen Werken 
haben. Sie gehören der Physiognomie nach dem dritten Kunst- 
gcschlechtc und einer späteren Zeit an. Der Name Martin Schön 
war zu MßChCYS Zeit eine Ausilucht, wenn man denlMeister nicht 
zu nennen wusste, wie man jetzt den verschiedenartigsten Gemäl- 
den den Namen Bart. Zcytblom gibt, was nach Qunndt so viel wie 
unbekannt bedßlllßi- 
Q5 '
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.