Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1794955
S_cho_en 
Schongawcr , 
oder 
Martin- 
433 
München. 
In der Pinakothek sind mehrere grossartige und anlnutluvolle 
Gemälde, welche dem Meister Schongauer zugeschrieben werden, 
allein 'v. Quandt behauptet, dass sie an Schönheit den Stichen 
des Meisters noch weniger gleichen, als die in der St. Murizlm- 
pelle zu Nürnberg. Das als ächt bezeichnete, 7 --5 F. grusse Bild 
stellt den Heiland VUP. Welcher von den Seinen betruuert wird, 
und ist sehr ausdrucksvoll; allein der Schmerz ist anderer Art, als 
der in Schön's Grablegung B. Nr. tß. In dem Gemälde ist der 
Schmerz selbst der Gegenstand der Darstellung, in dem Kupfer. 
stich aber die Aufgabe einer Handlung der Barmherzigkeit, die 
der Schmerz begleitet, wie eine rührende Melodie ein Gedicht. 
Ueberdiess werden daselhst dem M. Schön zugeschrieben: der 
Bischof Servatius und eine Frau init dem liinde; der Einzug Da- 
vid's mit Guliatlfs Haupt, wie er von den Frauen einplhngen wird; 
zwei kleine Staffeleibilcler, und das Brnstbild der heil. Jungfrau 
in einem Rund von 5 Z. 6 L. Durchmesser. Muthmasslich wer- 
den diesem Meister beigelcgtäYsethor und Susanne mit zwei liin- 
dem; Bischof St. Servatius mit dem offenen Buche, ebenlalls kleine 
Bilder. 
Schleissheim. 
Nach dem älteren Catalogt: von C. von Mannlich müssten in 
der Gallerie zu Schleissheixn mehrere Bilder .von diesem Meister 
zu finden seyn; allein es ist jetzt eine behannte Sache, dass Mann- 
lich die Werke des Nlartin Schaffner unserm Iiiinstlei- zugeschrie- 
ben hat. Die meisten dieser Bilder sind jetzt in der Pinalanlhelt 
zu München, in Schleissheim sind nur nach acht Darstellungen: 
aus dem Leben Jesu, jetzt im Cntaluge von Dillis als VVerhe Schaff- 
ner's bezeichnet. Dagegen erliliirte Dillis zwei andere Gemälde, 
die von anderen ebenfalls jenem Meister zugeschrieben werden, 
als Arbeiten Schongauefs. Das eine stellt Gott Vater mit der liirunc 
auf dem llnupte als strafenden Richter dar, wie er ein Schwert und 
drei YVurlspiesse in den Händen hält. lin Vurgrumlc fleht Maria 
für den uxn sie lHIiCDCiEH weltlichen und geistlicher) Stand, Das 
andere dieser Bilder, welches zu dem genannten gehiiret. zeigt 
oben Christus und den heil. Geist vun Engeln umgehen, unten 
St. lluchus und St. Sebastian. Sie sind 5 F. 2 Z. 5 L. 
Colmar. 
Die Werke, welche M. Schön in dieser Stadt liinterliess, zei. 
gen rliesizn (Nlexster in seiner vollen xblgrälllllljlnllChlliüll. anmuthig, 
liebensivurilig unrl plianiasievull. Es sind da jene Bilder, von 
w_elchen Wiiiiplieiing (Epitmni: reruin Geriimiiicaruin cap. Q8. upp. 
hist. Basilgae 1574 l. p. 23119) sagt, dass die {Vlaler welleiferiid zu- 
aaiumenslrumiiiten, lllll sie zu sehen. 
In der Priorci, ileiii lientigen Collegiuiri. sind Werke von 
Scllüllgauer. wovon einige lriiher dem Alb. Diirer beigelegt wur- 
den. Das _eine dieser llllllßl" besteht aus zwei Flügeln eines lgrussen 
Altars, _nul_ welchen die Verliuniligung Mariii, und dann Maria, die 
mehr liiniliscli als jungfräulich ihr liind lächelnd beimchmi. wir- 
gesißlli 151- Den. grdsilen Ilaum (lIGE-CS Ollelllüllgex] Altäre; iiim ein 
seltsam verschiiurkeltes Gebäude aus, welches mit Egyeln alwrg. 
    ß  o_ 
lullt is!_i die genau betrachtet werden musscn, um sie nicht liir 
bunlscliimlußrnlle Inseliien zu halten. Der Himmel scheint in Brand 
geralliizii zu seyn und Sclllllllllfäfli in allen Farben des llßqirivhuyqns, 
B1]      .2 
Das ganze lt ist nach v. Quaiidt der hitzige Picheriraum Ulnui 
geisil-Qiclien ivlulers, in welchem Fratzcnliafles und Zßrtes im grau- 
Nuglcräi  13:1. X17. 2-;
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.