Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1794895
Schoen 
oder 
Martin . 
Schongawer, 
427 
gvrichlßl ihat- Die Jnhrzahl 1504 mit dem Buchstaben Lpasst nicht 
zur Schrift des Zettels. Gemalt ist es 1483, nach der gewöhnlichen 
Annahme von Hans Larlamayer, einem unbekannten Schüler des 
lYleisters. der viel später sein lllonograiiiin auf das Bild gesetzt 
haben muss, riiiiiilicli 150i, nachdem er das Bild vlm den Erben 
des Meisters in Colmar erhalten hatte. Daraut scheinen die VVorte 
zu deuten: 
w. . .  rhen zu Holm  anno lftggti, 
so dass es hiesse, von den Erben zu Iiolmar 1499, und nicht ge- 
storben zu Colmar 13:99. Schon v. Murr. iiiiil auch v. Quandt 
(Iiunsthlatt 18110, S. 327) erkannten darin das Jahr der Erwerbung, 
und nicht des Todes. Schnngauer starb früher, nach Saitdrart 
HLSÖ, der hierin der Wahrheit am nächsten lsani. Saiidrart, dem 
viele nachschriehen, scheint in dieser Angabe dem Scheurl oder 
noch eher dem Albert Dürer gefolgt zu scyn. welcher in seinem 
Tagebuch sagt: siiißti am St. Andrestag versprach mich mein Vater 
in die Lehre zu Michael Wuhlgeiuutli, ihm drei Jahre lang zu 
dienennt Der alte Dürer bestimmte ihm anfangs den M. Schön 
zum Meister, wenn er 15 Jahre alt gcwurden wäre, und dieses 
musste er 1485 werden. Dürer spricht sich darüber bei Schcurl 
selbst aus, welcher im Leben von Anton liress (Commeiit. de vita 
et obitu A. liressi T. V. D. Norirnb, 1515, 4., und wieder abge- 
druckt in Opp. Pirhhcitn. Frhf. 1610. fol. p. 351 _55) von Dürer 
spricht, den Martin Schüu berührt und einen Fehler von Wim- 
phelixig verbessert, dass er nämlich (capite LXVIII. enitomatis liist. 
germ.) angegeben habe, Albert Dürer sei Martin Schöifs Schü- 
ler gewesen (Alhertum usuiri esse praeceptnre Martiuo Schoen) da 
er (Scheurl) doch durch Albrecht selbst wisse, dass ihn sein Vater, 
wenn er ein Alter von 15 Jahren erreicht haben würde, in die 
Lehre zu M. Schön gegeben hätte (se adolescentulum decimiiin 
tertium annum natum Martino Sehnen  in disciplinam traditu- 
ruin fuisse), der aber um diese Zeit gestorben wiire (qui tainen 
aub id tempus cxcesscrit). Demnach müsste M. Schön um 1.185 
gestorben seyn, da der alte Dürer mit dem Meister van Colmar 
bereits in Ünterhantllung stand. Ein anderer Gewährlcistcr bei 
Bartsch, der Hofrath Lerse, behauptet zivar (Huhefs Handbuch, 
franz. Ausg. I. 10g, deutsche I. 96). in Colmar aus alten Panieren 
ersehen zu haben, dass Schongauerxnoch lange nach 1436 gelebt 
habe. Lerse macht indessen keine dieser Urkunden namhaft und 
glaubte vielleicht nur sie finden zu können, ohne je eine gesehen 
Zu haben. Dass sich derartige Dokumente, wenigstens in Colmar, 
Wo sie zu suchen waren, nach 13710 nicht fanden. erfuhr damals 
G. v. Qiiuudt (l. c. S. 326) durch den unermüdlichen Forscher 
und Archivar Hugot in Colmar. Dieser Gelehrte fand das Ver- 
zeichniss der Bruderschaft zum Rosenliranze, die im 15. Jahrhun- 
derte sehr zahlreich und über ganz Elsass verbreitet war. Es 
wurde der Handschrift nach gegen Ende des 15. Jahrhunderts an- 
sefeätigßt. Zu einer Zeit, wo Martin Schön nicht mehr lebte; dem! 
es wird seiner nicht mehr erwähnt, nur seines Binders Ludwig- 
 Das Zeugniss des llatlis Lerse hatte daher nie volle Gültigkeit. 111111 
auch MannlicWs Catalog der Gallerie in Sfchleissheim, auf welchen 
sich Bürtsch beruft, gibt keinen Beweis, da Mannlich bekanntlich 
den späteren Martin SchaFfuer mit M. Schongauer verwechselt hat. 
Auch dasgenannte Bildniss Schongauefs in München bleibt sehr 
apohrypllläcll. da nicht nur die Jahrzahlen abweichen, und der 
Dargestellte Selbst haum als Martin Schön zu nehmen ist. Es ist 
diess das Portrait eines Mannes von 36  53 Jahren, Schnngauer 
war aber 1485, wn es gemalt scyn muss , mehr als (in Julm, an,
        

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