Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1794875
Schoen 
oder 
Sehongawßlä 
Martin; 
425 
stellern auch verschiedene Angaben, und wenn darunter die Ita- 
lißltßr Hecht hätten. so wäre Schön nicht einmal ein Deutscher. 
Sie heissen unsern Meister Martina d'Anversa, was vielen ein Piiith- 
iel WM, jetzt aber zur Aufklärung über seine Schule gedient hat, 
und den lrrlhum nicht so gross erscheinen lässt. Es wusste ja auch 
Sandrart, der Schöpfer der deutschen Kunstgeschichte, nicht Be- 
scheid, wenn er sagt, Martin Schön sei v'nn Culenbach (Gulmbach 
in Franken) gebiirtig. Später wollte man mit Gewissheit behaup- 
ten können, der liiinstler stamme aus einer Augsburger Patrizier- 
Faunilie und sei in Colmar geboren. Als Grund zu dieser Behaup- 
tung nahm man einen an vielen Stellen zerrissenen und undeutlich 
geschriebenen Zettel, der sich auf der liiickseitc des ßildnisses 
des Martin Schongauer befindet, den schon 17T5 H. v. Murr in 
seinem Journal für liunst II. 238, aber ungenau bekannt machte, 
und auf welchen sich auch A. v. Bartsch der bis auf die neueste 
Zeit (lcn Ausschlag gab, gestützt hatte. Zur Zeit v. Man's befand 
sich dieses Bildniss in dem berühmten Prauxfschen Cabinet zu 
Nürnberg, bei dessen Zerstreuung es Graf von Fries in Wien er- 
stand. Da sah Bartsch das Bild. welches ihm bei der Bearbeitung 
des sechsten Bandes seines Peintre-Graveur. s Vienne 1808, Beweis 
gebend war. Er stach das Bilrlniss in Kupfer, und fügte auch das 
Facsirnilc der Schrift bei; allein so wie Murr Wlllitilhfiißh verfuhr, 
so ist auch bei Bartsch der Zettel noch immer IIlCltlxCliplOmßliSCh 
getreu gegeben. Auf der vorderen Seite dieses jetzt in der k. Pi- 
nakothek zu München befindlichen ßilclnisses steht: Hibsch 
Martin Schongauer Malerxlfltlö, und die spätere Jahrzahl 
15L0-l. Auf dem an der Rückseite befestigten Zettel liest man: 
nMayster Martin Schongawer Maler genent Hipsch 
mMartin von wegen seiner Kunst geborn zu liulmar 
waber von sinen Aeltern ain Augspurger  des 
aYgOSChlEChIS vo Her geporn zu  zu Holm" 
m.  anno 149g  Hornungs dem Gut genad. 28.  
952i!) junger Hans l. rgkmair jm jar 1488.: 
Unter diesem Zettel steht von späterer Hand geschrieben: 
Manns Alberti Dureri.  
Diese Inschrift galt dem berühmten Verfasser desrPeintre-gra- 
veur VI. p. 104 als "Pauthenticitc la plus irröfragableit, die alle bis 
dahin obvvaltenden Zweifel heben sollte. Schongauer, mit- dem Bei- 
namen der hübsche Martin, musste von einer Augshurgischeu Pa- 
trizier Familie abstammen. aber in Colmar geboren seyn. Das! 
eine Familie Schongauer in Augsburg gelebt habe, beweise! Wei- 
gel's Wappenbuch, so wie auch, dass diese mit unserm liiinstler 
gleiches Wappen führte; denn das Wappen, welches auf dem Bilde 
des Martin Schongauer in München steht, ist das der Augsburger 
Patrizier: ein Halbmond im -Schilde. Allein es laisst sich der Vater 
lliClll bestimmen, und der Sohn erscheint ohnehin nicht in de? 
Starnmreihe. Auch die alte Nürnberger Familie Schön weiset kei- 
nen Martin auf, sie ziihlte aber um H10  1470 (Man's Journal 
11-31) Malen, so dass manches alle, von jenen uusers Schon- 
gaüerßflbweichentlc Bild in Nürnberg entstanden seyn dürfte- 
AuCll die Auwsburger Familie könnte Maler gezahlt haben. S0 iSl 
jener Maler iutlwig Schiinerauer, den v. Stetten in den Bürgerre- 
gisterh unter dem Jahre 1130 erwähnt fand, kaum Eine Person 
mit dem Bruder unser: Martin Schön  dass aber unser Martin 
 
v) E5 
also , 
scheint 
dass 
die 
Erzeugnisse 
Schön und 
der 
Schun-
        

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