Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1794779
Schxhorr 
Carolsfeld , 
Ludwig Ferdinand. 
415 
Das eigene Bilclniss dieses Meisters ist in der Portraitsamm- 
lung des k. sächsischen Lluimalcrs Vogel von Vugelstein, von (lie- 
sem selbst 1330 in Rum gezeichnet. Er ist jetzt Ritter des k. h. 
Verdienst-Ordens vom hl. Michael und des k. preussischen Ordens 
Puur le Merite. 
Schnorr von Carolsfeld, Ludwig Ferdinand, I-listiirien. 
iiialer, der Bruder des heriihmten Julius Schnorr von Curulsfeld, 
und selbst ein tüchtiger Meister. als welchen ihn jeder erkennt, 
welcher für die strengere romantische deutsche Iiunst, und nament- 
lieli liir die religiöse Schule der Malerei in Deutschland Sinn hat. 
lm JHllPß 1789 in Leipzig geboren. erhielt er den ersten Unter. 
riclit von seinem Vater Veit Hans Sclinorr, kam aber schon 180.1, 
nach Wien, wu er an dem lillllällwbßllden Herzog Albertvon Sachsen- 
Tcsclien einen Gönner fand. Ludwig von Schnorr konnte mit 
Unterstützung dieses Fürsten die Akademie daselbst besuchen, und 
errang sich durch Muth und anhaltendem Eifer endlich eine An- 
eriteiinung, welche unter den damals an der Akademie in Wien 
oliivalteiiden Verhältnissen nicht leicht ein liiinstler tancl, der ge- 
gen dsnlaliatlemisehin SchlendriÄn lanlzulsiiinpfen wagte. Ueber 
iese 'eriiittiisse in en wir iin rti e seines Bruders ehandelt 
und somit verweisen wir hier auf denselben. L. F. Sciluiorr er: 
 langte Äclilon ltriiheverine gewisse Beifeainväoläe dergfn er bald nach 
seiner n tun t in  ien es wa_ te, mit erien ö entlich liervor- 
zutreten. Es sind diess verschicdefie Conipusitioxien in Sepia und Tusch. 
oder mit der Feder und in lireide ausgetiilirt. Man erkannte in 
äieseln ein ernstes lätäidiluinmnatchltxr Aliitilaä, nach [Gemälden und 
eieinnn en von zi ae , ic ie iwe o, aiirlineli und anderen 
gleichzeitigen iVIeistern, und namentlich auch eine sorgfältige Be. 
obachtung der menschlichen Natur. Es finden sich noch eine 
Menge von Aliten nnd Studien aus seiner früheren Zeit, welche 
sein eifriges Streben nach Ausbildung beurkunden. Er fing auch 
schon frühe in Oel zu malen an, anfangs gewöhnlich heroische 
Conipusitionen und dann Scenen aus der heiligen Geschichte und 
Legende Doch gründete keines dieser Bilder seinen Ruf; er fand 
im Gegentlieile damit nianche Anfechtung. Entschiedeiien Huf er- 
warb ihm erst SCYIIGHDElTSlCIIZllUIIISgIVIEIH Göithfs Faust, weluhg sich 
seit 1321 in der "a erie es eve ere ieindet, F. [h hßch 
und 7 F. 10 Z. breit. Dieses grosse Bild stellt Fgusifsgßesehvi-ö- 
rung dar, welche sogleich mehrere Federn in Bewegunv setzte, die 
den ltiif des Meisters verkündeten. D 
Faust, in rothein Ünterldeiile, schwarzem, mit Fnchspelz ver- 
' bräintein Uebcrivurf, schwarzem Barret, ist eine inittelgrosse, starlte, 
gedrungene Gestalt, von entschiedenen, harten zügeln, in Nacken 
und Stirne ein riichsichtsluses, unuulhziltsaines Vurwiirtsdringen 
1'111]? gehend. Erst später liüllllüll er iii die Hexenküche, die ihn 
veriiingcn, die dreissig Jahre ihm vom Leibe schaffe" sulL An 3h," 
ruhmt Gretchen noch nicht den hohen Gang, seine edle Gestalt, 
seines Mundes Lächeln, seiner Augen Gewalt; dieser Faust ist der 
Mann _der alten sinnvollen deutschen Sage. der vielverfolgte Er- 
findet ]ener erfolgreichen liiinst. Er ruht. hinter seinem Pulie wg 
er je eben die llebersetzung des neuen 'l'eslaiiients aus dem iheil. 
Original ins geliebte Deutsch beginnt, und vollbringt unerschru- 
elien die ßescliw-driitig. Des Pudels uiigeheiiere Nelielgicstalt schwin- 
det 1-11? (Iillüre: und Mephistuplieles, als ein fahrender Schulasti- 
cus gekleidet, tritt hinter dem Ofen hervor. Des Beschwürers e. 
bieterisclies Drohen verkündet sich meisterhaft in dem hefshhgnd 
ausgestreckten rechten Arm, und in dessen auf das ewige Buch
        

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