Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1794622
Accis-Inspector ward. Diese Familie. die jetzt berühmte Meister 
zählt, stammt aus Schweden oder Island, und der ursprüngliche 
Name Snorr bedeutet so viel wie Mann. Churfürst Johann 
Georg III. bcstättigte den Adelsbrief, den Schnorr's Ur-Grossvatcr 
1637 von dem Iiaiser Leopold I. erhalten, und zwar mit dem Zu- 
satze von Carolsfeld, einem Städtchen an der böhmischen Grenzm 
Die Hinderjahre vorflossen dem Veit Hans im ülterlichen Hause 
sehr froh, denn er vertrieb sich die Zeit auf das angenehmste mit 
allerlei Iiiinsteleien, indem er malte, schnitzte und unaufhörlich 
baute, wie er selbst in lVIcuseVs deutschem liiinstlcr-Lexicon be- 
richtet. Er fertigte schon im zwölften Jahre zu Jcdermanns Bei- 
fall die Husaren und Türken auf den Scheiben der Schützen zu 
Schneeherg, und Niemand war glücklicher als Veit in seiner einsa- 
man Dachkammer, wo er sein liunstwesen trieb. Indessen zählte 
der Vater seine Lieblingsbeschäftigungen zu den brodlosen liiin- 
iten. Der Sohn sollte Jurisprudenz studiren , und um ihn einmal 
das Studentenleben kennen zu lehren, nahm er ihn mit sich nach 
Leipzig. Der Vater hatte sich auch bereits der Sinncsiinderutig 
des Sohnes erfreut, denn als der Direktor Oeser, dem er eins 
Zeichnung nach einem Iiupferstiche von Geyser vorlegte, in lllßser 
nichts weiter als den miihseligen Fleiss bewunderte, so gedacht; 
Schnorr ernstlich an die Studien und schon 173.1 bezog er wohl 
vorbereitet die Hochschule in Leipzig. Hier studirte er einige 
Jahre lang die Rechte, aber lau, desto eifriger die liunst. Zuletz; 
besuchte er die Akademie, und machte sich den rauben Oescr mit 
seinen Arbeiten nach und nach geneigter; allein als er ihm er- 
klärte, dass er sich der Iiunst ausschlieeslich widmen irollte, so 
war es wider Oeser, der ihm die Lust zum Malen benahm. Jet-Lt 
kehrte cr wieder zu den Pandekten zurück, disputirte, lies: sigh 
1787 examiniren, empfing von der Fakultät die Note Omnino dig. 
uns und ward Notar. Allein über dem ihm widerliclicn Alitenfe- 
Sen erwachte die Liebe zur Kunst mit neuer liraft, und als ihn 
endlich Oeser in seinen Dilettantenarbeiten selbst ermuntert hatte, 
da er Bilder dieses Meisters copirte, und der Vater gestorben 
war, widmete sich Schnorr ausschliesslich der Kunst. Er betrat 
diese Bahn mit ziemlichem Glocke; allein die Liebe hätte ihre 
Hechte etwas später geltend machen sollen. Er heirathete die 
Tochter des Iiectors Irtnisch in Plauen und zog mit ihr 1733 nach 
Königsberg in Preussen, wo er durch (_Jeser's und Weisstfs Em_ 
pfehlung zwar beim Herzoge von Holstein Bock, bei liant, Hippel 
und in anderen Häusern die freundlichsteAufnahme fand, aber sich 
in seinem Wirkungskreise doch bald so beengt fand, dass er mit 
Sehnsucht an seinen Musensitz dachte. Er musste die kostbare 
Zeit dem Brodcrwerbe widmen, wofür ihn der Ruf eines geschick- 
ten Bildnissnialers und Zcichenmeisters nicht entschädigte. Im 
Jahre 178i) nahm er eine Lehrstelle am Handels-Institute in Magdu- 
burg an, allein nach Jahresfrist vertrieb ihn der Brämcrsintt itlud 
das kunstlecre Leben der Handelsstadt. Er kehrte mit Weib und 
Iiind nach Leipzig zurück, um nach allen liriiftcn unter Oest-fs 
Leitung sich in der Kunst weiter auszubilden. In diesen Jahren 
wieder Schüler zu werden, und neben dem Studieren eine schnell 
anwachsende Familie zu ernähren, dazu gehört nur eine Liebe zu, 
liunst, wie die unsers iVleisters war. Und er täuschte sich auch 
nicht. Die Thcilnahme und thiitige Unterstützung Oeser's, du. 
ihn in der Nicolaikirche auch zum Gchülfeu nahm, kam ihm sein- 
zu statten, und sein nie ermiidencler Eifer ersetzte endlich dem 
'Manxie, was der Jüngling auf der Schulbank xiiCht erreichen 
konnte. Er sludirte WVinclsclnianifs Werke und Anatomie, zeichnete
        

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