Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1794577
Schnetz , 
Victor. 
Jean 
aus 
Dann miissen wir auch noch einiger Gemälde erwähnen, welche 
der Geschichte angehören, die aber nicht alle so bedeutend sind, 
als die genannten Volksscßnen, Dies; ist mit seinem Bilde der 
Jeannc d'Arc (1835), und mit jenem des Connetnlwle von Mont- 
morency in der Schlacht von St. Denis der Fall (1356). Auch das 
Gemälde mit lVlazarin auf dem Todthette, wie er Collxert Lud- 
wig XIV. vorstellt. im Luxembourg aufgestellt. entging der Critili 
nicht, welche darin nur eine Pri-isentationssceixe erkannte. Auch 
das grosse Oelbild im Snale der Präfectur, welches älter ist, als 
die beiden genannten, und den Kampf vor dem Irlötel-de-lfille 
den 28. Juli 1850 vorstellt, fand keine zahlreichen Lobredner. Als 
das schönste historische Bild des Meisters wird aber im Iiunsthlatte 
1836 jenes der hl. Elisaheth in Notre-Datne des honnes nouvelles 
erklärt. Die Scene ist jene oft dargestellte, wie die Heilige im 
Schlosshofe der Wartburg Hiilfe spendend unter den Armen um- 
lterwnndelt, das Ganze in lebhaft dramatischer Auffassung. Von 
Schnetzfs Talent zur Darstellung von religiösen Gegenständen {in- 
wdet man in der neuen Lorcttokirche und in der liirche der hl. 
llNlagdalena Beweise. ln N. D. de Lorette malte er den hl. Phili- 
hert, einmal wie er einen Gefangenen loshaitft. und dann ver- 
schmachtende Pilger erquickend. Diese Bilder sind nach der Weise 
der Frescuntalerei zu flüchtig in Oel behandelt, aber durch wahres 
Gefühl und edlen Styl ausgezeichnet. Auch die Propheten Ezechiel, 
Daniel, Jeremias und Isaias sind da von ihm gemalt, ernste und 
grossartige Gestalten. ln der Nlagdalenexilsirche malte er in einer 
Lunette die Bekehrung der Heiligen. Im zwölften Suale des Staats- 
rathes sieht man ein Deckenbiltl von Schnetz. welches Carl den 
Grossen vorstellt, wie er in lYlitte seiner lleichswiirdenträger den 
Alcuin empfängt. Auch die vier Medaillons der Hohllaehlexr ent- 
halten Gemälde von ihm. Dann müssen wir auch noch der Ge- 
mälde gedenken, die im historischen Museum zu Versailles sich 
befinden. Da sieht man ausser den schon oben genannten zwei 
Iiniestiicke in historischer Auffassung, nämlich die Portraite von 
Abraham de Fahert und Charles Auguste de Goyon Matignon. 
Ferner zwei grosse Gemälde mit Episoden aus der französischen 
Geschichte. Das eine stellt die Aufhebung der Belagerung von 
Paris im Jahre 386 vor, eines der geringeren Bilder des Meisters. 
welches im liunstblatte von 1837 sehr getadelt wird. Man sqll 
darin den Maler der hl. Genovefa und Sixlus V. kaum mehr cr- 
lsennen. Dann ist in Versailles die Schlacht von Cerisollesi 155111, 
und der Umzug der Kreuzfahrer um die Mauern von Jerusalem 
am Tage vor der Erstürmung der Stadt. Peter von Amiens steht 
 auf dem Oelberge und deutet in fanatischer Bewegung nach der 
Stadt, und durch ihn verbreitet sich ein für eine Prozession zu 
heftiges dramatisches Leben. Im Iiunstblatte von 1840 wird dieses 
Gemälde überhaupt nicht zu den gelungensten des Meisters ge- 
Zijllltg Das Colorit ist triib und die Ausführung fast unvcrzeihlich 
flucllllg. Die Färbung ist in Schnetfs Bildern überhaupt nicht 
1ml11el'_gut. Er übertreibt öfters die Kraft des Farhentons, der 
dann ms Choltoladbraune oder ins Bliiulichruthe" spielt, wie das 
I lillllSlblßll 1836, S. 151, behauptet. In der Zeichnung aber be- 
sitzt Scllnßtz immer grosse Vorzüge. 
Alle diese Werke entstanden vor 13.10, die Prozession der 
Kreuzfahrer erst in diesem Jahre, kurz vor der Abreise des Mei- 
SterS IlüCll E9111, woher vielleicht die iibergrosse Eile zu erklären 
ist. In dem bezeichneten Jahre kehrte lnäres nach Paris zurück, 
und Schnetz wurde an seiner Stelle zum Direktor der französischen 
Akademie in Rom ernannt. Mitglied des französischen Institutes
        

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