Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1794390
Schmulzer, 
Jakob 
Mathias. 
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von Lichtenstein und an dem berühmten M. Donner"). Letzterer 
verschalite ihm Gelegenheit, die Akademie zu besuchen. Wo er sich 
im Figurenzeichnen und im Modelliren übte. und auch in der 
Geometrie und in der Baukunst gründliche Kenntnisse erlangte. 
Zu all diesem verhalf ihm Donner. der ihn zuletzt zum Stempel- 
sehneider hcranbilclen wollte. Allein Schmutzer fand an dieser 
Iiunst wenig Behagen, wie es scheint zur Unzufriedenheit seines 
Wohlthäters; denn wir finden ihn jetzt ohne die nöthige Unter- 
stützung beim Maler Miilldorfcr in der Lehre, und bald war er 
auf den eigenen nothdiirftigen Unterhalt angewiesen. Er fand die- 
sen in Pressburg, indem er Zeichnungen nach der Natur fertigte, 
geometrische Arbeiten unternahm, und auch in der Malerei sich 
versuchte. Er malte einige Frirehenbilder, neben anderen einen 
Christus am lireuz fiir die Spitulhirclie in Pressburg und eine Dar- 
stellung aus der Legende der heil. Margaretha in der Blurnentha- 
1er Capelle daselbst. Diese Bilder verrathen bei aller llohheit der 
Behandlung viel malerischen Sinn und Gefühl für Farbe; allein 
Schmutzer war zum Kunferstcchei- bestimmt, ohne es eigentlich zu 
wollen. Fiir ihn hatte die Malerei den höchsten Beiz, und der 
Domherr von Iiempelen machte ihm Hoffnung. zur Ausbildung in 
dieser Hunst Italien besuchen zu können. Vergebens; der Dom- 
herr starb fiir ihn zu friihc. Jetzt musste er zu Pressbtirg im Hause 
des liupferstechers Zeller seinen Unterhalt suchen, der ihr? die 
 niithigen Idandgriliie im Radiren und Stechen lehrte. Schmutzer 
stach jetzt verschiedene Andaehtsbilrler liir Klöster, und viele Laud- 
liarten, theils fiir die Ungarische Topographie von Balii, theils 
für den Meister. Hierauf berief ihn der Maler Tizian nach Wien, 
welcher an dem Einanuel-Savofschen Institute als Lehrer der 
freien Handzeichnung angestellt war. Mit diesem Meister bear- 
beitete er Musterzeichnungen für die adelige Jugend, und nach 
Vollendung derselben machte er die letzten Versuche. Unterstü- 
tzung zur Ausbildung in der Malerei zu erhalten. Allein seine 
Gönner riethen ihm selbst, sich der Iiupferstechcrkunst zu wid- 
men, und nun machte er bei anhaltendem Fleisse hierin bald solche 
Fortschritte, dass man auf ihn die sicherste Holfnung hauen konnte, 
er werde einer der grössten Stecher seiner Zeit werden. Diese 
Hgffmmg wurde auch erfüllt, namentlich durch die Unterstützung 
des General Baron von Iicttler , der dem Künstler eine Wohnung 
einräumte und ihm zur Bedingniss machte, sich nicht mehr der 
Nadel und des Aetzwassers zu bedienen. sondern in der Stichma- 
hier seine Kräfte zu entwickeln. Hierauf erwirkte ihm der Gene- 
ral bei der Kaiserin eine Pension zur Vollendung seiner Studien 
in Paris. wo damals VVille einen europäischen lluf behauptete. 
Schrnutzer reiste 1'762 dahin ab, Wille nahm ihn auf. wie ein 
Vater seinen Sohn, machte ihn mit allen Vortheilcn seiner Kunst 
Veflfaut. und hatte die Freude. das autliliihcude Talent seines 
Sßltlllers bewundern zu können. Schruutzer übte sich jetzt auf 
yVilles Anraihen auch eifrig im Zeichnen nach der Natur, da er 
1n dieser Iiunst friiher keine strengen Studien machen konnte. Ge- 
legerlllßl! dazu fand er in der k. Akademie und in VVille's eigener 
Zßißhnllnf-ISF-Chule, die dieser für deutsche Iiunstjiinger erölfnet 
hatte. Schmutzer ragte bald über alle empor, und galt als ihr 
Chef. Doch auch in der k. Akademie wurde er ausgezeichnet, io- 
dern er den Preis der Zeichnung nach einer Grunge mänßlwller 
 
 Wenn R051. Meusel u. a. ihn zum Viehhirten und zum Flei- 
seherjungen machen, so verwechseln sie ihn wahrscheinlich 
mit dem Düsseldorfer Schmitz.
        

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