Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1794285
566 
Schmidt, 
Veit. 
Schmidt , 
Ulrich. 
So vergingen einige Jahre und die Lithographie gelangte mit 
Ptiesenschritten zu einem Resultate, welches man sich nnfangs 
nicht einmal träumen lassen konnte. Schmid. der einerseits zuwe- 
nig Kiinstlerhmd mit anderweitigen Berufsgeschiiften überladen war, 
andererseits von der Anwendung der Steine zum Drucke ltach 
dem damaligen Betriebe keinen grossen Erfolg hoffte, liess das 
einmal gewonnene Feld Fast wieder brach liegen, und als ihmmoi 
die Pfarrei Ober-Haehing, und 1807 jene in Miesbach mit dem 
Landdehanat zu Theil geworden war, dachte er, fern von der 
Hauptstadt. wenig mehr an die Lithographie, die sich jetzt als 
ärmliche Steindruclserei zu einer glänzenden Iiunst erhoben hatte. 
Diesen unerwarteten Aufschwud verdankte sie von 1798 an allerdings 
zunächst dem A. Sencfelder, der durch seine genialen Erfindungen die 
frühern heengenden Grenzen ausdehnte und die Lithographie zu 
einer heilbringenden Kunst erhob. Er ist somit der Vater der jetzt 
bestehenden Lithographie. Doch auch Schrnid sollte nicht zurückge- 
wiesen und vergessen werden, da er zuerst den Stein zum Abdrucke 
entwendete. Seine Freunde suchten ihm daher das Recht der Priori- 
tät zu sichern, und namentlich nahm sich der Direktor von Mann- 
lich des bescheidenen Decan in Miesbaclt an. Es wurde sein 
Bildniss, als das des ersten Erfinders dem Miinchner-Schleisshei- 
mer Gallericwerhe beigegeben, welches aber nach einigen Jahren 
wieder weichen musste. WVas Schrnid in seinem Briefe an Dillis 
befürchtet. trat ein. Senefelder wies ihn 1818 in seinem Lehrbu- 
che der Lithographie fast ganz zurück, und auch 181g erhob sich 
im literarischen Mouatsberichte für bayerische Geschäftsmänner, 
Qtes Nliirzstiick, eine Stimme gegen ihn. Da steht eine weitläufige 
Geschichte des Steinclruches, als dessen Erfinder einzig Senefelder 
gepriesen wird. Wenn aber der Verfasser sagt, wdass man seit 
einem Jahre Schmid mit aller Gewalt zum ersten Er- 
finder des Steindruckes machen wollen, so geht diess 
gegen von lYIannlich und andere unterrichtete Freunde des geistli- 
chen Rathes Schmid, und er ist in so ferne im Irrthum, als schon 
von jeher und auch in der Folge dessen Ansprüche erkannt und 
vertheidiget wurden, wie wir oben nachgewiesen haben. Fassen 
wir aber das Ganze zusammen so ergibt sich folgendes Resultat: 
Schmid steht als erster oder bekannter  Erfin- 
der des Steindruckes auf mechanischem Wege, Sehe. 
felder anfangs auf demselben und dann als Erfinder 
der eigentlichen Lithographie in weitererBedeutung 
auf chemischer Basis , auf welcher durch ihn die 
Lithographie die mannigfaltigste Ausdehnung er. 
hielt und zur Iiunst erhoben wurde. 
Dekan Schmid kam von Mieshach als Hofcnplan und Beicht- 
vater der Frau Churfiirstin Leopuldine nach München und wurde 
zum geistlichen liath ernannt, als welcher er 1810 in einem Alter 
von 80 Jaltren starb. 
Sßhmidlä oder Schmid, UlPiCh, Maler, der ältere Iiiirlstler dic- 
ses Namens in Ulm , auf welchen aber nmehrere andere tblgen. Er 
arbeitete um 1476. 
 
 Da schon Jahrhunderte vorher auf Sleinplatten geälzt wnr- 
den ist, liöhlllß man annehmen, dass auch sclwn fllfüllßr 
Steine abgedruckt wurden. Bisher kennt man aber liCHlED 
beglaubigten Abdruck.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.