Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1794260
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Schmidt 
bimon. 
war. Zwei Steine besitzt die Freifrau von Stengel, Wittwe des 
Baron Georg von Slengel. Diese kunstverstänrligc Dame hatte er. 
lanbt, Abdrücke zu machen, und davon besitzen wir Tab. 5 und 
Tab. 6, so wie einen früheren Abdruck des Titelblattes. Dann 
zeichnete Schmid auch sechs Blätter mit Theilen des menschlichen 
Körpers, die zu gleichem Zwecke abgedruckt wurden. Die Platte 
mit dem Auge und dessen anatomischer Darstellung ist im Besitze 
der Freifrau von Stengel, welche auch von diesem SteineAbtlriicke 
zu machen erlaubte, wovon uns einer vorliegt, wahrscheinlich Tab. 
I, das Zahlzeichen ist undeutlich. ßr. 5 Z. 9 L- L. 5 Z. Q L. 
Dann sagt Schmid in seinem Briefe, er habe auch eine Landkarte 
einwärts gearbeitet. Auch von dieser Karte befindet sich der Stein 
im Besitze der Frau von Stengel. Es ist diess eine Harte von 
Afrika, die beim ursprünglichen Abdruck die griissten Schwierig- 
keiten verursachte, indem wenig reine Abdrücke heruhter gin- 
gen. Die neuen auf Veranlassung der F. Staatsräthin von Stengel 
gezogenen Probedrücke sind allerdings sehr gut. Br. der Platte 
5 Z. 8 L., jene der Iiarte 5 Z., L. 5 Zv 35 L. Alte Abdrücke 
von den sämmtlichen SchmicPschen Steinen, die in verschiedenen 
Besitz übergingen. und wahrscheinlich grösstentheils zu Grunde 
gegangen sind, dürften äusserst selten vorkommen, obgleich sie in 
der lieal- und Militairschule nach Hunderten gebraucht wurden. 
Die frühesten. welche Schmid selbst mit seinem Cylinder abdruck- 
te, sind wahrscheinlich alle vernichtet, von jenen aber, welche 
dann in der Schulbüchcrverlags-Druckerei gemacht wurden, die 
gut gelangen. könnten sich noch einige finden. Später beachtete 
man diese Blätter nicht mehr, da sie mit den neueren Produkten 
der Lithographie keinen Vergleich ausbielten, endlich nicht einmal 
mehr gekannt wurden. Wir wissen nur von einem einzigen Exem. 
plare, welches der königlich bayerische Oberst Herr von Mail- 
linger in München, noch als Schüler der Militair-Akaidemie aufhe- 
wahrt hatte. Er fand es wenige Jahre vor dem Tode des geistli- 
chen Rathes unter seinen Papieren vor, und machte es ihm zum 
Geschenke. Dieser hatte längst kein Blatt mehr, und freute sich 
jetzt um so inniger, als er diese unansehnlichen Produkte seiner 
frühen Zeit fast alle für verloren hielt. Diese Blätter müssen sich 
im Nachlasse des seel. Schmid vorgefunden haben , und mit dem- 
selben jetzt im Besitze des Herrn Ferchl seyn, der auch Sene- 
felder's gesammten Nachlass an sich gebracht hat.  
 Den grössteu Theil der Platten fertigte Schmid im Hau5e de; 
Herrn Baron Stephan von Stengel und machte aus seinen Versu- 
chen eigentlich kein Geheirnniss, Desswegeu erhielt der erwähnte 
l-lofmusikus Gleissner, welcher die Bekanntschaft unssrs Profes- 
sors citrig gesucht hatte, ohne Mühe Einsicht davon. Gleiss- 
ner besprach sich rnit ihm auch noch später über diesen Gegen- 
stand, als Professor Schmid bereits die Sache mehr geheim hielt. 
Gleissner, der aus dem Unterrichtgehen und Notenschreiben ei- 
nen Erwerb machte, iuteressirte sich schon frühe für die Schmid'sche 
Erfindung, war aber für sich nicht im Stande, davon einen Ge- 
brauch zu machen, da er wederlienntnisse in der Chemiehatte, noch 
im Zeichnen und in der Calligraphie bewandert war, und daher kam 
es ihm sehr erwünscht, als sich AloisScnefelder ihm näherte, dert795 
nach seinen unterbrochenen Universitätsstuclien die kümmerlichste 
Aussicht hatte, zunächst als Thcatcrdichter und Schauspieler sein Aus- 
kommen zu finden hoffte, und zu diesem Zwecke seine dramati- 
schen Erzeugnisse in Kupfer oder Zinn ätzen wollte, um dle 
Druckkosten zu ersparen, aber zuletzt durch die firlwßnduug 
des Steins ein leichteres Mittel fand , wie er in wlflelll Lßltr-
        

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