Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1794172
Schmidt 
oder 
Schmid , Peter. 
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nach St. Petersburg zurückgekehrt, versuchte er in Stettin sein 
Glück, und kündigte 1797 in Zeitschriften an, dass er mich einem 
neuen geordneten Plane Unterricht im Zeichnen zn' ertheilen sich 
erbietc. Das Glück war ihin wohl; er erhielt bald Schüler und 
die freundlichste Aufnahme in mehreren der angesehensten Fami- 
lien_der reichen Handelstadt. Die raschen, ungewöhnlichen Fort- 
schritte seiner Schüler. die unverkennbaren Vorzüge seines metho- 
dischen Unterrichts führte bald überaus günstige Verhältnisse her- 
bci, und schon 179g) ward in Stettin ein grusses Institut gegrün- 
det. Von hieraus machte der [iünstler auch mehrere Ausflüge, zu- 
erst nach ßruclisal, wo sein XVuhlthäter, der Graf von Walterdorf 
zum Fürsten erhoben worden war. dessen ßildniss er malte. Im 
Jahre 1801ireiste er zum ersten lYIale nach Paris, wo jetzt die 
liunstsehiitze von ganz Europa zusziinineullosscn, und da er in 
den nächst folgenden Jahren die Reise wiederholte, so fand er 
Gelegenheit in den reichen Sammlungen die bedeutendster: Studien 
zu machen. David und Denen gehörten nicht zu seinen gering- 
sten Freunden, die Paris ihm gewährte. 
Mittlerweile wurde das Institut zu Stettin mit aller Umsicht 
geleitet, da sich auch sein Schwager zu diesem Zwecke herange- 
bildet hatte. Je weiter aber Scliuiid auf der Bahn der Iiurist fortge- 
schritten war, je umfassenderen Blick er in das Wesen derselben 
gewonnen hatte, desto deutlicher hatte sich ihui die Unzulänglich- 
lseit und Fehlcxlmftigkeit der bisherigen Methode erwiesen, ilusto 
eifriger war er darauf bedacht gewesen, eine wahrhalt entwickelnde 
und in die liunst auf gechnetciu, geradem Wege einleitende Un- 
tcrrichtsweise zu finden, Auch waren seine Bemühungen in dieser 
Beziehung nicht erfolglos gewesen. und die schönsten Fortschritte 
seiner Schüler waren Ergebnisse dieses Strebens, einen naturge- 
niässen, vom uranfiinglich Leichten zum Schwierigerewfortführen- 
den Untcirrichisweg zu ermitteln. Die Bemühungen zu diesem Zwe- 
cke halten zwar schon in Trier begonnen, wurden in Stettin fort- 
gesetzt und selbst durch seine Reisen nach Paris nicht unterbro- 
chen, doch stand er erst 1800 an dem Schciilewege zivischen 
der Ausübung und dem Lchramte der Eiuust. Schinid hatte in Paris 
durch das Studium des Vullendetsten, was aus der vOFLcll gelylie- 
ben ist, gründliche Einsicht erlangt, und der ernste Beifall be- 
rühmter linnstgenossen bürgte (lafiir, dass er nicht unrühinlich 
die Laufbahn des Malers zurücklegen würde. Doch Schinid ent- 
schied liir das Lehrfacli, mit dem testen Willen, eine Bahn zu bre- 
chen, auf welcher nur die eigene lirnft nach niiihscligctn KVege 
zum Ziele führen könnte. Er gab sich jetzt mit freudiger Aulhpfe- 
rung eigener Wünsche unansgesetzt dciu Stniliuui der Mctlioilc hin, 
und schon 130g wnr er (lahiiigeltingt, einen sehr nützlichen Stu- 
fcngang im Zeichnen nach Vorlegehliittcrn der VVelt initzuthcilien. 
Diese erschienen mit Plrlaliirung unter dein Titel: Anleitn x15 
zur Zeiclienlsunst, besonders für (liejeiiigen, die ohne 
Lehrer dasselbe erlernen, für Eltern. die ihre liin- 
der darin selbst unterrichten wollen, zugleich 
auch in Schulen für Iiinder unter ihrem zehnten Jah- 
x-e als Einleitung zum Naturzeichncn. 2 Hefte mit lipf. 
Berlin 1809. Zjveite Auflage 1825, 8. Den Stufengang dieses Un- 
terrichtes entwickelt Schmidt selbst, und ein schönes Gcstuunitbiltl 
3er Methode gibt _be5onders auch Perschlie in der Eingangs er- 
wähnten Schrift. Hierauf war der Zweck langjähriger Untersuchun- 
gen und nnausgesetzter Bestrebungen die beiin Zeiclineiunnch 
NatUPgQgOUSlÄiHIlCÜ im rXllgemßeincn, und die liciiu Qupiren insiin- 
5uildßre angewßtltlßtcn (Jrundsatze methodisch in Wirlisaiulieit zu. 
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