Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1793272
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er sich nach Italien und zurück durch die Schweiz. Somit erin- 
nern einige seiner späteren Bilder in den Motiven an jene an gross- 
artigen Situationen reichen Länder. 
Eines derjenigen Bilder des Meisters, welches, wie kein an- 
ÖQFCS. die frühe Reife desselben darlegte, stellt eine Landschaft 
mit einem Flosse dar, auf dessen Wasseriläche ein Iiahn treibt, in 
Welchem ein Mädchen sitzt. Ueber ihr steht ein junger Mann in 
Weissem Staubmantel, wie er einen überhängenden Buchenzweig 
ergreift, um den Nachen, der sich zu drehen anfängt, ans Land. 
zu treiben. Dieses Bild wird in Iiuglefs Museum 1355 gerühmt, 
noch mehr, als ein zweites Gemälde aus der Berliner Herbstausstel- 
lung von 1852, Welches einen Herbststurm darstellt, und worin sich 
das Rauschen hat müssen abbilden lassen. Dieses Gemälde ist von 
massiger Ausdehnung, grüsser als das früher genannte mit seinem 
wundervollen grünen Labyrinthe. Aus dieser Zeit besitzt auch der 
Consul Wagener in Berlin eine grosse landschaftliche Composition, 
und einen anderen Herbststurrn, ebenfalls Composition, erwarb 1852 
der Düsseldorfer Kunstverein. Eine Landschaft mit Wassermühle 
ging in den Besitz des Freiherrn von Färber in Strelitz über. Diese 
Bilder gehören zu jenen der grösseren Gattung, an die sich dann 
mehrere kleinere reihen, die ebenfalls in den Privatbesitz überge- 
gangen sind. Ein ausgezeichnet schön und meisterhaft gemaltes 
Bild vun 1856 stellt einen Eichenwald mit Felsen dar, und saftige 
Grasplätze im lYIitteIgrunde. Dieses Bild ist wieder von beträcht- 
lichem Umfange, so wie denn Sehirmer überhaupt mehrere Wald- 
laudschaften in diesem Formate gemalt hat. Eine Herbstlandschaft 
mit Waldgebirge im Begengeivülke erwarb 1857 Hr. Saglio zu Havre 
de Grace. Andere Bilder aus jener Zeit erinnern an die Norman- 
die. Das eine stellt eine Seekiiste im Mondschein mit Feuerbe- 
lcuchtuzig dar, ein anderes Sonnenaufgang über dem Meere bei 
'l'report, ein drittes ein Schiflwrak auf bewegter See nach dem 
Sturmc, ein viertes die liiiste der Normandie bei Etretat u. s. w. 
Andere Bilder führen uns die grossartige Natur der Schweiz vor 
den Blick. Ein solches stellt das Wetterhorn im Berner Oberland 
vor, 1337 im kleinen, und im folgenden Jahre in einem grossen 
Gemälde ausgeführt. Eine spätere, umfassendere Compositiou von 
höchst gediegener Ausführung gibt den Weg über die Alpen, und 
ein zweites Bild den Bergsturz bei Golilau. Seine Schweizer Land- 
schaften tragen meistens das Gepräge des Ernsten und Feierlichen 
der Alpennatur. Eines der herrlichsten Bilder dieser Art ist jenes, 
welches 1859 der König der Belgier erwarb. Es ist diess ein fri- 
sches Wiesenthal, über welches bei hellem Tageslichte die maje- 
stätische Jungfrau mit ihren Gletschern und scharfen Steinripyen 
ernpurragt. Von friedlicher, fast vvehmüthiäer Stimmung ist eine 
hpchst poetische grosse Cumposition in der allerie zu Darmstadt: 
ein Weites Flussthal bei Abendbeleuchtung. Dieses Bild athmet je- 
Pes Gefühl der Ruhe, das wir bei einer abendlichen Wanderung 
In so schöner Natur empfinden. Verwandter Natur sind mehrere 
andere Bilder, wie jene, welche unter dem Namen der Waldein- 
Samkel]? am Morgen (mit Hirschen iin Bache), der Morgendämme- 
ruug im Waldgebirge, der Mühle nach dem Regen etc. bekannt 
Wllfdßn- E"! vcrtretfliches Bild ist auch jenes, welches er 1842 
nach Ülilanifs Gedicht des künftigen Frühlings componirte, S0 Wiß 
denn Überhaupt die Stoffe, deren er sich zu seinen Gemälden be- 
diente, sehr mannigfaltig sind. In letzter Zeit lieferte ihm seine 
Studienreise nach Italien reiche Auswahl. Seine italienische Wald- 
landschaft, jetzt im Galleriesaal zu Düsseldorf, seine Caunpagna di 
Olevano und vor Allem die Grotte der Egcria sind Bilde;- von
        

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