Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1793211
Schinkel , 
Friedrich , 
Gar! 
259 
enannten Nachbildungen erschienen in 2 Grossfolio- und in 5 
iileinfolio-llefteiz. Fiir die WViederbelebung klassischer Architek- 
tur sind besonders die Deeurationeil einiger im klassischen Alter- 
thuine spielender Opern von namhafter Wichtigkeit. Dahin ge- 
hören vornehmlich die der Olympia, unter denen die innere An- 
sicht des ephesischen Dianentempels ohne Zweifel als die gelun- 
genste Restauration dieses merkwürdigen Gebäudes, überhaupt grie- 
chischer Hyliüthraltciupel, zu betrachten seyn (liirfte. Der Hypii- 
traltempel des Apollo für die Oper Alceste ist ebenfalls als eine 
bemerkenswerthe [Restauration hervorzuheben. Meisterhaft sind auch 
die Decorationen zur Vc-stalin u. a. m. Die Decorationen zur Zau- 
berflöte entfalten ein reiches Feld ägyptischer Cnltnr. Die Dar- 
stellung der Burg Siun für die Oper Athalia gibt uns ein anschau- 
liches Bild althebräischer Pracht, als dem ägyptischen Architektur- 
style verwandt aufgctasst. Andere Blätter führen uns in die ver- 
schiedenen Perioden des Mittelalters ein. Altnordische Holzhau- 
kunst erscheint in reichster Ausbildung in einer für das Schauspiel 
Batibur und Wanda bestimmten Dccuration. Die ganze phantasti- 
sche, theils erhabene, theils düstere Pracht der sogenannten hy- 
zantinischen Architektur tritt uns in den Dcenrationen des Trauer- 
spiels Yngurd gegenüber. Eben so der Reirlithum des gnthischeil 
Styls, theils in seiner früheren strengeren Ausbildung, in der 
feierlichen liirclte fiir das Trauerspiel Axel und YValbnrg, theils 
in der späteren Eleganz in den Deeuratiunen fiir die Jungfrau von 
Orleans. Eine der treillichsten Decuratiuuen ist nach Bugler die 
fiir den ersten Altt der Braut von Messina entworfen, eine Säulen- 
halle, in welcher der antilte Architekturstyl in demjenigen roman- 
tischen Sinne aufgenommen ist, der sich in Italien und besonders 
in Sieilien in der frühesten und in der spätesten Zeit des {Wim-l- 
nlters häufig findet. Diesen Decuratinnen dürften noch mehrere 
andere hinzugefügt werden, wie einige zu Gluclßs Iphigenia in 
Tauris. Alle diese Darstellungen geben uns namentlich Zetigniss 
von SchinkeYs ausgebreiteten Studien im Fache der schönen Bau- 
kunst. 
Einwirkung auf das Handwerk. 
Noch ist endlich eine Richtung von ScliiiikePs künstlerischer 
Thätigkeit zu besprechen, welche, in unniittelbnrstei- Verbindung 
mit dem Leben, von dem ausgedehiitesten Einflusse auf die Bil- 
dung des Furrueiisinnes unserer Zeit gewesen ist: nämlich seine 
Richtung auf das Handwerk. Er hat unter mannigfachen Verhält- 
nissen Gelegenheit gehabt, den Leistungen des Hundwerkes das 
Gepräge des Adels und der Schönheit zu verleihen, wund so das 
Ei-zeugniss des materiellen Beiliirliiisses zum inlialtreicheii Werke 
der liunst uinzugestalten. Hier tritt wieder das clzissische Element 
99m9!" künstlerischen Eigenthiinilickeit in seiner schönsten Bedeu- 
tunghervcir, indem es vor Allein jene klaren, gemessenen, in le. 
lßßudläe" Elasticitüt bewegten Linien der classisclien liunst sind. 
lll Q9119" Er die Geriithe, deren der heutige Lebensverkehr bedarf, 
äeblldetv und mit denen er sie geschmückt hat. Die geläiuterten 
urmyen, Welche den Erzeugnissen der Kunst-Industrie Berlins ge. 
genwlirllg einen lsu grossen Vorzug verleihen, hat man grnsgßntheils 
dieser seiner Wirksamkeit zu verdanken. Als die vurziiglichsten 
Momente dieser seiner Einwirkung sind wiihl diejenigen zu be- 
zeichnen. 111 denen er die ganze innere Decuration und Ausstat- 
tung vun Prachtgehäurlen zu leiten hatte, so dass bei solcher Ge- 
legenheit eine "Nlenge der treHlichsten Vorbilder in den Besitz des 
Handwerks übergegangen sind. Namentlich ist in diesem Beuge 
17'
        

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