Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1793184
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Schinkel , 
Friedrich , 
Carl 
der des zweiten Cyclus wurden zuerst durch Hrn. Steinmeyer (de, 
noch im Besitze der Skizzen ist) im k. Stallgebäucle öffentlich allg. 
gestellt, und später gingen sie an W. Gropins über. "Die Gegen- 
Stände dieser Bilder waren: das ßaptistei-inni und der schiefe 111mm 
zu Pisa, das Theater zu Taormina, die innere Ansicht des Domes 
in Mailand, das Innere der St. Peterskirche in Rom bei Kreuz- 
beleuchtung, das Capitol bei Mondschein, die äiissere Ansicht (leg 
Mailänder Doms. Diese Bilder, welche das Interesse der liünigin 
in hohem Grade erregten, und die Einrichtungen im k. Palais, die 
bei der Rückkehr der königlichen Familie notliwendig wurde", 
waren die unmittelbare Folge von SchinkePs Anstellung im Staats- 
dienste. Doch gab der Iiünstlcr damit die Malerei nicht auf; es 
entstanden im Gegentheile später noch mehrere ausgezeichnete Werk? 
dieser Art. Zunächst malte er ein grosses vortrerlliches Tapeten- 
bild von g Fuss Höhe und 21 Fuss Länge für den Hofzimmerniei- 
ster Glatz, welches bei dein vor wenigen Jahren erfolgten Abbruch 
des Hauses für den Bau des neuen Museums Hr. Glatz jun. er- 
stand. Dann malte Schinkel auch für die Weihnachtsausstellunge" 
des Hrn. Wilhelm Gropius mehrere Bilder. Zu jener von 1309 
lieferte er eine Ansicht von Rom nrit dem Ponte molle; für jene 
von 1810 die Ansicht des St. Nlarltusplatzes in Venedig; für 13H 
den Pallast von Belfousi, ein fingirter Name, der die Compositiun 
einer prächtigen Pallast-Architehtur italienischen Styls einführen 
sollte; für 1812 mehrere Bilder. unter diesen zwei Ansichten eine; 
Bergwerkes in Calabrien, deren noch vorhandene Entwürfe sich 
durch grossartig grotteskc Composition und lrappante Belßlltllllung 
auszeichnen, un die Ansicht eines Domes im Lichte des anhrg. 
chenden Morgens. Etwa in demselben Jahre 1812 erschienen Schi"- 
kel's meisterhafte Darstellungen der sieben Weltwunder, die eben- 
falls von Gropius ausgestellt wurden: das Mausoleum in Carieri, 
_das ägyptische Labyrinth, die Pyramiden Aegyptens. der Tempel 
der Diana zu Ephesus, der Coloss zu llhodus, die hängenden Gär. 
ten der Semirauiis, der Olympische Jupiter. Diese Colltpüäillunen 
waren mit der besonnensten Benutzung der Berichte, die sich über 
die genannten Werke in den Schriftstellern des itlterthums vorfin- 
den. ausgeführt worden; sie dürfen unbedenklich als die gcisg- 
reichsten Restaurationen derselben genannt werden. Wie der 111mm 
des Olympischen Jupiter-s. Zugleich aber hatte Schinkel, mit von. 
kommenster poetischer Freiheit die Werke in ihrer klintatischgu 
Umgebung aufgefasst, und sie durch verschiedenartige Litlhlwir, 
kung auf eine Weise behandelt, dass sie unmittelbar gegenwärtig 
zu seyn schienen. 'L8ld(3l' hat sich_ von diesen merkwürdigen Dar. 
Stellungen nichts erhalten als zwei ausgeführte Zeichnungen, die 
des ephesischen Tempels und des Labyrinthes, und mehr oder we. 
niger flüchtige Skizzen der ubrigen Compositioiien, im Besitze des 
Hrn. G. Gropius. Ein zur Erklärung aßsgegebenes Täxtbüchleiu 
gibt nur das zum Verständniss der Darstellungen nöthige Material 
aus den alten Schriftstellern. Im Jahre 1813 malte Schinkel für die 
Gropiuäsche Weihnachts-Ausstellung den Brand von Moskau, ein 
Bild, welches solchen Enthusiasmus erregte, (lass man nur mit Wnh. 
rer Lebensgefahr zum Eingange gelangen konnte. Die letzten Bil- 
der , welche er für diese Anstellungen malte, waren die Ansichten 
der Inseln Elba und St. Helene. Doch blieb er stets in freund- 
schriftlichem Verhältnisse zur Gropiutisclten Familie. Er nahm vor. 
nchmlicb an der Einrichtung des Diorama derselben und an der 
Ausführung der grossen Bilder dafür fortwährend lebhaften Antheil. 
Dann ist hier auch noch ein Cyklus von grossen Tapetenbi]- 
dem zu erwähnen, welche Scbinkel in der Zeit der Jahre 1815 und
        

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