Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1793176
Schinkel , 
Friedrich , 
Carl 
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Gegensatze gegen rohe Gewalt. An diese Bilder sollten sich noch 
zwei andere schliessen, die aber nicht mehr entworfen wurden. 
Damit ist der Inhalt der Bilder nur in flüchtigen ungenügen- 
den Ziigen angedeutet; die lebenvolle Entwickelung dieser Ideen, 
das heitere Spiel dieser fast unziihlbaren Gestalten, (llß hohe Schön- 
heit, dic überall in ihnen waltet, kann nur im Anschauen der 
Gemälde selbst empfunden werden. 
Eine andere Compusition ist durch die Geschichte der neueren 
deutschen Kunst vun Grafen A. Raczynski bekannt. Im dritten 
Band dieses Prachtwerlses (Berlin 1341) ist jenes Bild besprochen, 
welches die Entstehung der Malerei vorstellt, ganz im classischen 
Sinne cmnponirt. J. C. Thäter hat es für dasselbe Werk in Ku- 
pfer gestochen. 
Landschaftliche 
Gemälde. 
Schinl-zel wird den vorziiglichsten Landschaftsmalern zugeziihlt, 
welche an dem neuen Aufschwungs der Kunst im gegenwärtigen 
Jahrhunderte Theil hatten; seine Arbeiten in diesem Fache ge- 
währen aber nicht hloss in Bezug auf dieses Verhältniss, sondern 
auch an sich ein eigenthiimliches Interesse. Um die Richtung nä- 
her zu bezeichnen, die er in seinen landschaftlichen Gemälden he- 
folgt, kann man wiederum von dem Mittelpunkte seiner künstle- 
rischen Wirksamkeit, von der Architektur ausgehen. Er liebt es, 
grossartige Baulichkeiten zum Hauptgegenstantle seiner landschaft- 
lichen Darstellungen zu n1aclien'"und die Scenen der offenen Natur 
und die des menschlichen Verkehrs in Ucbercinstimmung mit ihnen 
zu gestalten. 
Seinen früheren Ruhm griindete Schinkel durch grössere, fiir 
die Öilentliche Schau bestimmte Darstellungen, in derjenigen Rich- 
tung, in welcher später die Dioramenmalerei so interessante Er- 
folge gehabt hat. Das erste bedeutende Bild dieser Art ist die An- 
sicht des Theaters von Taormina, jetzt im Besitz des Bauinspek- 
tors Berger. Hierauf (1808) malte er in liurzer Zeit von vier Mona- 
ten das Panorama von Palermo , das zweite bedeutendem Oelbild. 
Anfangs hatte er es für eigene Rechnung ausgestellt, dann ging es 
durch Iiaut" an W. Gropius, später in andere Hände über. Die 
Incrluviirtlige Zeichnung zu deuiselhen,_clie auf höchst meisterhafte 
und grossartige YVeise mit dem Tuschpinsel entworfen ist, und die 
bei 5 Fuss Höhe eine Länge von 30 Fuss hat, findet sich im Be- 
sitze des Inspelstors C. Gropius. Im Jahre 1809 malte Schinkel zwei 
Cylalen von je sechs perspektivischwaptischen Gemälden. Den er- 
sten Cyhlus stellte er im Anfange wiederum für eigene Rechnung 
aus und verkaufte denselben nachher ebenfalls an Hru. VV. Gru- 
pius, der die Bilder sodann in Berlin und an anderen Orten se- 
hen liess. Iiugler (Nachtrag 1110) gibt ein Textblatt, welches bei 
C1611 Spiiteren Ausstellungen zur Erklärung der Bilder ausgegeben 
wurde. im neuen Abdrucher. Das erste dieser Gemälde stellte den 
Sl- llhrltllsplatz von Venedig dar, und als Gegenstück dienten die 
gYOlYP-"kßll schauerlichen Meeresgrutten bei Sorrento vom Feuer 
mehrerer Barbareshen beleuchtet, die auf der Barke ihre Nahrung 
bervllen- Dann Sah man in ein freundliches Schweizerthal am Fnsse 
des itlontblanc mit einem stillen See, der Ansicht des in die W01- 
ken sich erhebenden Montblauc u. s. w. In einem anderen Ge- 
mälde erschien der Vesuv im Ausbruch. ein majestätisches Schall- 
spiel, und von den beiden letzteren Bildern dieses Cyclus führte 
das eine vur den Dom zu Mailand, das andere nach Bnm bei 
prachtvoller Erleuchtung ih-r Iiuppcl der St. Peterskirche. Die llil-
        

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