Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1793166
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Schiukcl , 
Friedrich , 
Carl 
von den speziellen Verhältnissen und Beziehungen der Mythengtn 
schichte aufgenommen. 
Das erste Bild ist das der linken Seitenwand der iiussem 
Halle: ein dunkler, purpursehimmernder lireis, der von seligen, 
sternetragenilen Gestalten, die sich in harmonischen Bewegungen 
durcheinander schlingen, erfüllt wird; in der Mitte der riesige 
Greis Uranus, die Darstellung der göttlichen liriilte in ihrer um 
spriinglichen Heiligkeit und Reinheit. Das folgende Gemälde ni_ 
nes der beiden Langbilder, stellt das Hinaustreten dieser Iirafte in 
die YVelt dar. Es enthält einen langen Zug unzähliger schwebmh 
der Gestalten, die aus nächtlich graublauein Dunltel sich in das 
lichte Blau des Tages hinüberziehen. Zu Anfange sieht man Iil-Q, 
nos und die Titanen in das Dunkel hinabweichen, Zeus und licht- 
tragende Wesen vor ihm zur neuen Herrschaft einpnrsteigen. Die 
Nacht, ein grosses schönes Weib, breitet ihren Mantel, unter dem 
mannigfache Gruppen Schlafender ruhen, über sich aus. Von du 
zieht es in das Leben des Tages hinaus, anfangs träumerisch und 
zögernd, dann immer kräftiger, entschlussener, bewegter. Geben 
den und Atribute bezeichnen hier die ilaupttnoinente der Existenz; 
Iiampf gegen die vcrfolgenden Gestalten der Tiefe, das Ilinabgieb 
Sen des Thaues, Hinabstreucn von Saainen und Bliithenstaub u_ 
dgL, gibt die mannigfaehsten Motive für die Darstellung. Immer 
lebendiger und heiterer wird es; Eros und Venus Urania ersehen 
nun; endlich Phöbus auf dein Sunnenwagen und die (jrazien über 
ihm schwebend. Das dritte Gemälde (wiederum ein Langbild) m", 
hält die eigentliche Darstellung menschlicher Cultur. _Es beginnt 
mit dem Jugendalter des Menschen. Sibyllinische und dichterische 
Begeisterung. Versuche bildender Kunst ziehen den Wilden zu 
dem Lande der Sitten heran und wandeln die Uehung roher Kraft 
zum heiteren Spiele; das Fest der Ernte bezeichnet die Freude 
am heimathlichen Boden. Auf der Nlittagshiihe des Lebens ent- 
springt unter den liufen des Fliigelpferdes der Quell der Ehannh 
sie, hinabstiirzend in die kühle Grotte, in deren Tiete die Giittin- 
nen des Schicksals sitzen. Nymphen sind niannigfaeh am Rande 
der Grotten beschäftiget. Helden und Dichter werden mit ihrem 
Wasser erfrischt, Werlsleute und Gesetzgeber liolen_ von da Iirüf- 
tigung für ihr Thun. Jenseits der Grotte geht 85 H1 den Abend 
des Lebens hinein; hier wird zur Erfullung, was vorher Ahnung 
war. Die Kunst breitet sich in erhabenen XVerlsen aus. dei-  
nius hat sich dem schaifendcniiünstler zugesellt; an die Säulen 
des Tempels lehnt sich die Weintraube und das fröhliche Fest der 
Kelger, Die lVIusen tanzen hier, dem grcisen Dichter nach, ihren 
feierlichen Reigen; edle Krieger lsehreu siegreich heim, von der 
Göttin des Sieges geleitet. Auf einsamer Hohe schaut der Weise 
zu den Gestirnen empor, und nach unbekannten Iiusten hinaus 
zieht der Schiffer. Das vierte Bild endlich zeigt den Schluss des 
lettischen und seine Verklärung. Wehlalagend ist eine Familie auf 
den Stufen eines Grabmales vereint und uber den nächtlichen Wol. 
ken bricht der Schimmer des neuen Tages herauf. Eine verklärte 
Gestalt schwebt zum Lichte empor von seligen XVesen empfangen, 
Die Bilder des zweiten Cyclus zeigen den Menschen im Iiain- 
pfe mit dem von aussen hereinbreehenilen Unglücke und die in- 
nere Kraft, mit der er es wagt, der Üebermacht entgegen zu tre- 
ten. Das erste Gemälde ist die Darstellung einer Ueberschwem- 
mung und der aufopfernden Liebe. welche Rettung versucht und 
möglich macht. Das zweite stellt den Einbruch barbaryischcr  
den in friedliche Wohnungen dar, Gewandtheit und huhnhcit im
        

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