Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1793140
Entwürfe zu plastischen Arbeiten, zumeist fur archi- 
tektonische Zwecke. 
SehinkeYs Geist besass auch die reichste Fiille bildlicher An. 
schauungen, und hatte sein Talent fiir die bildende Iiunst zu ei_ 
ni-r grossen Vollendung durcligebildet. In seinen architektonischen 
Entwürfen sind auch die liieher bezüglichen Theile eben so lebens. 
voll, mit derselben Iiiiclisicht auf das Ganze durchgearbeitet, wie 
die Formen der Architektur selbst. In der stylistischen Behand- 
lung schliessen sie sich durchaus harmonisch der letzteren an; in 
Bezug auf die Idee deriDarstellung spricht sich in ihnen die spg- 
cielle Bedeutung des Gebäudes, tiir welches sie entworfen wurden, 
in grossartig freien Ziigen aus.  
für eine der geistreiehsten Compositionen dieser Art hältliug- 
ler diejenige, welche von Schinlsel für den Frnnton der Hauptwache 
Berlins entworfen wurde. Sie enthält, in einer Reihenfolge vun 
Gruppen. ein umfassendes Bild des' Krieges. In einem der grossen 
Waffensäle des Zeughauses zu Berlin ist eine plastische Ausfiih- 
tnng in entsprechender Grösse nach ScliinkePs Entwurf. 
Noch verschiedene andere Conipositionen, besonders fiir die 
Giebelfelder griechischen Slyls, hat Schinltel in der Sammlung Sei- 
ner architektonischen Entwürfe bekannt gemacht, wie den schönen 
Gicbelschmuck des Packhofgebäudes und der Sternwarte. Am in- 
teresantesten aber sind die Sculpturen in gebranntem Ton, welche 
das Gebäude der neuen Bauschule zu Berlin schmücken. Sie 
zerfallen nach den Räumen, zu deren Ausstattung sie (lieiien, in 
verschiedene Cytilen. Als einen Hauptcylslus lsann man zunächst 
diejenigen betrachten, welche in den Fensterbriistungen des Ilaupt. 
gescliusses angebracht sind und mit freien Ziigen einige grosse 
Phasen der Entwicklung der Architektur vorstellen. Nicht minder 
interessant und eigenthümlich ist der zweite Ilauptcyklus, der die 
Darstellungen an den Gewänden der Portale umfasst. An dem  
nen derselben sind nämlich die Bilder der Architektur in ihre,- 
Berleutuiig als schöne Iiunst (besonders die Personificationen der 
Süulenordnungen), an dem anderen die Bilder der Architektur als 
Wissenschaft vorgestellt. Dieses Gebäude hat in" seinen bildneri- 
sehen, wie in seinen architektonischen Theilen nberhaupt gleiche 
Bedeutung für eine neue, auf classischer Grundlage entwickelten 
liunst. In seinen kirchlichen Entwürfen hat Schinkel im Ganzen 
wenig von bildnerischen Darstellungen im grösseren Maasstabe 
initgetheilt, doch finden sich Andeutungen genug für eine Behand- 
luiigsweise der hieher gehorigen Darstellungen im klassischen Sinng, 
Scliinlselhataherauchdiirch Beispiele bewiesen, dass diesediechrist. 
Iiche Auffassung nicht nothwentligbeschränke. Bedeutsam hiefijr 
ist die in verschiedenen Ilelten sich wiederholende Behandlung 
des. Crucilixes, welches den Erlöser nicht am Hreuze, hängend, w"- 
dern vor demselben auf einer Iiugel stehend darstellt, so dass m" 
die Arme an das Kreuz geheftet bleiben. Diese Darstellung ist 
im classischen Sinne erfunden, aber eben so mit christlichem Ge- 
fühle gedacht, wenn sie auch den abschreclicnden Anblick eines 
zu Tode Gefolterten entfernt. 
Historisch e Malerei. 
Die bisher erwähnten Entwürfe SßliinkePs sind solche, welche 
im unmittelbaren Bezuge zur Architektur stehen, durch diese be. 
dingt werden und sich ihren Formen als ein wesentlich lIOlltWEn- 
diges Glied ansehliessen. Aher Scliinlsel hat auch selbstständige 
Werke bildender Iiunst geliefert, nnrl die Hauptstelle unter diesen 
nehmen seine Eutwürle zu den in dcu Vurhallen des Berliner Mu- 

        

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