Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1793095
Schinkcl , 
Carl 
Friedrich , 
247 
zu Berlin (Heft XXL), ein Ganzes von eigenlhiimlich malerischer 
Gruppirung; die Sternwarte von Berlin (Heft XXV.) mit zierlicher 
Giebelkriixiung der Hauptfronte; die Facade der Artillerieschule zu 
Berlin (Heft III), durch eine kräftig vortreffliche Pilnstcrslellttng 
ausgezeichnet; die Verlängerung der VVilhelmsstrasse zu Berlin 
(Heft lll.); das Casinogebäude zu Potsdam (Heft XllJ; verschie- 
dene bürgerliche Wohnhäuser (lsleft IX. und  besonders jenes 
des Ofcnfabrilianten Feilner zu Berlin, ganz aus gebrannten Stei- 
nen ohne Putz (Heft XVIIIJ, etc.  
Wenn in diesen Gebäuden das äussereBediirfnissvorherrschend war, 
und es nichtdie ausscbliessliche Absicht seyn konnte, dieselben in ei- 
ner hiiheren künstlerischen Durchbilzlung erscheinen zu lassen, so 
sind ferner jedoch einige andere Gebäude und Entwürfe zu nen- 
nen, in denen die grössere Freiheit des ländlichen Verkehrs, der 
eigenen Freiheit des ltiiinstlers wiederum einen weiterer) Spielraum 
zur classischen Gestaltung gewährte. Dahin gehören: das grossara 
tig imponirende Schloss Iirzescowice (Heft Vll.); das so anmuth- 
volle, wie interessante Schlösschen des Prinzen Carl zu Glienicke, 
bei Potsdam (Heft XXVIIIJ; das Gesellschaftshaus im Friedrich- 
Wilhelmsgarten bei Magdeburg (Heft XVI.); der Umbau des Schlöss- 
chens Tegel für Wilhelm von Humboldt (Heft IVJ, und der von 
Charlottenhof bei Potsdam (Heft XVllLl, und die dazu gehörige 
Gärtner-Wohnung mit Säulen- und Pfeilerstellungen, Pavillons und 
Aehnlichem (Heft XXIVJ, ein Ganzes von der eigenthiimlichstcn 
malerischen Wirkung, in klaren Formen und Verhältnissen der 
classischen Kunst. Endlich ist noch das im Posemschen fiir den 
Fürsten Radziwill erbaute Jagdschloss Antonie (Heft IV.) anzufiih- 
ren. Es ist ganz in Holz ausgeführt, aber in rein classischer 
Durchbildung. 
Werke, vom antiken Architektur-Style abweichend. 
Ausser einigen Iiirehenpliinen finden sich nur wenige Ent- 
würfe, in denen Schinltcl die Formen anderer Bau-Style der Vor- 
zeit, als die der griechischen zur Anwendung gebracht hätte. Ein 
ungemein schönes Beispiel dieser Art stellt der (irojelxtirte Entwurf 
einics Umbaues des im Posenischen gelegenen Schlosses Komik vor. 
(Heft XXlIl.) Auf Veranlassung des Besitzers ist hier der gothi 
sehe Baustyl angewandt und das Gebäude in eine Art mittelalter- 
lich-romantischen Castells umgewandelt. Die Formen sind die de! 
späteren Gothischen, des sogenannten burgundischen Styls. Nicht 
minder anziehend ist der Entwurf zum Schlosse des Prinzen von 
Preussen auf dem Üßbßlsberge bei Potsdam (Heft XXVIJ, welcher 
griisstentheils zur Amtsführung gekommen ist. In diesem Entwurfe 
tritt eine gewisse Verwandtschaft mit der Bauweise englisch-gothi- 
scher Castelle hervor. 
Einige Entwürfe zeigen eine grössere oder geringereVerwanClt- 
Schaft mit dem Baustyle der toscanischen Paläste des 15. Jahrhun- 
defls- Unter diesen ist zunächst anzufiihren das Palais des Grafen 
Rede"? in Berlin (Heft XXHL), welches in seiner Hauptfurm vor- 
nehtnllßh an den burqähnlichen Charakter der altflorentinisclieu 
Paläste erinnert, im Detail aber die volle Lauterlieit griechischefl 
Formeuslmles zeigt. Aehnlich, aber heiterer und freier entwi- 
Clieli, 15'? T1911 Entwurf zu einem Palais fiir den Prinzen von Freilä- 
sen am Peru-elf Platze zu Berlin (lleft XXVI.) Aehnlicb T0111?!) 
nur ungleich einfacher, ist das schöne Iiathhaus in Zittauy (Heft 
XXVIL), und die vfiir einen Umbau des Berliner Rathhauses pro- 
jectirte Faacatle (Heil 1-)
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.