Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1793069
Schinkel , 
Carl 
Friedrich , 
monisch sich gegen die einzelnen vorhandenen Gebäude gestalten, 
und führte den ganzen Bau mit Ausnahme einzelner Theile nur in 
der Höhe eines Hauptgeschosses durch, und die vorhandenen Bei- 
ligthiimer sollten durch mannigfache Gartenanlagen damit verbunden 
werden. Hier war es minder nöthig, den Bau als eine schirmende 
Veste gegen das Ungemach der Witterung durchzuführen; hier 
kam es vorzugsweise darauf an, Bedeckung gegen die Strahlen du. 
Sonne und gegen die kurze Dauer des Winterregens zu gewähren, 
im Uehrigen aber der freien Luft so viel Zugang. so viel Bewegung 
als möglich zu verstauen. Daher sind im Inneren der Anlage so 
viel verschiedene grössere und kleinere Garlenhöfe, zumeist mit 
schattigen Säufenhallen umgeben, angeordnet, öHnen sich die bc. 
deutendsten Räume ebenfalls durch freie Säulenstellungen gegen 
diese Höfe, ziehen sich auch im Aeussern des Schlosses fast Über- 
all Siiulenhallen uraher, welche kühlenden Schalten vor den Wän. 
den der Gemächer verbreiten. 
Als eine Anlage von verwandter Beschaffenheit erscheint der 
Entwurf zu einem Landhause, welches im Auftrage des regieren- 
den Iiönigs von Preussen nnfern von Charlottenburg, im Park von 
Sanssouci, ausgeführt werden sollte. Es soheint die Absicht gewc. 
sen zu seyn, hier das Bild einer völlig antiken Villa, mit all den- 
jenigen Einrichtungen, welche das Leben des klassischen Alter- 
thums so anmuthvoll und so behaglich gestalteten, neubelebt in 
die Gegenwart einzuführen. Ein Siiulen-Porticus führt in das Atrinn, 
des Gebäudes; zu dessen Seiten sind zwei gewölbte llundsaile, dem 
Atrinm reiht sich das Tablinum an, diesem der mit einem zierli- 
chen Peristyl umgebene Hof, und dem letzteren das Viridarium 
welches ebenfalls von luftigen Siiulengüngen eingeschlossen wird: 
Der Entwurf findet sich im letzten (XXVIIL) Hefte von SchinhePs 
grösserer Sammlung architektonischer Entwürfe, zugleich mit der 
gestimmten Ausstattung der Anlage, in der Andeutung der Bild. 
merke, der springenden Wasser, der Gartenanlagen. Eine größere 
Gartenanlage, in der Gestalt eines Ilippodrotns, ist seitwärts neben 
der Villa angeordnet, und nur dieser Hippodrom ist bis jetzt zur 
Ausführung gekommen. 
In der ganzen Reihe der anderweitigen Entwürfe in Summ. 
ltel's gi-Üssercr Sammlung finden sich nur wenige. in denen det. 
griechische Architekturstyl ohne Modificationcn der cinen oder an. 
deren Art angewandt ist. Ausser den Plänen für rein Inontlmetitale 
Zwecke nennt Iiugler nur die beiden kleinen Gebäude zu den Sci- 
tcn des Potsdamer Thores in Berlin (Heft VllI.). Es sind viersiiu- 
lige dorische Prostyle, durchweg von einer Reinheit und Vollen- 
dung der für diese Säulenorrlntmg überlieferten architektonischen 
Formen, dass sie geradehin als eine Wiederbelebung des Schön- 
stcn, was das classische Alterthum hierin geleistet hat, betrachtet 
werden müssen. Nur im- Mangel der decorirenden Theile (der 
Altroterien und des freieren Schmuckes in den Giebeltlüchen und 
Melopenl stehen sie gegen die Werke des Altcrthums zurück.  
Eine einfache Aufnahme der griechischen Formen zeigt ferner die 
Anlage des 'I'rinlt.brnnncns zu Aachen (Heft  ein Rundbau, 
dessen yordere Seite durch einen offenen Halbkreis dorischer Siiu- 
len gebildet wird, und dem sich zu beiden Seiten niedrige Porti- 
lten, ebenfalls dorischer Ordnung, anschließen, 
Becleutsamer bereits erscheint die Anlage der Hauptwache Bar- 
lini (Heft  Hier macht sich, bei der Anwendung griechischer 
Bauformen schon eine eigenthiiuilich freie Behandlung derselben, 
SOWOlIl in der llauptanlnge, wie auch in besonderen lillllßlhßlißn,
        

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