Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1793012
Schinkel , 
Carl Friedrich, 
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dere Werke, worunter das Panorama von Palermo zu Ren frühe- 
sten gehört. Dann malte er einen Cyklus von perspektivisch-op- 
tischen Bildern, die später, so wie das Panorama, Gropius kaufte. 
Auf diesen folgte ein zweiter Gyclus ähnlicher Gemälde, welche 
ebenfalls Eigentlium desselben wurden. Sie sind zu Grunde ge. 
gangen, so wie die meisterhaften Darstellungen der sieben Welt- 
wunder. Der Theater-Inspelitor und Decurationsmaler Carl Gro- 
pius besitzt aber noch mehrere Skizzen. Letzterer wurde von Schin- 
kel in dieses Kunstläch eingeführt, und er leistete dann dem Mei- 
ster bei seinen Arbeiten hülfreiche Hemd. Desswegen ist Gropius 
im Besitze einer grossen Menge SchinkePsclier Zeichnungen und 
ausgeführter Skizzen. An diese Gemälde reihen sich dann noch 
mehrere grosse Tapetenbilcler, deren Inhalt, so wie ]Gfl0!' der ge- 
nannten lYIalereien, wir weiter unten näher bezeichnen, in der 
Abtlieilung über die Gemälde des Meisters. Es sind diess die Werke 
aus SchinlsePs früherer Zeit, Beweise einer grussen Regsainlieit 
und Energie seines Talentes. Doch war es in jener Periode nicht 
die Malerei allein, welcheilin hesehüftigte: er übte dieselbenuch als 
königlicher Architekt noch einige Jahre, da erst nach berge- 
stelltem Frieden die Kunst der Architektur ihre Blüthen enttälten 
liunnte. 
Im Jahre 1810 hatte SchinkePs amtliche Thätigl-ieit im Baufache 
begonnen, indem er als Assessor in die neu errichtete Baudepu- 
tatiun gesetzt wurde. Nach erkiimpftem Frieden wurde er schnell 
von den mannigfachsten Arbeiten in Anspruch genommen. bedeut- 
same architektonische Unternehmungen boten ihm Gelegenheit, sich 
nunmehr in seiner vollsten Meisterschaft zu zeigen, und in kurzer 
Zeit wurde er zu den einflussreichsten Stellen befördert. Im Jahre 
1811 hatte ihn die k. Akademie zu Berlin unter ihre ordentlichen 
Mitglieder aufgenommen, im Decembet- 1820 ward er Professor bei 
derselben und Mitglied des akademischen Senates. Im Mai 1315 
rückte er in die Stelle eines geheimen Oberbaurathes auf; 131g 
wurde er Mitglied der technischen Deputation im Ministerium für 
Ilandel, Gewerbe und Bauwesen. Irn Jahre 185g erhielt er die 
höchste Stelle, welche der Staat fiir das Fach der Architektur dar- 
bietet, die des Ober-Landes-Baurlirelstors. Von seinem liiinige, 
von auswärtigen Fürsten, von gelehrten und kunstlerischen Gesell- 
schaften, ward ihm vielfache Anerkennung zu Theil, ebenso, wie 
die Stimme aller Gebildeten der Nation seine hohe, uder vielmehr 
einzige Bedeutung bald anzuerkennen gewusst hatte. Worte klein. 
liehen Sinnes sind längst verhnllt. 
Die schönste Entwicklung seiner künstlerischen Iiriifte schien 
den Tagen seines Alters vorbehalten, als Friedrich Wilhelm IV., 
ein Fürst, der, wie wenige, die erhabene Bedeutung der Iiunst, 
und vor Allem die der Architektur, erkannt hatte, den Thron sei- 
ner Väter bestieg. Aber das Schicksal hatte es anders beschlossen. 
Sßhün längere Zeit war Schinka-Ps Gesundheit bedenklichen Zufäl. 
len unterworfen gewesen, im Sommer des Jahres 18-10 aber, m). 
miltelhar_ nach der Rückkehr von einer Currcise, erlegen seine 
Krimi! 911mm organischen Gehirnleiden. Er verfiel in einen be- 
sinnurlgßlßsen Zustand, aus dem er bis an seinem Tod, der erst 
nach 15 Monaten erfolgte, nicht wieder erwachte. Am g. Oktober 
1841 Stafli Sßhlllliel- Eine unzählige Menge von Leidtragenden 
begleitete llll'_l zu seiner letzten ltuhestiitte nach der Friedrichwer- 
derkirche, ßln Tfüllcrzug, wie ihn die grosse Residenz selten ge- 
sehen hat. In Clßf Vüflxulle des von ihm erbauten Museums liess 
der König das Slämdblld des Iiiinstlers in Marmor aufstellen, und
        

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