Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1792837
Schickhart 
oder 
Schickard , 
Ileinrich. 
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von ihm. Griineisen, (Ulm's Iiunstleben, S. 75) glaubt. von die- 
sem Schickhart sei auch das Iebensgrosse Heliefbildpiss des Grafen 
Heinrich von "Wiirtemberg im goldenen Saale des Uracher Schlos- 
ses. Der berühmte Architekt dieses Namens scheint ein Nachlsünlm- 
ling des Meisters zu seyn. 
Schichhart oder Scliicltard, Heinrich, Architekt, geb, in 119,-. 
renberg 1558, gest. daselbst 16511. Dieser ausgezeichnete Mann, 
der in Schriften und Sagen noch immer lebt, entwickelte durch 
eigenen Trieb ein seltenes Talent für Felilmess- und Baukunst. 
Schon in seinem 21. und 22. Jahre war er mit Erbauung zvireieg- 
aclelicher Schlösser beauftragt, und von Ilerzug Ludwig von Wiir. 
temberg in den Jahren 1590 und 95 zur Theilnahine an fürstlichen 
und öffentlichen Bauwerken nach Stuttgart gefordert. Bald nach. 
her scheint er bestimmt in fürstliche Dienste getreten zu seyn, da 
er sich auch in Stuttgart anbaute und durchidie ganze merhwüp. 
dige Regieruiigs-Periode des Herzogs Friedrich iinmer von diesem 
Fürsten beschäftiget wurde, auch nach dem Ablebcn desselben (1603) 
noch unter seinem Nachfolger Johann Friedrich, und bis an sein 
eigenes Ende immer iuit grussen und öffentlichen Arbeiten zu thun 
hatte. Beinahe an das Unglaubliche griinzt die Thiitigheit dieses 
Dlanncs. Er haute nhgiebrannle Stiidte und Dörfer nach verbesser- 
ten Bauplaiien wieder auf, verschiinerte alte, er schuf und befestigte 
eine ganz neue Stadt (Freudenstrultl, erbaute eine Menge von 
Schlössern, Iiirchen, Brüchen, Wasserleitungen etc. Ueberdiess 
wurde er noch durch manche andere Arbeit unterbrochen; so wurde 
er aufgefiirdert, zum Behuf eines damals schon stark in Anregung 
gebrachten Projektes wegen Schilfbarmachung des Neckars, diesen 
Fluss von Canstadt bis lleilbruiin zu untersuchen und aufzuneh- 
men. Diese Arbeit brachte er auf eine unglaubliche Weise mit 
seinem Bruder in äiTage zu Stande, und verfertigte einen so 
genauen Grundriss mit Vorschlägen, die zum Theil erst nach mehr 
als 200 Jahren als durchaus zivechiniissig ausgeführt wurden. Ehen 
diesem Herzog Friedrich {iel es ein, die Griinzcn seines Fürstenthiinis 
zu bereisen, selbe genau ahmesseii und aufnehmen zu lassen. Zu 
diesem Ende nahm er den Baumeister Schichard mit sich, der in 
vier Wochen mit dem ganzen Werke feitig. wurde. Einen gleichen 
Auftrag erhieltderselbe für die Grafschaft Nloinpelgard und die anlie- 
gcndeu Herrschaften, welchen er in 14 Äfagen ausfuhrte. Im Jahre 
1593 reiste er nach Italien. und ist so einer der ersten deutschen 
Baumeister, welche des Studiums wegen jenes Land besuchten. 
Ein Jahr später nahm ihn der bIci-zog Friedrich auf seiner Reise 
nach Italien mit sich. Ohne Zweifel ist das in italienischem Ge- 
schmack nachher in Stuttgart ausgeführte Gebäude, das unter dem 
Namen des Neiibaues bekannt war. die Frucht dieser Reisen. Es 
wurde 150g begonnen. 1009 vollendet, und gegen 1730 aus Platz- 
verschöiierungssucht hinweggeriiumt. In (lIPSBIH Bauwerke, welches 
uns durch E. v. Gemmingen in einer Abbildung erhalten ist, ist 
der Elfllluss der italienischen Schule des lö- Jalirhunderts unver- 
kennbar. und auch in seinen späteren Werken äusserte sich ein 
edlerer Geschmack. Unrichiig wird ihm das ehemalige neue Lust- 
haus, jetzt Theater, zugeschrieben. Er wurde in frühester Zeit 
nur als Qehülfe bei diesem letztgenannten Bau gebraucht; der da- 
malige fürstliche Baumeister hiess Behr, von dem Schichard nßßh 
lernte und den er sehr achtete. 
Dieser auch als Mensch höchst achtbare Mann sah sich gegen 
das Ende seines gemeinnützigen und redlich verbrachten Lebens,
        

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