Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1792790
Schick , 
G ottlieb. 
217 
mit sich selbst zu kommen, in Folge deren er sich der conventio- 
nellen Maximen der französischen Schule völlig entiiusserte. Schon 
sein erstes Gemälde, welches er in Rom für seinen König malte, 
David vor Saul die Harfe spielend, zeigt einen von dem gewöhn- 
lichen Geselnnaclse gänzlich abweichenden Sinn, und erndtete da- 
her bei allen, die der bessern Ansieht zugethan waren, ausgezeich- 
neten Beifall. Ein gleiches verhält sich auch mit einem 12 auf 10 F- 
grossetn Gemälde, welches das Opfer Noalfs vorstellt, und sowohl 
bei der Anstellung in Rom, als sßiiter im Vaterlandc Lob und 
'.l'adel erfuhr, letzteren aber hauptsächlich nur von denjenigen, die 
noch an die alte tVeise hielten, und daher in diesem Werke sich 
nicht zurecht finden konnten. Ausführlich beschrieben, benrtheilt 
und im Umrisse beigegeben ist es im Tiibinger Nlorgenblatte 1807 
S. 702 ff. Auch "in Mi-useVs Archiv Il. 15.3 ist dieses Bild Gegen- 
stand der Erörterung. Dann rühmte man auch zwei Gemälde, welche 
den Heiland zum Gegenstande haben, beide in Rom gemalt. Das 
eine stellt Christus den lielch segnend mit zwei Engeln dar, etwas 
unter natürlicher Grösse, in einer kräftigen, reizend wahren Fär- 
bung, wie es im Morgenblatte 130g. S. 53g heisst. Das andere 
Bild ist nur als Skizze zu betrachten, und zeigt in mystischer Auf- 
fassung den schlummernden Christusjiiugling, der nach dem flam- 
menden Kreuze die Arme ausstreclat, während vier Engel um ihn 
knieen. Ein weitere Skizze, nach dem Berichte im Nlorgenblattc 
V01"! 1811 S. 55. ein Werk der lebendigsten inneren Anschauung, 
schildert den Zug des Bacchus aus Indien, wie er die von Theseus 
verlassene Ariadne entdeckt. In einer heroischen Landschaft stellte 
er den Centaur Chiron dar, der in Gegenwart anderer Centauren 
den jungen Achilles den Bogen spannen lehrt. Alle diese Bilder 
und dazu noch etliche Landschaften, sind Erzeugnisse der eige- 
nen geistigen Iirafl: des Meisters, doch müssen wir auch einer 
schönen Copie der RafaePschen Madonna aus dem Hause Colonna 
gedenken. An diese Gemälde reihen sich dann einige Bildnisse, 
die in Rom eben so grosses Aufsehen erregten, als seine übrigen 
VVerke. Zn den frühesten gehört das lcbensgrossc Bild der Frau 
von Humboldt mit dem Söhnchen auf dem Arme; ferner das le- 
bensgrosse Bildniss des Fräulein von Humboldt, die Laute spie- 
lend, ein Werk, wovon es im Mnrgenblatte 180g S. 55g heisst, es 
mache in seiner Gattung in der Kunstgeschichte Epoche. Auch 
anderwärts hörte man Stimmen, dass in den genannten beiden 
Bildnisscn sich das künftige Wiederaufleben alter ächter Kunst of- 
fenbare. In einem dritten Gemälde stellte Schick die zwei kleinen 
Schwestern des Fräuleins dar, wie sie sich liebevoll umschlingen, 
und dann noch einmal die Mutter in einem reizend wahren Ge- 
mälde. Zu den Hauptwerken des Künstlers zählte man auch- die 
lebensgrossen Bildnisse zweier Töchter des Baron von Blanken- 
hagen. Dieses Bild wird im Morgenblatt von 1811 S; 54 ausführ- 
lich beschrieben, weil man daran alles wunderschön fand. Auch 
Cllß Farben sind zu einer seltenen Höhe getrieben, und dennoch 
l" VOlllWmrnenstex' Harmonie. Weniger glücklich war Schick mit 
dem lelleflsgrossen Bildnisse der Nlxne. Dcgerando, dem es an Gra- 
Zle lellllß, Vielleicht an etwas, welches der Künstler nicht Verfalld- 
Auch Mflnütunie der Färbung warf man ihm vor und Mangel im 
Harmonie des Ganzen. Ein Bildniss der jungen Milady T. erlwmlle 
man nicht ßlS ähnlich. Auch den Alexander von Humboldt malle 
der Iillllsllcl", "P3 Zwar bei nächtlicher Scene am Oronolw- Dali" 
ber berichten die Allgem. geogr. Ephemeriden 1807, 1 Slücll- 
Das letzte und vorziiglichste Werk des hrleisters ist das viel 
besprochene Bild dtl Apollo unter den Hirten, ungefähr 10 F. lang.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.