Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1792777
Schiavoni , 
Natale. 
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giiise Empfindung ist bei ihm nie von besonderer Tiefe. In einem 
Berichte der allgemeinen Zeitung 1844, Beilage Nr- 134, lieisst es 
gerade 1.11. es könne nicht leicht ein Nlaler entfernter von jeder 
künstlerischen ldenlität seyn, als Schiavoni, der venetianische Mode- 
maler, und wo ihm solche Anwandlungen dunkel vorscliweben, 
wie in etlichen Madonnenhiltlern, da scyen sie doch nirgends zum 
Durchbruch gekommen. Dagegen werden die Schiavoni in Kol- 
lai"s lieisewerh, Pesth 133.3, unbedingt erhoben, denn sie sind Ab- 
kömmlinge des Slavo-Dalinatisclien Stammes, wie Andrea Medola 
Schiavoiie und die älteren iVleister, die wir unter Schiavone auf- 
fiihrten, da sie in den Gescliichtsbiicliern unter diesem Namen er- 
scheinen, während sich Natale und seine Söhne Sehiavoni nen- 
nen. Auch diese gehören zu den Zierden der modernen vene- 
tianischen Schule. Natale ist Professor an der Akademie der schö- 
nen liiinste.  Zu seinen neuesten Werken gehören die grossen 
Altarbilder, welche er und Puliti um tßftt für die St. Antoniuskirche 
in Triest malte. Inzwischen gingen aber doch auch einige liebliche 
Mz-idcliengestalten aus seinem Atelier hervor. Im Jahre 18.12 malte 
er eine lebensgrosse schlafende Flora,'die auf der Ausstellung des- 
selben Jahres Viele Bewunderer erwachte. Indessen hat Schiavoni 
in letzterer Zeit nicht lauter Frauengestalten gemalt; sondern auch 
männliche Figuren, die aber manchmal nur als trefflich gezeichnete 
und eben so meisterhaft gemalte Akte zu betrachten sind. Wie sehr 
aber die Zahl der weiblichen Bilder immer jene der männlichen über- 
schreitet. beweiset in diesen Tagen (Mai 1845) wieder die Wiener 
Iiunstausstelliing, wo fünf halbe weibliche Figuren in Lebensgrösse 
zu sehen waren, unter dem Titel: die Liebliche. die Schlafende, 
die Gedankenvolle, die Entsagende und der Sommermorgcn. Von 
diesen Bildern heisst es in der wAllgemeinen Zeitung, 1845 Beil. 
S. 1182m dass sie alle dem Beschauer den seelenvollen Zauber des 
Weihes vor das Geiniitli führen, und dabei sei jede nukünstliche 
lioketterie des Pinsels oder der Farbe beseitigt, die ganze Wirkung 
liege im Gegenstands allein, und sei desshalb wie die Spitze eines 
sicher abgeschossenen Pfeiles treffend.  L. Fischer lithographirte 
das von ihm gemalte Bildniss des russischen Thronfolgers Alexan- 
der Nicolaiwitsch, halbe Figur, fol. 
Folgende Blätter hat Natale Schiavoni gestochen, und wie 
schon oben bemerkt, darin Ausgezeichnetes geleistet. Glanz und 
Glätte des Stiche: beabsichtigte er nie, sein Streben ging mehr auf 
Charakter der Form und auf elTelitvollc Andeutung der Farbe. 
1) Baiser Franz I. von Oesterreich, von Schiavoni selbst ge- 
malt, fol.  
2) Die Kaiserin Maria Ludovica von Ocstcrreich, nach dem 
eigenen Gemälde, fol.  
5)_ Graf Manfredini, fol. 
4) Die Hiinmelfnlirt- Mariä. Assumpta est Maria in coelum gan- 
dent Angeli. Tizian pinx. N. Schiavoni dis. et inc. Ein 
I-lauptblatt der Chalkographie, und dem Kaiser Alexander 
dedicirt, gr. imp. fol. 
Bei Weigel 50 Thl. Der Suhscriptionspreis war 23 Thl. 10 51'- 
5) Die lireuzabnehmung, malerisch gestochenes Blatt. T5113" 
pinx. N- Schiavoni dis. ed inc. Mit Dedication an den 
Maler And. Appiani, gr. fol. 
6) Die Madonna della Sedia, nach BafaePs berühmten] Bilde, 
unter Leitung Longlirs in kleinerem Formate gestochen-
        

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