Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1792640
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Scheuren , 
Caspar 
Johann 
Nepomuek. 
liüchst mannigfaltig, geistreich und geschmackvoll geordnet, und 
von einem seltenen Farbenreize. Seine natürliche Sicherheit ge- 
stattete ihm schon frühe, die Farben, ohne viel zu ändern, frisch 
von der Palette zu nehmen. Ausgezeichnet schön sind seine Lüfte 
und Wasserspiegel, so wie denn der Hünstler von jeher imt Vup- 
liebe solche Sceiien malte, die eine reine, scharfzeichnenile Luft, 
glänzende Tags- und Morgenbeleuchtung zulassen. Diese letztere 
und die Umgebung grnsser Striime zog ihn immer mit grossei- (39- 
walt an, da in dem nördlichen flachen ßheinthale schon frulie sein 
Sinn für klare Atmosphäre ausgebildet wurde. Auch wird sich kei- 
ner rühmen, ein vnllendeteres und lockeres Laubwerk zu malem 
als Scheuren. Er steht somit unter den Düsseldorfer Landscliaf. 
tern ganz eigenthiinilich da. Bei diesen ist nach Puttnianri, welche;- 
in seinen Werke über die Düsseldorfer Schule, Leipzig IQSQ, den 
Scheuren zu liurz abfertiget, die Atmosphäre gewöhnlich trübe und 
melancholisch, oft der poetische Zauber sanfter Vyehmuth darüber 
ausgegossen; Vor- und Mittelgrund, mit der_ fast immer der Lauch 
schaft analogen bedeutungsvollen Staifage, ist ihnen die Elaupisa. 
che, während Fernen nur etwa als Gegensatz oder nebelumfloi-t, 
schöne Linien und Fernen nur selten vorkommen. Reines Gefühl 
und tiefes Naturstiidium weist sie auf kleine Wald- und Gebirgs, 
parthien. Bergthiiler etc. hin. Scheuren liebt das Freie, den bei. 
tern Himmel und Farbenreiz, und besitzt überdiess die Vorzüge 
dieser Schule. Daher kommt es, dass man seine Bilder üfter jenen 
der gepriesenern Meister derselben Schule Vüfliehi- 
Die Gemälde dieses Künstlers sind in verschiedenen B951" 
übergegangen, und deren erwähnen wir in chronologischer Qrd, 
nung: Aussicht aus der Burg Elz, 1834 vom Düsseldorfer liuiist- 
verein angekauft; die Ritterburg im Schnee; die Viitergriift nach 
Uhlands Gedicht 1835; sumpfige Landschaft mit Eichen, eine; der 
vollendetstcn Bilder; das Winterbild von U. L. F in_ Wesel, von 
Wahrheit und Empfindung; das Schloss am See, 1850; Landschaft 
mit Räubern im Gebirge (Fürst Wittgeiistein in St. Petersburg); 
das Haus Broich zu Mühlheim a. d. Ruhr (Graf von Heller tiud 
Graf von Iledern); 'die Iiirchc im Schnee; die Einsiedelei; Masa. 
niello am Fusse des Vesiiv 1857; grosse Morgenlaiidscliatt. mit der 
Burg am See und mit Kriegern im Iiahne, ißäß vom Lßlpziggr 
Kunstverein gekauft; grosse Abendlandschaft mit Klosterruine und 
Mühle im Thele (Kunstverein zu Magdeburg); Herbstlantlselmtt 
mit Jagdschlösschen bei Nebel, (Dr. Lucanus zu Halberstadt); 11,. 
che Gegend am Strand bei stürmischer See, (Gräfin von Schulen. 
Burg zu Ddorf); die sterbende Abtissin in der lilosterhalle (Pfin. 
zessin Friedrich von Preussen); Waldlandschaft im Herbste mit 
Jägern; Fischer am Strande (liaufmann Weiss in Dresden); gmssß 
schottische Landschaftmitderaufgelienden Sonneim liamplc mit dem 
Nebel, mit CromwelPschen liriegern stalfirt. eines der vurzijgli- 
chei-n Werke des Meisters (Hr. Detoya in Brüssel); Niederkassel 
bei Ddorf, oder Dorfleben am Morgen (Ür-Zulling in Ddorf); das 
Castell am Landsee, grosse Landschaft mit Zigeuner-n unter Eichen 
(Kunstverein zu Braunschweig); die Iilause im Walde mit: dem 
Eremiten; der Wald im Gewitter. grosse Landschaft mit Schulz 
suchenden Hirten; Bauernhäuser mit Landleuten in Beschäftigung, 
Partie in der Lieblrauenlsirche zu Oberwesel (Dr. Lucanus in Hal- 
berstailt), 1858; holländische Landschaft mit sterilem Vorgrund und 
Wasserspiegel, 1839; Winterlandschaft (Iiüiiig Ludwig von Bayern). 
18.10; rheinische Landschaft. lölll; Ansicht von Stolzenfels, präch- 
ligcs Schloss über dein Strom und der Landschaft throneiid. Clue 
der schönsten Verloren, die je cxistirt, ein Churakterbild des Rhein-
        

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