Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1792295
Schelfers. 
Scheffler , 
Felix 
Anton. 
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Es ist diess die heil, Cäcilia, in deren Orgelspiel Engel singend 
mit einstimmen. Dieses Bild kaufte der Herzog Albert von Sach- 
sen-Tcschcn, und dann ging der liiinstler mit Unterstützung des 
Kaisers zum letzten Male nach Rom, wo ihn ein begeisterter Ver- 
ein von deutschen liiinstlern als einen von gleichem Streben be- 
seelten Brnder begriisste. Während dieses belebenden Aufenthaltes 
in Rom entstand das lcbensgrosse Bild der sterbenden St. Ciicilia, 
von zwei Engeln hetrauert, jetzt in der Gallerie des Belvedere zu 
Bom. Es ist eine herrliche Schöpfung, von so schöner Composi- 
tion, von solcher Zartheit des Gedankens und Inniglseit des Ge- 
miiths, wie man sie nur bei Rafael findet. Zu dieser Darstellung 
begeisterte ihn eine berühmte Statue des Stefano Nladerno. Die 
Heilige liegt da, im Nacken von drei Tbilesstreichen getroffen, und 
ein Engel hebt die gefalteten Hände segnend empor, wiihrentl der 
andere mit dem Palmzweige herabschwcbt, und beide das Amt der 
Glaubensstärhung und des Enipfanges rührend und anniuthig ver- 
richten. Die Stelle der Hinopferung ist Landschaft; das Haupt der 
Heiligen in duftende Blumen gesunken. Dieses Bild hat gleich 
nach seiner Ankunft in Wien die allgemeine und lebhafte Bewun- 
derung erregt; denn nach mehreren unfruchtbaren Jahren sah man 
endlich wieder ein Werk echter linnst, welches die kleinen Män- 
gel, die dem Bilde ankleben, vergessen macht. Scheffer starb, bevor 
er seine volle Ausbildung erlangte, und namentlich in der Zeich- 
nung jene Sicherheit erreichte, welche der Iienner fordert. Be- 
trachtet man aber den sanften, innigen, seelenvollen Ausdruck sei- 
ner Werke, dann schweigt jede anderweitige Forderung. Die bei- 
den genannten Bilder sind die Hauptwerke des Meisters, doch von 
grosser Schönheit auch noch andere, wie die Madonna mit dem 
Kinde in einer Landschaft, eine solche im Hnicstiiclt im Besitze 
des Grafen Saurau, ein lebensgrossbi- liopf der heil. Catharina, die 
heil. Ludovica u. a. Zahlreich sind seine Werke nicht; denn der 
FÜIISÜEF Starb 1822 in der Bliithe der Jahre. Strenge, ernste Cha- 
raktere wählte er nicht. Sein lieberfiilltes; reines Herz trieb ihn 
besonders zu solchen religiösen Darstellungen, die dem inneren 
Drange entgegen kamen, und wenn er den (iedanlten einmal er- 
fasst und ihn im Bilde auszupriigen begonnen hatte, schien er 
sich wie von selbst in seinem Elemente aufzulösen. Schcrfer n-iire 
gewiss eine der ersten Zierdcn der deutschen Kunst geworden. 
Stahl hat seine orgelspielende Cäcilia in liupfer gestochen, als 
liunstvereinsgeschenk von 1857. 
Dann erwähnen wir von der Hand dieses Künstlers folgende 
Blätter: 
1) Das Portrait eines Mannes, angeblich das eigene des Kiinst- 
lers, erster Versuch im Badiren, mit J. S. bezeichnet. 
Auf anderen Werken des hrleisters steht auf dem Täfel- 
chen ein Lamm. 
2) Die sterbende heil. Cäcilia. Gemalt und auf Stein gezeichnet 
von J. Ritter Scheffer von Leonardshof den 22. Nov. 1821. 
Mit Ton gedruckt, und sehr selten, gr. qu. fol. 
Sßheffers! nennt Weyerman einen Maler von Utrecht, der unter 
Leitung des Ant. Verio ein tüchtiger Historienmaler wurde. Die- 
ser Scheifers lebte längere Zeit in London, und somit ist er mit 
jenem Sclicfier Eine Person, der nach lrValpole unter Carl lI. ar- 
beitete. Weycrnian setzt seine Bliithezeit um 1720. 
Scheffler, Felix 
ging aber nach 
AÜÜÜU, Maler, wurde 1701 in Bayern geboren, 
überstandener Lehrzeit auf Reisen, und gründete
        

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