Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1792240
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Scheffcr , 
man das Gemälde mit St. Thomas von Aquin, der während de, 
Sturmes predigt, und an dieses Bild reihen sich mehrere Genre- 
stiicke, wrie der abgebrannte Maierhof, die Beerdigung des jungen 
Fischers, die arme Frau auf ihrem Lager, die verirrten Iiinder, das 
kranke Kind, die Rückkehr des jungen Invalidcn, _der gute Alge, 
das Bind, welches weint, um getragen zu werden, die kranke Mut- 
ter auf zwei ihrer Iiinder gestützt zur Iiirche gehend, griechische 
Mädchen. welche während des Iiampfes zur Madonna ilehen, im 
Besitze des Herzogs von Orleans, jetzigen Iiönigs; das vom Hagel 
getroliene Feld, der Schlaf des Grossvatcrs, die Garnison von Mis, 
solunghi im lYIomente einer anzuzündenclen Pulvermine, in du. 
Sammlung Laffitte; die Itiiekkehr von der Armee, in der Samuh 
lnng Rothschild; der Sturm, die Suliotinnen nach iler Ermordung 
ihrer llflänner iin Begrifle sich von dem Felsen zu sturzen, ein er- 
greilendes und bewundertes Werk in der Gallerie des LUXeDlbQux-g. 
Es sind aber alle die genannten Bilder trefflich in ihrer Art, von 
tiefen Gefühls, wenn sie auch, das Gemälde der oben genannten 
griechischen Frauen ausgenommen, zur Erhöhung seines Ruhm; 
nicht bedeutend beigetragen haben. Sie entstanden alle vor 1351, 
so wie das llild des ersten Husarenregiinents im historischen Museum 
zu Versailles, das Frescoliild an der Decke des dritten Saales des 
Staatsralhes, wo Scheiler Carl den Grossen malte, wie er der Yen 
saiinnlung der Franken die Capitularien diktirt. Dieses Gemälde, 
wovon sich eine kleinere Darstellung im historischen liluseuni zu 
Versailles befindet, ist eines der schönsten jener Gemächer. In 
dein genannten Jahre nialte der Iiiinstler tilr den Fürsten Galitziu 
Christus mit den lileinen, dann das liciterliild des Iiönigs und 
das Bild der [Königin Anna von Oesterrcich, im Palais royal auf- 
gestellt.    
Die lieihe der gcpriesenstcn Bilder beginnt aber mit seiner 
Darstellung von Faust und Gretchen, mit seinem Bilde der Lem 
nora, einem zum wiederholten Male behandelten Gegenstand, beide 
von 1351, und seinem Eberhard dem Greincr iiher derdieieht; sah 
nes Sohnes weinend, 1854 gemalt. Diese drei ililder sind bekann- 
ten deutschen Dichtungen entnommen, so wie. denn überhaupt 
Göthe, Schiller, Byron u. a. diesem liiiustler öfter Stoll zu geist- 
reichen Bildern geliefert haben, Iiii Jahre 1855 erklärte man jene 
zum zweiteninale behandelte rührende Episode aus Dante mit le. 
bensgrossen Figuren als das ausgezeichnetstc XVerk des Salon5_ Es 
ist die Scene, wie Dante und Yirgil den Schatten Francescrrs und 
Paolifs von Iiiinini begegnen. Der Maler hat diesen Gegenstand 
auf eine ganz eigenthumlichc Weise aufgefasst, so dass n- die 
Schatten in fast horizontaler Richtung voriiberschweben, und sie 
den ganzen Vnrgruntl einnehmen lasst, während Dante und Virgil 
nur zur Iliilltc aus den Wollten hervortreten. Dadurch ist es dem 
liiinstler möglich geworden, die Figuren in Lehensgrösse auf e]. 
ner Leinivmid von nicht gar grossexn Uiufange darzustellen. 
Ein anderes Meisterwerk, welches den echt religiösen Sinn 
des liiinstlers beurkundet, stellt Christus dar, aber nicht die ein. 
zelne Figur, sondern verkörperte Aussprüche des Heilandes: Ver- 
kiindigung des Evangeliums, Heilung der zerstossenen Herzen, 3b 
frciung der Gefangenen und Untertiriiclsten. Christus ist von U", 
gliicltlichen umgehen. Zu seinen Fiisseii beugt sich weinend eine 
Mutter über den Leichnam ihres liindes, links kommt lklagdalena 
vertrauungsvoll heran, ein Grieche und ein Pole erscheinen als 
Repräsentanten der unterdrückten Nationalfreihcit, und ein Neger 
als Sinnbild der Sklaverei. Ini Vorgrunde ist ein Mädchen mit 
geliroheneni Herzen und eine alte Nonne, zur Rechten drückt et
        

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