Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Santi, Antonio - Schoute, Jan
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1790505
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1792039
Schaller, 
Eduard. 
141 
Im Jahre IB-lO fertigte Schaller das Monument der Gattin des 
Kaufmanns Müller auf dem Iiirclihofe zu Stuttgart, wozu der he- 
rühmte F. von Gärtner die Zeichnung zum architektonischen Theil 
gefertiget hat. Dieses Monument zeigt die von Stiegelmayer in 
Erz gegossene Gruppe einer jungen Mutter mit dem Iiinde, wie 
sie der Engel in das Reich ewiger Dauer einführt. Die Figur ist 
51- Sch. hoch, und gestochen in einem Werke über die vorzüglich- 
sten Grabmonumente in Stuttgart. 
Ein anderes Denkmal, im Jahre 1842 vollendet, ist jenes des 
Grafen Leopold Stollberg-Stollhcrg, Iireishauptixiatms in Salzburg. 
Dieses Monument bestellte der Cardinal Erzbischof Fürst Schwar- 
zenberg von Salzburg im Namen der Wittwe und der noch un- 
mündigen Kinder derselben. Es ist eine Nische im altdeutschen 
Stylc nach der Zeichnung des Professors Metzger, in welcher eine 
Statue der heil. Jungfrau mit dem Iiiude von weissem LWIarmor 
steht. Im Style der Sculptur hat sich Schaller weder die antike 
noch die mittelalterliche liunst zum Muster genommen, sondern 
in eigener Weise dem religiösen Gefühle der Gegenwart zu ent- 
sprechen gesucht. Dieses m; Fuss hohe Monument steht inlVIorzg 
bei Salzburg auf dem Wege nach Gastein. 
Früher als dieses VVerk, welches , wie das Miillefsche Denk- 
mal in Conceptiun und Darstellung merkwürdig ist, sind zwei 
Statuen in den äusseren Nischen der (jlypothek zu München, de- 
ren Ausführung ihm 1840 übertragen wurde. Es sind (lieses die 
Standbilder des Prometheus und des Phidias. Ein kleines liebli- 
ches Werk ist ein Amor in Marmor, welchen der liünstler 1840 
vollendete und eine Statue der Hebe war damals noch im Gyps- 
modelle. 
Zu den neuesten Werken des Meisters gehören Statuten be- 
rühmter Dichter, die nach und nach die Zahl von 50 erreichen 
sollen, und an Lebendigkeit der Auhfassung und an charakteristi- 
scherSchiirfe zu denvorziiglichsten Leistungen dieser kleineren Gat- 
tung gehören. Bis jetzt sind die Statuten von Shakespeare, Hans 
Sachs, Dante, Petrarca, Göthe, Schiller, Jean Paul und Hcrder fer- 
tig, jene von Calderotl, Tasso nnd Ariosto in Arbeit. llerder war 
zum zweiten Drlale der Gegenstand seiner Begeisterung, da in), 
Jahre 13.111 Dr.  Förster in der allgemeinen Zeitung zur Feier 
des hundertjährigen Geburtsjahrcs dieses grossen deutschen Man- 
nes an die Errichtung eines Nlouumentes für denselben erinnerte. 
Schaller hatte den Entwurf desselben unternommen, und obgleich 
die Freimaurerlogen von Darmstadt und Weimar dagegen erklärt 
hatten, dass sie die Kosten eines durch die beiden BildhauerScholl 
zu errichtenden Herder-Denlsmal übernommen, so fand doch auch 
der von Dr. Förster angeregte Vorschlag, durch Beisteuer ein 
zweites Monument zu errichten, und die Ausführung dem Bild- 
hauer Schaller zu übertragen, so viel Anklang, dass jetzt die Rea- 
lisirung dieses Wunsches in erfreulicher Aussicht steht. Die Zeich- 
nung zu diesem Denkmale ist im Umrisse lithographirt. 
Üßberdißsß hat Stäbli das oben erwähnte Relief mit dem Stern- 
hilde der Jungfrau gestochen. In dem Album deutscher Iiünstler, 
welches zu Düsseldorf bei Buddeus erscheint, steht Schaller selbst 
als Theilnehtner an den Kadirungen, bisher aber fand er nußll 
nicht Mussc, Seinen Beitrag zu liefern. 
Im Jahre 1845"wurde er zum Mitglied der Akademie in Wien 
ernannt.  
Schallcr , 
Edglard , 
Historicnxualcr , 
ältere 
der 
Bruder 
des 
Obigen
        

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